Hamburg: Mit 17 schloss sie sich dem IS an – selbst ihren Kindern soll sie Schreckliches beigebracht haben

Bea Swietczak
In Hamburg steht eine IS Rückkehrerin vor Gericht (Symbolbild)
In Hamburg steht eine IS Rückkehrerin vor Gericht (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Andre Lenthe

Was bringt junge Mädchen bloß dazu, hier alles abzubrechen, ihr sicheres Zuhause zu verlassen und sich dem gefährlichen IS anzuschließen? Jetzt muss wieder eine Rückkehrerin die Konsequenzen für ihr Handeln tragen. Am 29. September ist die 24-jährige G. verhaftet worden. Seit dem 30. September befindet sie sich in Untersuchungshaft in Hamburg.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilt, hat das Oberlandesgericht Anklage gegen die Beschuldigte aus Hamburg erhoben. Ihr wird vorgeworfen, Mitglied einer im Ausland bestehenden terroristischen Vereinigung, dem sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) gewesen zu sein. Sie soll sich an der Umsetzung deren Ziele aktiv beteiligt haben.

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Hamburg: Nicht der erste Fall vor Gericht

MOIN.DE berichtete schon über andere Fälle, die vor Gericht standen oder ins Visier der Ermittlungen geraten sind. Wie zuletzt Omaima A. (38), die in diesem Jahr zu vier Jahren Knast verurteilt wurde wegen „mittäterschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland in Tateinheit mit Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form der Versklavung“. Sie ist die Witwe des Rappers Denis Cuspert (42 †) aus Berlin, besser bekannt als „Deso Dogg“.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Bei der 24-jährigen G. handelt es sich um eine Hamburgerin mit deutschem Namen, die zuvor noch keine Medienaufmerksamkeit erlangt hat. Und wie in fast allen vorherigen Fällen spielt auch bei ihr Naivität und die Abhängigkeit von einem Mann dabei eine große Rolle.

Sie hatte sich als Jugendliche in einen jungen Mann verliebt. Ein Deutscher, der sich in Hamburg radikalisiert und nach Syrien abgesetzt hat. Es dauerte nicht lange, da folgte sie ihm wohl ohne jegliches Misstrauen am 3. September 2014 über die Türkei nach Syrien. Sie vermählte sich mit ihm nach islamischem Ritus und bekam drei Kinder.

Was dann geschah, kennen wir aus anderen Fällen, die, wie auch G., aktiv an Handlungen des IS teilnahmen. Es folgt meist dem gleichen Muster.

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G. soll sich in Syrien und dem Irak bis Ende 2018 an Kriegswaffen betätigt haben. Zudem wurde sie mehrmals in einem IS-Frauenhaus untergebracht. Dort wurde sie kostenlos beherbergt und ließ sich in Islam-Lehre nach der Ideologie des IS unterrichten.

Dann soll sie über das Internet versucht haben, weitere junge Frauen für den IS zu gewinnen, indem sie für Reisen nach Syrien und für den IS warb. Schließlich musste sie den Rollenerwartungen des IS gerecht werden.

G. hat für ihren Ehemann den Haushalt geführt und ihre gemeinsamen Kinder zur Welt gebracht. Das erste wurde 2015 geboren. Die Kleinen erzog sie nach Vorgaben des IS und schreckte nicht davor zurück, sie mit dem Umgang mit gefährlichen Waffen vertraut zu machen.

So kam G. zurück nach Hamburg

Diese Lebensweise fand erst ein Ende, als ihr Mann als IS-Kämpfer ums Leben kam. Und da eine Frau in diesem Umfeld ohne ihren Mann nichts mehr wert ist, setzte sie alles daran, möglichen Gewalt-Attacken zu entfliehen.

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Im Zuge der von der Bundesregierung organisierten Befreiungsaktionen von mehreren alleinstehenden Müttern und ihren Kindern wurde auch sie zurück nach Deutschland und anschließend in ihre Heimatstadt Hamburg gebracht. Jetzt droht ihr eine jahrelange Haftstrafe, und ihre Kinder müssen unter Aufsicht des Jugendamtes aufwachsen.