Hamburg: Arzt ärgert sich über das, was er in seiner Praxis erleben muss –„Bitter“

Dirk Heinrich war Leiter des Hamburger Impfzentrums. Jetzt ist er wieder als HNO-Arzt in Hamburg tätig.
Dirk Heinrich war Leiter des Hamburger Impfzentrums. Jetzt ist er wieder als HNO-Arzt in Hamburg tätig.
Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Neun Monate nach der ersten Corona-Impfung in Deutschland hat die Impfbereitschaft nachgelassen. In der vergangenen Woche startete daher eine bundesweite Aktionswoche, um noch mehr Menschen zu einer Impfung motivieren. In Hamburg ließen sich in den ersten beiden Tagen rund 3.500 Personen an ungewöhnlichen Orten impfen.

Auch Arztpraxen verabreichen weiterhin Vakzine. Doch dabei erleben sie mitunter unschöne Überraschungen. Von einem großen Problem berichtete nun Dirk Heinrich, der ehemalige Leiter des Impfzentrums Hamburg.

Hamburg: Patienten lassen Impftermine sausen

In seiner Praxis stellt der HNO-Arzt seinen Patienten nach wie vor Corona-Impfungen zur Verfügung. Doch oftmals würden diese den vereinbarten Terminen verfallen lassen.

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„Heute in der Praxis beim Ompfen hatten wir 30 Prozent No Shows. Terminversämer – hinterhertelefoniert ohne Ergebnis“, twitterte Heinrich am Donnerstag. Als „No Show“ wird ein Nichterscheinen von Patienten bezeichnet.

Heinrich schrieb weiter: „Bitter. Wir sind endgültig am unerfreulichen Ende des Impfens angekommen.“

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Andere Ärzte haben sich unter dem Beitrag zu Wort gemeldet und bestätigen die Entwicklung. „No Show zunehmend ein Problem. Leider aber in allen Sprechstunden. Wir impfen weiter, aber nun nebenbei“, kommentierte eine Ärztin.

„Auch bei uns viel mehr No Shows“, berichtet ein weiterer. Ein dritter Arzt zog drastische Konsequenzen: „Wir haben die Impfungen seit Ende August eingestellt. Zu viel Verwurf.“

Hamburg: Impfquote liegt bei 67,2 Prozent

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind in Hamburg mittlerweile etwa 1,2 Millionen Menschen geimpft, das entspricht einer Quote von 67,2 Prozent. Bereits im Mai hatte die Hamburger Sozialbehörde an die Hansestädter appelliert, ihre Impftermine abzusagen, sollten sie nicht wahrgenommen werden können.

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Als Konsequenz müssen Praxen die teuren Stoffe entsorgen, zudem werden Kapazitäten für andere Impfwillige blockiert. Einige Experten und Politiker hatten deshalb bereits Strafen für „Impfschwänzer“ gefordert.

Hamburg hat gerade seine Corona-Regeln gelockert. Einiges ist jetzt unter bestimmten Voraussetzungen wieder ohne Abstand und Maske möglich. Wozu ein UKE-Arzt jetzt rät, erfährst du >>> hier. (mik)