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DFB: Nach Kritik an Nike-Deal – Ex-Boss ledert gegen Politiker: „Populismus“

Der DFB-Deal mit Nike wurde von allen Seiten heftig kritisiert. Jetzt schaltet sich ein Ex-Boss in die Debatte ein und verteidigt die Entscheidung.

DFB Bierhoff Adidas Nike
© IMAGO/osnapix

Deutschlands irrer EM-Triumph 1996

Im Jahr 1996 holte die deutsche Nationalmannschaft ihren 3. EM-Titel. Wir zeigen Dir den irren Weg bis zum Triumph der damaligen DFB-Elf.

Der Deal zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem Sportartikelhersteller Nike hat für einen großen Aufschrei in Deutschland gesorgt. Dass der DFB sich von dem deutschen Traditionsunternehmen Adidas abwendet und sich für das riesige US-Unternehmen entscheidet, können viele nicht nachvollziehen.

Aus der Politik gab es, nachdem der DFB den Deal bekannt machte, heftige Kritik. Jetzt hat der frühere Nationalspieler und Ex-DFB-Direktor Oliver Bierhoff den Nike-Deal verteidigt und schießt gegen die deutschen Politiker.

DFB: Habeck und Lauterbach kritisieren Nike-Deal

Ab 2027 wird der DFB von Nike ausgestattet, die legendären drei Streifen verschwinden damit vom Trikot der Nationalmannschaft. Das gab der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstag (21. März) offiziell bekannt. Nike habe „das mit Abstand beste wirtschaftliche Angebot abgegeben“, hieß es. (Hier mehr dazu!).

Aus der Politik gab es für die Entscheidung des DFB viel Kritik. „Ich kann mir das deutsche Trikot ohne die drei Streifen kaum vorstellen. Adidas und Schwarz-Rot-Gold gehörten für mich immer zusammen. Ein Stück deutscher Identität. Da hätte ich mir ein Stück mehr Standortpatriotismus gewünscht“, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Und auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD schaltete sich ein: „Adidas soll nicht mehr Nationaltrikot im Fußball sein? Stattdessen ein US-Unternehmen? Halte ich für eine Fehlentscheidung, wo Kommerz eine Tradition und ein Stück Heimat vernichtet“, schrieb er. (Hier mehr zu den Reaktionen aus der Politik!).

Bierhoff wettert gegen Politiker: „Reiner Populismus“

Oliver Bierhoff, früherer Direktor und Geschäftsführer Nationalmannschaften beim DFB, hält solche Aussagen für „reinen Populismus“. Er sagte gegenüber dem „Spiegel“: „Der deutsche Fußball steht vor einer Wende. Er steht vor der Frage: Was ist Emotion und Tradition?“

Der Deal mit Nike helfe dem finanziell angeschlagenen DFB aus der Patsche. „Davon gehe ich in jedem Fall aus. Auch wenn der Deal erst in drei Jahren stattfindet, kann man jetzt durchatmen und kann ganz anders planen. Das wird dem Verband eine Last von der Schulter nehmen“, sagte Bierhoff und betonte: „Wir müssen doch ehrlich sein: Natürlich steht der Sport im Vordergrund, aber wir sind auch im Profifußball voll im Kommerz angekommen.“


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Zudem plauderte er aus, dass es 2007 bereits ein Angebot von Nike gegeben habe. Dieses sei mehr als das Vierfache als das Gebot von Adidas gewesen. „Damals hat man den Sprung noch nicht gewagt. Dass es jetzt geht, zeigt, dass man wirtschaftliche Gesichtspunkte stärker in die Bewertung hineinnimmt als früher“, sagte Bierhoff. Der 55-Jährige trieb in seiner Amtszeit das Marketing des DFB stark voran, entwickelte auch den Namen „Die Mannschaft“. Nach dem WM-Aus 2022 musste er gehen.