Hamburg: Obdachloser stirbt auf der Reeperbahn – es hätte verhindert werden können! „Macht wütend und traurig“

Auf der Reeperbahn in Hamburg ist am Samstagabend ein Obdachloser ums Leben gekommen (Symbolbild).
Auf der Reeperbahn in Hamburg ist am Samstagabend ein Obdachloser ums Leben gekommen (Symbolbild).
Foto: IMAGO / snapshot & imago images/Jürgen Ritter

Es ist eine Tragödie, die sich auf der Reeperbahn in Hamburg zugetragen hat. Während Touristen gut gelaunt auf der „sündigsten Meile der Welt“ unterwegs sind, in die Lokale und Geschäfte gehen, stirbt nur unweit davon ein Mann.

„Nennen wir ihn M., 52 Jahre alt, gezeichnet vom Leben auf der Straße“, schreibt der Verein „Leben im Abseits“ auf Facebook. Die Geschichte aus Hamburg sorgt für Bestürzung.

Hamburg: Mann schläft ein und wacht nicht mehr auf

Er sei einfach eingeschlafen, „auf seiner ‚Platte‘ vor einem Restaurant“, heißt es in dem Beitrag. Seine „Platten-Kollegen“ seien fassungslos. „Eben hat er doch noch nach Feuer gefragt, wie kann er auf einmal einschlafen?“, habe man sich gefragt.

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Der Vorfall sorge für „Ungläubigkeit und endlose Trauer“ bei seinen Freunden und dem Verein „Leben im Abseits“. Und auch bei allen anderen Menschen, die von dem Schicksal des Mannes lesen.

Große Bestürzung über Vorfall in Hamburg

„Ruhe in Frieden, du Mensch. Mein Beileid allen Freunden und Freundinnen“, heißt es in den Kommentaren. „Oh, wie furchtbar traurig! Und unfassbar, aber tragische Realität. Ich weiß nichts weiter in Worte zu fassen“, kommentiert eine Frau. Eine andere macht es „traurig und wütend. In einem Land, ‚in dem wir gut und gerne leben‘– das ist an Zynismus nicht zu überbieten. R.I.P.“

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Auch der Verein thematisiert in seinem Beitrag: „Mitten unter uns in dieser reichen Stadt müssen Menschen, die ‚vom Weg abgekommen‘ sind, auf der Straße leben. Schutzlos und würdelos.“ Sie würden einfach leise auf der Straße sterben.

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Das muss nicht sein und könnte verhindert werden. „Leben im Abseits“ hat deswegen eine klare Forderung: „Eine Änderung in der Wohnungslosenpolitik ist mehr als erforderlich.“ Denn niemand sei freiwillig obdachlos. Und niemand sollte auf der Straße leben – und dann sterben – müssen.

Rund 2.000 Menschen in Hamburg obdachlos

Das Thema Obdachlosigkeit ist in Hamburg allgegenwärtig. Laut einer im März 2018 durchgeführten Studie waren damals mindestens 1.910 Menschen in der Hansestadt obdachlos.

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Vor allem im Winter, wenn die Temperaturen unter Null sinken, sorgt das Thema Obdachlosigkeit für traurige Vorfälle und Diskussionen. In der Pandemie standen die Massenunterkünfte des Winternotprogramms in der Kritik und eine Hotelunterbringung wurde gefordert (>> hier mehr dazu).

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Daten und Fakten zur Reeperbahn:

  • Die Reeperbahn verläuft vom Millerntor in Richtung Westen bis zum Nobistor und ist 930 Meter lang
  • Die Reeperbahn erhielt ihren Namen von Taumachern und Seilern, den so genannten Reepschlägern, die für die Herstellung von Schiffstauen verantwortlich waren
  • Heute reihen sich zahlreiche Diskotheken, Bars, Strip-Clubs, Theater und Hotels auf der Reeperbahn aneinander
  • Auch bekannt als Hamburger Kiez ist die Reeperbahn die Anlaufstelle, wenn es um Vergnügung und Partyspaß geht
  • Weltweit ist die Reeperbahn auch als das Rotlichtviertel schlechthin bekannt und wird daher als „die sündigste Meile der Welt“ bezeichnet
  • Im Sommer zieht die Reeperbahn bis zu 50.000 Besucher am Wochenende an
  • Insgesamt besuchen rund 30 Millionen Menschen pro Jahr die Reeperbahn und ihre Seitenstraßen

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Bekämpfung von Obdachlosigkeit nicht nur in Hamburg ein Thema

Im November vergangenen Jahres hat sich auch die Europäische Union dem Thema angenommen. Das Ziel: Bis 2030 soll Obdachlosigkeit in Europa beendet werden.

„Obdachlosigkeit ist viel mehr als Menschen auf der Straße und oft betrifft es ganze Familien. Wir müssen dafür sorgen, dass sie ein Dach über dem Kopf bekommen – und eine echte Perspektive für ein menschenwürdiges Leben in der Mitte unserer Gesellschaft", sagte Nicolas Schmit, EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte.

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Damit sollen dann Schicksale wie das von „M“ hier in Hamburg verhindert werden. (mk)