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Hamburg: Dieses Unternehmen produziert Geschirr – aber du wirst nicht glauben, aus welchem Material

Hamburg: Dieses Unternehmen produziert Geschirr – aber du wirst nicht glauben, aus welchem Material

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Ein Unternehmen aus Hamburg produziert Geschirr aus ungewöhnlichem Material. Foto: Bio-Lutions

Holz, Bambus oder Glas: Alternativen zu Einweg-Plastikprodukten boomen auch in Hamburg wie nie zuvor. Die wohl erstaunlichste – und umweltfreundlichste – Idee von allen hatte aber Eduardo Gordillo: Er stellt Geschirr aus Bioabfall her.

Seit mittlerweile fünf Jahren produziert sein Unternehmen Bio-Lutions mit Sitz in Hamburg Teller, Schüsseln und Verpackungen aus Pflanzenresten. In einem mechanischen Verfahren werden die Abfälle in einen robusten Faserbrei umgewandelt und anschließend in die gewünschte Form gepresst.

Hamburg: Unternehmen verzichtet auf Transportwege

Als Gordillo die Idee von einer möglichst umweltfreundlichen Plastik-Alternative kam, war für den Architekten sofort klar, dass er bei dem gesamten Unternehmen den CO2-Ausstoß möglichst gering halten wollte. Die Lösung: Transportwege müssen wegfallen.

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Er entschied sich, „lokale Materialien mit lokalen Menschen für den lokalen Markt“ zu nutzen. Statt einer zentralen Produktionsstätte stellte er sich mehrere kleiner Niederlassungen vor, verteilt auf der ganzen Welt. Dafür benötigte er einen überall verfügbaren Rohstoff.

Reste werden zu Rohstoffen

„Mir ist eingefallen, dass jedes Land eine Agrarindustrie hat, also habe ich mich da mal genauer umgeschaut“, erzählt der 53-Jährige MOIN.DE. Dabei fiel ihm auf, dass nach der Ernte jede Menge Pflanzenreste auf den Feldern übrig bleiben, die keine weitere Verwendung haben: Reisstroh, Bananenstämme, Ananassträucher – Gordillo hatte seinen Rohstoff gefunden.

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Das Projekt startete 2015 mit einer ersten Produktionsstätte in Indien. Inzwischen ist die weltweite Nachfrage so groß, dass das Unternehmen die Produkte auch in Deutschland auf den Markt gebracht hat.

Menschen leben umweltbewusster

Der Import der Produkte widersprach zwar zunächst der Wunschvorstellung, ohne Transportwege auszukommen. Um sich erst einmal auf dem Markt zu etablieren, musste das Unternehmen aber den Kompromiss einer Übergangslösung eingehen.

Das hat sich bezahlt gemacht: Kommendes Jahr wird Bio-Lutions eine Fabrik in Deutschland eröffnen. Gordillo sieht für seine Produkte hierzulande und in Europa viel Potential.

„In den letzten drei Jahren habe ich ein Umdenken in der Gesellschaft beobachtet“, sagt der Unternehmensgründer zu MOIN.DE. Er merke, dass die Menschen umweltbewusster leben und auch die Industrie sich dementsprechend wandele.

Günstiger Preis soll Konkurrenz ausstechen

Trotzdem spiele vor allem der Kostenfaktor eine wichtige Rolle: „Einwegartikel haben keinen emotionalen Wert für den Käufer“, sagt Gordillo. „Um gegen Plastik anzukommen, müssen wir also vor allem günstig sein.“ Das schafft Bio-Lutions dank der kurzen Transportwege und der simplen Rohstoffen.

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Nach dem Gebrauch können die biologisch abbaubaren Schüsseln und Teller einfach im Biomüll oder auf dem Komposthaufen entsorgt werden. So schließt sich der ökologische Lebenskreislauf von Gordillos Produkten.

„Wir sind zwar längst nicht die einzige Alternative zu Plastik, aber wir sind eine andere Alternative“, betont der Architekt. Er ist überzeugt, dass sein Konzept aus Nachhaltigkeit, Qualität und günstigem Preis die Alternative auf lange Sicht zum Standard machen könnte.