Hamburg: Wer DIESE Nachricht über den Hauptbahnhof liest, könnte dort von nun an ein mulmiges Gefühl haben

Der Hauptbahnhof in Hamburg ist auch ein Kriminalitäts-Hotspot.
Der Hauptbahnhof in Hamburg ist auch ein Kriminalitäts-Hotspot.
Foto: imago images / imagebroker

Deutschlandweit Platz eins in einer Negativ-Statistik für den Hauptbahnhof in Hamburg: Insgesamt 300 Gewaltdelikte haben die Behörden dort zwischen Juli und Dezember 2020 verzeichnet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hamburgs Knotenpunkt solche Schlagzeilen als Erstplatzierter macht. Zwischen Mitte 2019 und Mitte 2020 kümmerten sich die Beamten am Hauptbahnhof in Hamburg um fast 600 Gewaltdelikte (MOIN.DE berichtete).

Hamburg Hauptbahnhof:

Die neuen Zahlen gehen aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die AfD-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag.

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Der Hauptbahnhof in Hamburg ist zugleich der meistfrequentierte in Deutschland, nach Bahn-Angaben passieren ihn täglich 537.000 Reisende oder Besucher.

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Daten und Fakten zum Hauptbahnhof Hamburg:

  • Der Hamburger Hauptbahnhof ist der wichtigste und größte Bahnhof in Norddeutschland
  • In seiner heutigen Form wurde der Hamburger Hauptbahnhof am 6. Dezember 1906 in Betrieb genommen
  • Architekten: Oberbaurat Caesar und das Architektengremium Reinhardt/Süßenguth aus Berlin
  • Heute nutzen knapp 550.000 Reisende und Besucher täglich den etwa 50.000 Quadratmeter großen Hamburger Hauptbahnhof
  • Auf 14 Gleisen verkehren täglich über 800 Züge des Fern- und Nahverkehrs und rund 1.200 S-Bahnen.

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Hinter dem Hamburger Bahnhof liegen der Frankfurter Hauptbahnhof mit 238 und der Nürnberger Hauptbahnhof mit 189 Gewaltdelikten im zweiten Halbjahr 2020. Der Frankfurter Bahnhof liegt auch bei den Besucherzahlen auf Platz zwei (439.000 Menschen pro Tag), Nürnberg auf Platz elf (210.000 Menschen pro Tag).

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Bei Eigentumsdelikten wie Diebstahl führte der Frankfurter Hauptbahnhof die Statistik mit 744 Vorfällen im zweiten Halbjahr 2020 an, gefolgt wiederum von Hamburg (572 Taten) und Köln (504 Taten).

Die drei Bahnhöfe, an denen die Behörden die meisten Drogendelikte feststellten, lagen allesamt in Nordrhein-Westfalen: Köln, Essen und Düsseldorf.

Hamburg: Nicht nur Polizisten im Einsatz

Sicherheit sei für die Deutsche Bahn (DB) „oberstes Gebot“, betonte eine Sprecherin des Unternehmens. „Bundesweit investieren wir jährlich mehr als 170 Millionen Euro für die Sicherheit unserer Mitarbeitenden und Reisenden“, sagte sie.

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4.000 Sicherheitskräfte der Bahn unterstützten die mehr als 5.000 Beamten der Bundespolizei in Zügen und an Bahnhöfen. Zudem sollte gemeinsam mit dem Bund die Videotechnik ausgebaut werden: „Wir erhöhen die Anzahl der aktuell 8.000 Kameras an Bahnhöfen in den nächsten vier Jahren um rund ein Drittel auf circa 11.000 Kameras.“

Auf die Frage nach Gemeinsamkeiten zwischen den genannten Bahnhöfen und nach Ursachen für das Auftauchen in der Statistik schreibt das Bundesministerium, es handele sich um „Großbahnhöfe in urbanen Ballungszentren mit Anbindung auch an Schienennetze benachbarter Länder“.

Hamburg Hauptbahnhof: Sogwirkung auf Kriminelle

Große Bahnhöfe in städtischen Ballungszentren entfalteten eine „Sogwirkung auf Kriminelle“, was vor allem an deren ständigem Betrieb, ihrer „Betriebsamkeit“, an Möglichkeiten zur Ver- und Entsorgung und zur An- und Abreise liege. In der Nähe lägen zentrale Omnibusbahnhöfe, Sozialstationen und Drogenkonsumräume.

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Ein vergleichsweise hoher Anteil an Verdächtigen hat bei den abgefragten Taten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit: Im Bereich Gewaltdelikte sind es mehr als 40 Prozent, bei Drogendelikten ist es rund ein Drittel, bei Eigentumsdelikten sogar mehr als die Hälfte. In der Statistik zu Gewalttaten tauchen Polen, Syrer, Türken und Afghanen vergleichsweise häufig als Verdächtige auf.

Insgesamt 198 Bundespolizisten wurden im zweiten Halbjahr 2020 im Dienst bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in Bahnhöfen oder Zügen verletzt, davon waren 35 Betroffene zunächst dienstunfähig. Die Bundespolizei kümmert sich um die Sicherheit an Bahnhöfen. (dpa/rg)