Hamburg: Alice Weidel und Virologe streiten um Ausgangssperre – bei diesem Argument hat die AfD-Politikerin keine Antwort

AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel und Virologe Timo Ulrichs lieferten sich eine hitzige Debatte über die Ausgangssperre in Hamburg.
AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel und Virologe Timo Ulrichs lieferten sich eine hitzige Debatte über die Ausgangssperre in Hamburg.
Foto: IMAGO / Political-Moments & Screenshot Markus Lanz/ZDF

Es ist ein Thema, das nach wie vor polarisiert: Die Ausgangssperre in Hamburg gab auch am Dienstagabend bei Markus Lanz Anlass für hitzige Diskussionen. Momentan ist es Bürgern der Hansestadt zwischen 21 und 5 Uhr nicht erlaubt, das Haus zu verlassen. Einige wenige Ausnahmen gibt es.

Zu Gast im Studio in Hamburg waren die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel, Journalistin Ann-Katrin Müller, der Virologe Timo Ulrichs und FDP-Generalsekretär Volker Wissing.

Hamburg: Scharfe Debatte über Ausgangssperre

„Wenn man sich die Kurven aus Hamburg anschaut: das funktioniert, ganz eindeutig“, stellt Talkmaster Markus Lanz in den Raum. Um dies zu unterstreichen, wird eine Grafik eingeblendet, die den verschärften Lockdown in der Hansestadt und die sinkenden Inzidenzwerte in Korrelation stellt.

AfD-Politikerin Alice Weidel sieht das anders: „Aber lieber Herr Lanz, da sind wir ganz schnell bei einem statistischen Thema der Scheinkorrelation. Sie stellen hier gerade einen Zusammenhang zwischen den Ausgangssperren und dem Rückgang des Inzidenzwertes her – also eine Scheinkorrelation. Wie kommen Sie darauf, dass das zusammenhängt?“, so Weidel. „Grundsätzlich haben wir ein Zahlen-, Daten-, Fakten-Problem.“

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Dem widerspricht Virologe Timo Ulrichs vehement: „Wenn man gar nichts tut, dann ist das überhaupt keine Option, dann freut sich nur das Virus. Mit Zahlen, Daten, Fakten hat ihre Partei auch ein Problem, was die Corona-Pandemie angeht“, schießt er in Richtung Weidel.

Hamburg: Ausgangssperre bis 21. Mai

„Eine Korrelation ist erst mal eine Korrelation. Das ist etwas, das man beobachten kann, das in zeitlichem Zusammenhang mit einer Maßnahme steht. Da wir in Hamburg, wie in vielen anderen Ländern auch, viele Maßnahmen miteinander kombiniert haben, [...] ist es schwierig, das auf eine einzelne Maßnahme zurückzuführen“, so der Virologe.

Simulationen und Erfahrungen in anderen Ländern hätten jedoch gezeigt, dass ein Lockdown kombiniert mit einer Ausgangssperre sehr effektiv sein könne.

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„Da wo man eine Lockdown-Situation wirklich entschieden machen möchte, dass man wieder möglichst schnell vor die Lage kommt, ist die Kombination mit einer Ausgangssperre sehr sinnvoll“, sagt Ulrichs.

Hamburg: Hitziger Schlagabtausch zwischen Ulrichs und Weidel

Im weiteren Verlauf der Sendung liefern sind Ulrichs und Weidel einen hitzigen Schlagabtausch. Wo sich die Menschen zwischen 22 und 5 Uhr anstecken würden, will Alice Weidel wissen.

Ulrichs kontert: „Das ist eine Sache, die natürlich nichts zu tun hat damit, sich an der frischen Luft aufhalten. Es geht darum, dass man verhindern möchte, dass wenn Menschen rausgehen, woanders wieder reingehen und sich mit anderen Menschen, die nicht ihrer Gruppe angehören treffen. Das kann man mit einer Ausgangssperre verhindern.“ Dieses Argument kann Weidel schließlich nicht mehr widerlegen.

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In Hamburg wird man trotz fallender Inzidenz-Werte zunächst weiter an der Ausgangssperre festhalten. Die Maßnahme ist bis zum 21. Mai befristet. Vorher wird der Senat entscheiden, ob es anschließend zu Lockerungen kommt.

Die ganze Folge kannst du in der ZDF-Mediathek schauen. (mik)