Hamburg: Bäckermeister erklärt ein für allemal – so bestellst du in der Hansestadt ein Brötchen

Hamburg: Bäckermeister Gideon klärt auf, wie du in Hansestadt ein Brötchen bestellt.
Hamburg: Bäckermeister Gideon klärt auf, wie du in Hansestadt ein Brötchen bestellt.
Foto: imago/CHROMORANGE & MOIN.DE

Es gibt diese Dinge, die haben in jeder Region Deutschlands einen anderen Namen. Was in Hamburg als Frikadelle, Krapfen oder Bonbon bekannt ist, kann im Rest des Landes ganz anders heißen.

Eines der wohl bekanntesten Beispiele ist das klassische Brötchen. Für die kleinen Gebäckstücke gibt es die unterschiedlichsten Bezeichnungen. Auch in Hamburg scheint man sich in der Frage nicht ganz einig zu sein.

Hamburg: So bestellst du ein Brötchen in der Hansestadt

Deshalb hat MOIN.DE einen Bäckermeister aus der Hansestadt um Klärung gebeten.

„In Hamburg heißt es wirklich Brötchen“, sagt Joachim Gideon von der „kleinen Konditorei“ im Stadtteil Eimsbüttel.

Früher als Rundstücke bekannt

Die Traditionsbäckerei blickt auf rund 70 Jahre Erfahrung zurück – und hat dabei so einige Veränderungen im Backhandwerk miterlebt.

So auch bei den Brötchen. Bevor sich der Bergriff eingebürgert hat, waren die Kleingebäcke traditionell als Rundstücke bekannt. Auch heute bestellen laut Gideon älteren Menschen immer noch Rundstücke.

Simple Weißmehl-Variante

„Die gibt es in dem Sinne eigentlich gar nicht mehr“, erklärt der Bäckermeister MOIN.DE.

Denn im Gegensatz zu dem vielfältigen Brötchen-Angebot, das heutzutage in dem meisten Bäckereien zu kaufen gibt, sind Rundstücke eher eine simple und unscheinbare Variante.

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So bestellst du Brötchen in anderen Regionen:

  • Schrippe (Berlin)
  • Weck (Hessen, Moselfranken, Saarland), Weckle (Baden, Pfalz, Schwaben, Südhessen, Franken), Weckle (Schwaben), Weckerl (Bayern, Franken), Weggli (Südbadisch)
  • Luffe (Braunschweig)
  • Semmel (Obersachsen, Bayern)
  • Passauer (Niederbayern)
  • Stölla (Oberfranken), Brötla (Oberfranken im Raum Bamberg)

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Ein einfacher Weizenmehl-Teig mit wenig Zutaten, geformt wie ein „Milchbrötchen, langgestreckt und ovalförmig“, beschreibt Gideon die traditionellen Rundstücke.

Optik wird wichtiger

„Ich wüsste gar nicht mehr, wer sowas noch macht“, sagt er zu MOIN.DE.

++ Hamburg: Traditions-Bäckerei backt schon seit über 50 Jahren Franzbrötchen – wegen diesem Geheimtipp sind sie so beliebt ++

Seit rund 20 Jahren ist der 43-Jährige schon Bäckermeister und erkennt bei den Kunde eine klare Tendenz: „Die wollen was Schöneres haben, was optisch aufgewertet ist.“

Weg vom Weizen

Außerdem sei zu merken, dass die Leute beim Einkaufen mehr auf ihre Gesundheit achten: Möglichst wenig Weizen und dafür mehr Körner sollen es heutzutage sein.

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Besonders Chia-Saat habe immer mehr an Beliebtheit gewonnen. „Das ist in den letzten zehn Jahren so richtig rausgekommen“, erzählt Gideon.

Rundstück wird zum Hamburger

Ein Ausnahme machen die Kunden aber beim Kuchen. „Denn da wissen die Leute, dass sowieso Zucker drin ist“, lacht der Bäckermeister.

Übrigens: Als „Rundstück“ oder auch „Rundstück warm“ kennt man in Hamburg auch einen beliebten Imbiss-Snack: Ein Brötchen mit einer Scheibe warmem Braten dazwischen und ordentlich Soße übergossen.

Man munkelt sogar, dass das Fast Food der Vorläufer des weltbekannten Hamburgers sei.