Hamburg: „Katastrophale“ Zustände im Tierheim – jetzt soll endlich etwas passieren

Illegaler Welpenhandel, Corona-Tiere und vor allem das Gebäude machen dem Tierheim Hamburg zu schaffen.
Illegaler Welpenhandel, Corona-Tiere und vor allem das Gebäude machen dem Tierheim Hamburg zu schaffen.
Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt

„Katastrophal“ – so beschreibt der Hamburger Tierschutzverein (HTV) die Lage im Tierheim Süderstraße in Hamburg. Einsturzgefährdete und marode Gebäude erschweren den Tierrettern vor Ort die Arbeit.

Zu viele Tiere und zu wenig Platz: das Problem ist seit einiger Zeit bekannt. Für ein moderneres Gebäude will die Stadt Hamburg jetzt eine Nebenfläche zur Verfügung stellen. Doch dem, HTV reicht das nicht aus.

Hamburg: Kein Zeitplan für das Tierheim

Wie die 2. Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins Gabriele Waniorek-Goerke kritisiert, sei der von der Stadt vorgeschlagene Platz zu klein. Zudem dürfe dort noch gar nicht gebaut werden. Die Vorsitzende befürchtet daher, dass mehrere Jahre vergehen könnten, bis das Baurecht geändert wird. „Wir haben keine Zeit, die Stadt scheint unendlich viel Zeit zu haben“, heißt es.

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Das Bauplanungsrecht müsse zunächst durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte geschaffen werden. Der Vorsitzende der Grünen Bezirksfraktion Hamburg-Mitte, Manuel Muja, fordert: „Nun muss das Baurecht entsprechend schnell geändert werden.“

Ein Zeitplan kann laut Behörde aber erst entwickelt werden, wenn Planungen und Maßnahmen ausreichend konkretisiert seien.

Der Fachsprecher Tierschutz der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Sandro Kappe, begrüßt, dass SPD und Grüne die Forderung nach Wachstumsmöglichkeiten für das Tierheim nun umsetzen wollen. „Aber ansonsten bleibt bisher leider vieles offen“, kritisiert der Abgeordnete. Es gebe keinen konkreten Zeitplan. Hamburg brauche endlich ein modernes und leistungsfähiges Tierheim.

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Tierheim Hamburg fordert gesamtes Grundstück

Auch der Tierschutzverein sieht das so: „Wir haben viel zu wenig Platz. In modernen Tierheimen sieht es ganz anders aus“, sagt Waniorek-Goerke. Deshalb wolle man schnell neue Gebäude errichten. Die Finanzierung sei nicht das Hauptproblem. Es gebe sicherlich viele Hamburger, die dafür spenden würden.

Dem HTV geht das Angebot der Stadt von 2.600 Quadratmetern nicht weit genug. Er möchte die gesamte östliche gelegene Nachbarfläche von 13.000 Quadratmetern überlassen bekommen. Der Hundesportverein, der das Grundstück gepachtet habe, solle sich einem anderen Verein anschließen, meint Waniorek-Goerke.

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Daten und Fakten zum Hamburger Tierschutzverein:

  • Vollständiger Name: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV)
  • Sitz in der Süderstraße 399 im Hamburger Stadtteil Hamm
  • Zentrale Aufgabe ist der Betrieb des dortigen Tierheims
  • Der Verein hat über 5.000 Mitglieder und rund 90 Mitarbeiter im Tierheim
  • Jährlich werden bis zu 10.000 Tiere aufgenommen
  • Die jährlichen Kosten für das Tierheim belaufen sich auf fünf Millionen Euro
  • Die Hälfte der Summe wird durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Erbschaften aufgebracht

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Hamburg: Katzen- und Hundehaus in Gefahr

Senatorin Anna Gallina (Grüne) sagt dazu: „Wir haben alle Beteiligten an einem Runden Tisch zusammengebracht. Mittlerweile sind wir einen großen Schritt weiter und haben Erweiterungsmöglichkeiten gefunden, obwohl Flächen in Hamburg bekanntermaßen knapp sind.“

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Das Tierheim wurde nach Worten der 2. Vorsitzenden einst auf einer ehemaligen Mülldeponie errichtet. Wegen Bodensetzungen sei das Katzenhaus samt OP-Bereich und Quarantäne-Station akut einsturzgefährdet und habe geschlossen werden müssen, erzählt Waniorek-Goerke.

Die Zwischenlösung: „Unsere vier Tierärzte arbeiten in der Hausmeisterwohnung.“ Sie befürchte, dass auch das Hundehaus bald schließen müsse. „Wir müssen der Stadt demnächst in Verhandlungen klar machen, dass wir in dem bisherigen Umfang nicht mehr garantieren können, Tiere aufzunehmen.“

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Die Zustände im Tierheim bleiben also weiterhin ein offenes Thema in Hamburg. Sofern es keine finale Lösung gibt, müssen die Tiere leider weiter unter den Umständen leiden. (dpa/mae)