Hamburg: Kitas am Abgrund! Droht wochenlanger Streik? „Geht nur noch ums Überleben“

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Mit über 1,8 Mio. Einwohner ist Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Außerdem kommen rund sieben Mio. Touristen pro Jahr in die Hansestadt. Doch was macht die Stadt so beliebt und einzigartig?

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Der größte Kita-Träger in Hamburg, „Elbkinder“, streikt. Mit 189 Kindertagesstätten und über 32.000 betreuten Kindern.

Allein in Hamburg legten rund 25.000 Mitarbeiter in Kitas und anderen sozialen Diensten diese Woche ihre Arbeit nieder. Alles vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Tarifverhandlungen. Der Druck ist hoch – und er wird noch größer.

MOIN.DE war beim Streik am Besenbinderhof und vor dem Rathaus in Hamburg dabei!

Hamburg: Die Lage spitzt sich zu

Unter dem Motto „Mehr braucht mehr“ streiken am 4. Mai rund 2.000 Beschäftigte in der Hansestadt. Die Mitarbeiter kritisieren, dass sie wenig Zeit für Aufgaben haben. Dazu komme fehlende finanzielle Anerkennung für anfallende Mehrarbeiten. Es fehlt an Fachkräften. Gleichzeitig kommen immer mehr Kinder in die Kitas. Diese Belastung führt wiederum zu Ausfällen – bis zu Burn-Outs und Langzeiterkrankte. Ein Teufelskreis!

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Alle Altersgruppen sind betroffen. „Es geht teilweise nur noch ums Überleben der Kinder und dass sich niemand verletzt“, erzählt eine Beschäftigte der „Elbkinder“-Kitas in Hamburg gegenüber MOIN.DE. Derzeit hängen einige Einrichtungen am seidenen Faden, sogar Schließungen sind möglich.

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Die Mitarbeiterin erzählt: „Wir müssen öfter für ausgefallene Kollegen einspringen, als uns lieb ist.“ Normalerweise würden die Kinder auf die Betreuer verteilt werden. Die Frau sagte weiter, der Schlüssel erfolge so, dass nicht nur ein „durch den Tag bringen“ möglich sei. Besonders an Einrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern aus sozial schwächeren Verhältnissen ist die Lage entsprechend schlimmer.

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Hamburg: Massage statt Bildung

Zwei Gesprächsrunden ergaben nicht mal Ansätze für Kompromisse – was vereinzelt von Trägern angeboten wurde, halten Beschäftigte für „lachhaft“. Ein Mitarbeiter zu MOIN.de: „Der Träger 'Die Elbkinder' hat uns als Entgegenkommen Massagen in der Mittagspause angeboten.“ Christopher Beste, Sozialpädagogischer Assistent in einer der „Elbkinder“-Kitas, empfindet das Angebot als „lächerlich“. „Es ist nicht umsetzbar und der Stress der Arbeit fällt von einer Massage sowieso nicht weg.“

„Ein Schlag ins Gesicht“, findet Markus Hald, Erzieher in der „Elbkinder“-Kita Hermannstal. Die Frustration ist spürbar. „Ich habe mal meinen Job geliebt“, erzählt er.

Hamburg: Viele Eltern unterstützen Demos

Eltern seien oft wütend wegen der Streiks. Einigen sei nicht bewusst, was die Verbesserung der Arbeitsbedingungen perspektivisch bringen würde. Glücklicherweise steht der Großteil der Eltern hinter dem Vorhaben der Erzieher, meint Christopher Beste.

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Viele würden sich sogar den Demonstrationen anschließen. Eine Mutter ist samt ihrer zwei Kinder beim Streik dabei: „Es muss unbedingt was passieren. Meine Kinder stehen an erster Stelle. Sie sollen das bekommen, was sie in ihrer Kita auch könnten.“

Ab dem 16. Mai gehen die Verhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) in Potsdam weiter. Bis dahin ist die VKA dazu aufgefordert, einen konstruktiven Lösungsvorschlag zu erarbeiten, auf dessen Grundlage ein Kompromiss möglich wäre. „Bisher gibt es noch gar kein Angebot“, erzählt eine Mitarbeiterin von Verdi. „Wir stehen jetzt vor der dritten Verhandlungsrunde und jetzt ist es wirklich wichtig, dass die Arbeitgeberseite ein Angebot vorlegt.“

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„Alle laufen schon auf dem Zahnfleisch und das schon seit vielen, vielen Monaten. Auch schon vor der Pandemie“, gibt sie zu Wort. Was bei den Verhandlungen herauskommt, wird sich zeigen. Eins ist aber sicher: Noch eine Nullrunde werden Gewerkschaft und Beschäftigte sicher nicht auf sich sitzen lassen.

Es könnte darauf hinauslaufen, dass Erzieher beim nächsten Mal gleich mehrere Wochen streiken...