Hamburg: Inhaberin von beliebter Kiez-Bar gestorben – sie hatte diesen letzten Wunsch

Die Reeperbahn in Hamburg trauert: Die Inhaberin einer legendären Kiez-Bar ist verstorben (Symbolbild).
Die Reeperbahn in Hamburg trauert: Die Inhaberin einer legendären Kiez-Bar ist verstorben (Symbolbild).
Foto: imago images/xcitepress

Die Trauer auf dem Kiez in Hamburg ist groß: Am Montag ist die Betreiberin der legendären „Hongkong“-Bar, im Alter von 78 Jahren, nach schwerer Krankheit verstorben.

Vor fast hundert Jahren gründete ihr Vater das Lokal mit Hotel. Nachdem Chong Tin Lam sein Heimatland verlassen und nach Hamburg gekommen war, eröffnete er den Laden zunächst als Restaurant. Nach seinem Tod übernahm seine Tochter Marietta Solty.

Hamburg: Trauer auf dem Kiez

Sie galt als eine der ältesten Wirtinnen auf St. Pauli. Auf dem Instagram-Account der „Hongkong“-Bar teilte die Enkelin von Marietta Solty die traurige Nachricht. Gleichzeitig richtet sie eine Bitte an die Gäste des Lokals.

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„Es fällt uns nicht leicht, aber wir als Familie möchten Marietta ihren letzten Willen erfüllen können“, schreibt sie. Dabei handelt es sich um eine Seebestattung. Denn die 78-Jährige sei schon immer sehr mit dem Meer verbunden gewesen.

„Das Wetter war ihr egal. Es konnte stürmen, regnen oder Minus-Grade haben, sie wollte ans Meer. Das war ihr Wohlfühlort“, erzählt die Enkelin. Doch die Pandemie hat der Familie finanziell einen gewaltigen Schlag verpasst.

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Daten und Fakten zur Reeperbahn:

  • Die Reeperbahn verläuft vom Millerntor in Richtung Westen bis zum Nobistor und ist 930 Meter lang
  • Die Reeperbahn erhielt ihren Namen von Taumachern und Seilern, den so genannten Reepschlägern, die für die Herstellung von Schiffstauen verantwortlich waren
  • Heute reihen sich zahlreiche Diskotheken, Bars, Strip-Clubs, Theater und Hotels auf der Reeperbahn aneinander
  • Auch bekannt als Hamburger Kiez ist die Reeperbahn die Anlaufstelle, wenn es um Vergnügung und Partyspaß geht
  • Weltweit ist die Reeperbahn auch als das Rotlichtviertel schlechthin bekannt und wird daher als „die sündigste Meile der Welt“ bezeichnet
  • Im Sommer zieht die Reeperbahn bis zu 50.000 Besucher am Wochenende an
  • Insgesamt besuchen rund 30 Millionen Menschen pro Jahr die Reeperbahn und ihre Seitenstraßen

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„Wir können die Kosten für eine Bestattung nicht aufbringen“, heißt es auf Instagram. Deshalb hat die Familie von Marietta Solty einen Spendenkampagne gestartet.

Zukunft der Bar in Hamburg ungewiss

„Wir freuen uns wirklich über jeden, der uns hilft und sind sehr dankbar“, schreibt die Enkelin. Spenden, die nicht für die Bestattung benötigt werden, sollen an gemeinnützige Organisationen gehen.

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Des Weiteren wisse die Familie noch nicht, ob die beliebte Bar nach dem langen Lockdown überhaupt wieder öffnen könne. Anfang des Jahres fand ein Brandschutzschau im Laden statt.

Menschen aus Hamburg in Trauer

Diese hat ergeben, dass die Bar umgebaut werden müsste, um den Auflagen gerecht zu werden. Enorme Kosten, die die Inhaber wohl nicht tragen können. „Denn es sind bedingt durch die Pandemie keinerlei finanzielle Rücklagen vorhanden“, teilt die Familie mit.

Die Enkelin verspricht jedoch, die Leute auf dem Laufenden zu halten. Gäste und Fans der beliebten Bar zeigen Trauer und Beileid. „Auf deiner letzten Reise alles Gute“, wünscht etwa eine Frau. „Die Erde hat nun einen Engel weniger“, fügt sie hinzu.

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„Deine Oma war so eine tolle Frau“, schreibt ein anderer Gast. „Sie wird fehlen auf dem Hamburger Berg“, kommentiert eine weitere Frau. Viele kündigen an, sich an den Spendenaktion zu beteiligen.

Damit sollte die Summe hoffentlich zusammenkommen und Marietta Solty ihren letzten Wunsch erfüllt bekommen! (lh)