Hamburg: Expertin verrät die riesige Chance – das kann die Stadt aus der Krise lernen

Hamburg muss nicht unbedingt nur negative Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen – im Gegenteil: Eine Expertin sieht die Herausforderung als Chance für die Hansestadt.
Hamburg muss nicht unbedingt nur negative Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen – im Gegenteil: Eine Expertin sieht die Herausforderung als Chance für die Hansestadt.
Foto: imago stock&people

Hamburg. Die akute Phase der Corona-Krise scheint vorüber: Die Infektionszahlen in Hamburg gehen zurück und durch die Lockerungen nimmt das öffentliche Leben langsam wieder Fahrt auf.

Nichtsdestotrotz haben die vergangenen Wochen Spuren in Hamburg hinterlassen – die müssen aber nicht unbedingt negativ sein.

Hamburg: Expertin positiv überrascht

Im Gegenteil: Psychotherapeutin Ulrike Lupke vom Institut für moderne Verhaltenstherapie erklärt, was die Hansestadt aus der Krise lernen kann.

Das Verhalten vieler Hamburger hat die Psychotherapeutin positiv überrascht: „Ich habe viele Menschen sehr gefasst erlebt“, sagt sie MOIN.DE.

Menschen unterstützen sich

Sie hat beobachtet, dass sich der Großteil der Menschen – sowohl auf der Straße als auch unter ihren Patienten – an die Corona-Vorschriften hält und „mitfühlend und rücksichtsvoll miteinander umgeht.“

Zahlreiche Menschen würden Betroffenen ihre Unterstützung anbieten: Sei es beim Einkaufen, Gassi gehen oder mit einer Spende.

Krise weckt verborgene Fähigkeiten

„Es kümmern sich so viele Leute“, sagt die Expertin im Interview mit MOIN.DE. „Das ist doch etwas Tolles, was die Krise hervorgebracht hat.“

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Die Psychotherapeutin hält es für beachtlich, wie anpassungsfähig die Hamburger sind und wie beherrscht viele Leute mit der unsicheren Lage umgehen.

„Solche Situationen wecken Fähigkeiten, die in uns schlummern, aber normalerweise verborgen bleiben“, sagt sie.

Alte Kontakte leben auf

Einen weitere Chance, die aus der Krise erwachsen ist, sieht Lupke in der verstärkten Nutzung digitaler Kanäle.

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Dadurch hat sich laut der Expertin „die Kommunikation zwischen den Menschen auf eine andere Weise verbessert“. Auch zahlreiche alte Kontakte seien dabei wieder aufgelebt.

Neuerungen in der Arbeitswelt

Das komme vielen Unternehmen zugute, die durch den Zwang zum Home Office ganz neue Möglichkeiten entdeckt hätten.

Das gilt auch für Lupkes Arbeitsumfeld: „Es hat einen deutliche Innovationsschub im Gesundheitsbereich gebracht“, erzählt die Psychotherapeutin.

Sie berichtet von Video-Betreuung ihrer Patienten und Online-Seminaren, mit denen sie angehende Psychologen an ihrem Institut auch auf Distanz weiter ausbildet.

Hamburger steigen um

Noch eine aus Lupkes Sicht erfreuliche Entwicklung: Viele Hamburger steigen aufs Fahrrad um.

Das bestätigt Dirk Lau, Sprecher des Hamburger Landesverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

„Es sind überall deutlich mehr Räder unterwegs. An unseren Aktionen nehmen mehr Menschen teil und auch bei den Fahrrad-Händlern herrscht ein enormer Ansturm.“

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Kein Wunder, dass der Ehemann von Lupke, als er sich vor kurzem eine Fahrrad zulegen wollte, bei mehreren Geschäften auf eine mehrwöchige Wartezeiten hingewiesen wurde.

Was bleibt nach der Krise?

„Das ist doch ein cooler Trend“, sagt die Psychotherapeutin. „Das könnt eine komplettes Umdenken der Mobilität bewirken.“

Aber sind diese positiven Veränderungen nur kurzfristige Effekte oder können sie auch nach der Krise bestehen bleiben?

„Neue Normalität“

„Das ist auf jeden Fall möglich“, sagt die Expertin. Immerhin begleite das Virus uns eine ganze Weile.

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Statt dem Rückkehr in den gewohnten Alltag stehe der Übergang zu einer „neuen Normalität“ an.

„Das ist eine riesige Chance, den Umgang miteinander zu ändern und als Gesellschaft näher zusammenzurücken“, sagt Lupke.