Hamburg: Kreuzfahrt-Schiff will den Hafen verlassen, dann gibt es einen gewaltigen Knall

Das Kreuzfahrtterminal im Hafen in Hamburg
Das Kreuzfahrtterminal im Hafen in Hamburg
Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose

Dass Schiffe in Hamburg an- und ablegen ist sowohl für Hafenmitarbeiter als auch für Kapitäne reinste Routine.

Doch als am Samstagnachmittag ein Kreuzfahrt-Schiff den Hamburger Hafen verlassen wollte, lief das alles anderes als geplant. Es gab einen gewaltigen Knall in Hamburg.

Hamburg: Beim Ablegemanöver krachte es

Das kleine Kreuzfahrt-Schiff „Hamburg“ war mit seinen 465 Menschen an Bord bei einem Ablegemanöver, als das Unglück passierte. Der Dampfer habe am Hamburg Cruise Center Baakenhöft wenden wollen, schreibt der NDR.

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Daten und Fakten zum Hafen Hamburg:

  • Der Hamburger Hafen ist ein offener Tidehafen an der Unterelbe der Freien und Hansestadt Hamburg (Eröffnung: 7. Mai 1189)
  • Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen in Deutschland und der drittgrößte in Europa (hinter Rotterdam und Antwerpen)
  • Gesamtfläche des Hamburg Hafen: 7.200 Hektar (ca. 10 Prozent der Fläche Hamburgs)
  • Gesamtumschlag im Jahr 2019: 136,6 Millionen Tonnen (davon 93,9 Millionen Tonnen Container)
  • 210 Schiffsanläufe an drei Kreuzfahrt-Terminals brachten 2019 rund 810.000 Passagiere in die Hansestadt

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Der Kapitän habe dabei möglicherweise den Wind und die Strömung der Norderelbe unterschätzt. So steuerte er auf den Chicago-Kai zu und fuhr gegen die Kaimauer. Einen technischen Defekt habe es wohl nicht gegeben.

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Für die Passagiere muss das ein gewaltiger Schock gewesen sein. Es habe „lautes Geschrei an Bord“ gegeben und es sei noch schnell ein Anker geworfen worden. Doch „dann hat es auch schon geknallt“, berichtet eine Augenzeugin dem NDR.

Am Schiffsbug und an der Kaimauer sei ein erheblicher Sachschaden entstanden. Das Schiff sei sogar so schwer beschädigt worden, dass es zunächst einmal nicht ablegen durfte. Den Urlaubsbeginn hatten sich viele Passagiere sicherlich anders vorgestellt.

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Die Deutschen lieben Kreuzfahrt-Urlaub:

  • Insgesamt unternahmen im Jahr 2018 rund 2,73 Millionen deutsche Passagiere eine Kreuzfahrt. Der Großteil davon entschied sich für eine Hochseekreuzfahrt, vor allem mit Aida und Tui („Mein Schiff“).
  • Am beliebtesten sind Kreuzfahrten mit weitem Abstand bei US-Amerikanern, gefolgt von Chinesen – dann folgen die Deutschen.
  • Über 30 Prozent der weltweiten Kreuzfahrtschiffe werden in der Karibik eingesetzt, damit ist sie vor dem Mittelmeer das beliebteste Fahrtgebiet.
  • Die beliebtesten Fahrtgebiete unter den deutschen Kreuzfahrern sind Nordeuropa und das westliche Mittelmeer.
  • Der Begriff hat seinen Ursprung in dem niederländischen Wort „kruiser“ aus dem 17. Jahrhundert, der ein kreuzendes (im Sinne von hin und her fahrend) Schiff bezeichnete.
  • Dank des Kreuzfahrt-Booms der vergangenen Jahre ist Deutschland heute ein Werftenstandort von weltweitem Rang.
  • In der öffentlichen Wahrnehmung werden aber immer auch die hohen Belastungen für Mensch und Umwelt durch Kreuzfahrtschiffe betrachtet.

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Die „Hamburg“ durfte doch noch auslaufen

Immerhin, in der Nacht habe der Schiffs-TÜV grünes Licht gegeben und die „Hamburg“ konnte auslaufen und sich auf den Weg nach Borkum machen.

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Hoffentlich verläuft der Rest der Fahrt ohne weitere Zwischenfälle und die Passagiere können ihren Urlaub nun genießen. (fk)