Hamburg: Olivia Jones macht eindeutigen Vorschlag nach UEFA-Entscheidung: „Zeigt Größe und zivilen UnGAYhorsam“

Bea Swietczak
Hamburg: Olivia Jones findet klare Wort in Richtung München.
Hamburg: Olivia Jones findet klare Wort in Richtung München.
Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt / Sven Simon

Die UEFA und das EM-Organisationskomitee haben entschieden, dass die Allianz-Arena, Heimat des FC Bayern München, beim morgigen Spiel Deutschland gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben leuchten darf. Dafür gibt es viel Kritik, auch aus Hamburg.

Obwohl der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sich sehr für die Regenbogen-Darstellung eingesetzt hatte, wurde sein Vorstoß zurückgewiesen. Das bringt in Hamburg eine Dame ganz schön auf die Palme: Olivia Jones (51), eine glühende Verfechterin dieses Themas.

Aufruf zum „UnGayhorsam“ in Hamburg:

Die Kiez-Größe von der Reeperbahn hat kurzerhand eine Online-Petition gestartet und sorgt damit auf Instagram und Co. für ordentlich Radau. Sie ruft zum zivilen „UnGAYhorsam“ auf und fordert, Conchita Wurst als Sängerin für die Nationalhymne einzusetzen.

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Olivia Jones’ Begründung: „Dass das Bayern Stadion nun doch nicht in Regenbogenfarben leuchten darf, ist traurig. Ihr nennt das Politik. Wir als Olivia-Jones-Familie finden, wenn man ein europaweites Zeichen der Solidarität, für Toleranz und gegen Ausgrenzung setzt, ist das keine Politik, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit im 21. Jahrhundert. Und ein Symbol für ein zivilisiertes und friedliches Miteinander intelligenter und vernunftbegabter Menschen.“

Des Weiteren fordert sie: „Wir geben nicht auf. Lasst Conchita Wurst oder einen anderen bekennenden Homosexuellen oder eine Homosexuelle morgen die deutsche Nationalhymne im Stadion singen. Damit den Ewiggestrigen dieser Welt ordentlich die Augen und Ohren klingeln. Einigkeit und Recht und Freiheit für alle!“

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Das ist Olivia Jones:

  • Olivia Jones wurde am 21. November 1969 als Oliver Knöbel in Springe geboren
  • Schon in der Schulzeit hatte Olivia Jones erste Travestie-Auftritte und wollte unbedingt ins Show-Geschäft
  • 1997 feierte Olivia Jones den internationaler Durchbruch: Sie setzte sich in Miami als offizielle „Miss Drag Queen Of The World“ gegen zahlreiche Mitbewerberinnen aus aller Welt durch
  • Olivia Jones ist heute Promi-Gastronomin, Touristik-Unternehmerin, Society-Reporterin (u.a. „Christopher Street Day“) sowie St. Pauli „Fremdenführerin“ – und natürlich Drag Queen
  • Im Sommer 2019 eröffnete Olivia Jones in St. Pauli ihr jüngstes Lokal: Die wohl erste Porno-Karaoke-Bar Deutschlands

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Hamburg: Olivia Jones feiert Manuel Neuer

Für die Leute an den „Stadion-Lichtschaltern“, den DFB und den FC Bayern München hat Olivia auch eine Botschaft: „Zeigt Größe und zivilen Ungehorsam. Setzt Euch über die UEFA-Entscheidung hinweg. Dies ist ein historischer Moment. Habt den Mut, Geschichte zu schreiben.“

Selbst die Allianz bekommt (etwas augenzwinkernd) ihr Fett weg: „Wir fänden es großartig, wenn Ihr Euch bereit erklärtet, die zu erwartende Strafe einfach als Werbungskosten zu übernehmen. Das wäre dann Werbung für eine gute Sache.“

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Aber an einem lässt Hamburgs Aushängeschild doch noch ein gutes Haar: Kapitän und Torwart Manuel Neuer. Der will bei dem Spiel erneut eine Regenbogen-Binde am Arm tragen. Ihn lobt Olivia Jones über den grünen Klee und nennt ihn „Kapitän der Herzen“. „Wir sind stolz auf Dich“, bedankt sie sich bei dem Keeper. „Wir würden uns noch viel mehr solcher Zeichen wünschen!“