Veröffentlicht inHamburg

Hamburg: Für sie geht es hier ums Überleben – „Vielleicht war's das“

Hamburg Dom Heiligengeistfeld St. Pauli Sweet Bus Corona Geimpfte Schausteller Test
Die Schausteller auf dem Dom in Hamburg blicken in eine ungewisse Zukunft. Foto: imago images/Hanno Bode & MOIN.DE

Lange musste Hamburg ohne sein beliebtes Volksfest auskommen. Doch seit Freitag dürfen sich Einheimische und Touristen endlich wieder auf den Dom freuen. Eine beliebte Attraktion und ein Stück Normalität kehren zurück – wenn auch mit Einschränkungen und Hygienemaßnahmen.

Doch noch mehr als die Besucher freuen sich die Schausteller über das Volksfest in Hamburg. Denn lange Zeit fehlte ihnen jegliche Einnahmequelle. Auch jetzt ist die Zukunft weiterhin ungewiss. Der sonst so spaßig Betrieb ist für sie mit dem harten Kampf um ihre Existenz verbunden.

Hamburg: Die Wiedersehensfreude ist groß

Der Einlass zum Gelände ist streng geregelt. Wer den Dom besuchen will, muss sich vorher online ein kostenloses Ticket buchen und sich für ein Zeitfenster eintragen. Zudem ist der Zutritt nur Vollgeimpften, Genesenen oder negativ Getesteten erlaubt. Die entsprechenden Nachweise müssen ebenfalls beim Betreten des Heiligengeistfeldes vorgezeigt werden.

+++ Hamburg: Mutter soll versucht haben, ihre Tochter (4) zu töten – vor Gericht bricht sie in Tränen aus +++

Während sich am Eingang noch kurze Schlangen bilden, ist in den breiten Gängen an diesem Nachmittag nicht viel los. Das hat auch Charles Zettel beobachtet, dessen Familie eine Wurfbude auf dem Dom betreibt. „Die Tage am Wochenende waren wie sonst ein Montag“, zeigt er sich im Gespräch mit MOIN.DE enttäuscht. Die Zahl der Besucher ist beschränkt, insgesamt dürfen sich maximal 9.500 Menschen gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten.

Hamburg: „Es ist nicht wie früher“

Der junge Schausteller vermisst die Euphorie und die Ausgelassenheit, die sonst auf dem Volksfest herrschen. „Die Leute sind auf einmal sehr scheu“, berichtet er. „Es ist nicht wie früher.“ Viele Besucher würden sich nicht herantrauen und seien unsicher. Dennoch freut er sich, dass er nach zwei Jahren Pause wieder Gäste in seiner Bude begrüßen darf.

„Ich bin überrascht, wie gut es dennoch alles funktioniert.“ Als ein Vater mit seinem kleinen Sohn vorbeikommt, blüht der Schausteller sogleich auf. Zuvorkommend und mit einem breiten Lächeln hinter der Maske erklärt er, wie alles funktioniert. Nach zwei Jahren Pause sind solche Momente Balsam für die Schausteller, deren Existenzen immer noch bedroht sind.

—————

Das ist Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

—————

Hamburg: „Toll, dass der Dom überhaupt wieder stattfindet“

„Das Positive an uns Schaustellern ist, dass wir mit fast allen Situationen umgehen können“, berichtet auch Frau Gerger vom „Sweet Bus“. Mit ihren Zuckerwarenständen ist ihre Familie seit 20 Jahren auf dem Dom. Hier duftet es auch durch die Maske nach gebrannten Mandeln und anderen Leckereien.

+++ Boizenburg: Dieser junge Mann erhielt ein neues Organ – und wenig später eine schlechte Nachricht +++

„Es ist toll, dass der Dom überhaupt wieder stattfindet. Wir freuen uns über die Gäste, die allesamt so freundlich und nett sind“, erzählt die Betreiberin. Auch die Stimmung unter den Schaustellern sei weitestgehend positiv. Alle freuen sich über die Rückkehr auf den traditionsreichen Platz mitten in Hamburg.

Dennoch spricht auch aus ihr die Sorge: „Es ist trotzdem schwer“, sagt Gerger. „So geht es auch allen Gastronomen.“ Zwar habe ihr Betrieb staatliche Hilfen bekommen, doch „das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Derzeit stünden einige kleinere Feste auf dem Programm, doch alle unter Vorbehalt. Sobald die Zahlen wieder steigen sollten, steht die Familie ohne Engagement da. Was wäre ohne Winterdom? „Vielleicht war’s das dann.“

—————-

Mehr News aus Hamburg:

Hamburg: Grausames Verbrechen! Als Ermittler eine Wohnung betreten, machen sie einen schrecklichen Fund

Hamburger SV: Brutalo-Foul hat Folgen – Ausfall von HSV-Star droht

Hamburg: Ekel-Alarm in Wohnhaus! HIER krabbeln nachts die Kakerlaken ins Bett

Hamburg: Zu wenig Strafen für Verkehrssünder? Bürger greifen zu umstrittener Maßnahme – „Zum Kotzen“

Hamburg: Skandal-Rapper taucht vor Gericht gar nicht erst auf – kein Wunder bei den krassen Vorwürfen

—————-

Doch die Schausteller sind sich in einer Sache einig: Sie wollen weiter kämpfen, ihren Gästen in schwierigen Zeiten eine Freude bereiten und ihre teils Jahrzehnte alten Geschäfte nicht aufgeben. „Wir Schausteller stecken den Kopf niemals in den Sand“, sagt Frau Gerger entschlossen.