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Hamburg: Model Tatjana Patitz ist tot – diesen magischen Moment vergisst keiner mehr

Viele Menschen, vor allem Prominente, gedenken an das verstorbene Model aus Hamburg, Tatjana Patitz. Ein Moment bleibt besonders in Erinnerung.

© IMAGO / POP-EYE

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Seit dem berühmten 90er Musik-Video zu „Freedom!“ von George Michael kannte Tatjana Patitz wohl jeder. Darin war die gebürtige Hamburgerin neben anderen Supermodels wie Naomi Campbell, Cindy Crawford, Linda Evangelista und Christy Turlington zu sehen. Sie wurde selbst zum großen Star und arbeitete fortan nur noch mit Top-Fotografen wie Herb Ritts, Bruce Weber, Richard Avedon, Annie Leibovitz oder Peter Lindbergh, den sie mal als ihren Lieblingsfotografen bezeichnete.

Am Morgen des 11. Januar starb das Model im Alter von nur 56 Jahren an Brustkrebs in Santa Barbara in Kalifornien. Dort hatte es nach mehreren Umzügen von Deutschland, über Frankreich und Amerika zuletzt mit seinem einzigen Kind, Sohn Jonah (19), gelebt. Die Nachricht über Tatjana Patitz’ Tod erschüttert nicht nur die Modewelt. Denn sie war überall sehr angesehen und beliebt und vor allem skandalfrei.

Hamburg: Modelagentur-Chef schwärmt von Patitz

Einer, der Tatjana Patitz seit 30 Jahren sehr gut kannte, ist der Hamburger Modelagentur-Chef Ted Linow von „Mega Models“. Bei ihm und seinem Partner Wolfhard Münter war sie viele Jahre unter Vertrag.

„Tatjana war eine außergewöhnliche Person“, erzählt Ted Linow. „Ich habe über die Jahre schon mit zig Supermodels gearbeitet. Aber keine war wie sie. Nämlich bodenständig, ohne Allüren, kumpelhaft und vor allem sehr ehrlich uns gegenüber als Agentur. Deshalb haben wir uns auch oft mit ihr privat getroffen, wenn sie ihre Heimatstadt besuchte.“

Hamburg: Immer voll positiver Ausstrahlung

Dann ging es meistens zum Essen ins „Fischereihafen Restaurant“. Dort traf sie sich auch gern mit einem anderen Ur-Hamburger, nämlich dem Modezar Karl Lagerfeld. Zuletzt war das Model im Herbst in Hamburg. In Blankenese hatte sie ein Fotoshooting für eine Bio-Kosmetik-Firma. An diesem Tag ging es sehr turbulent zu. Verabredungen mussten verschoben und Termine eingehalten werden. Mit der Hotelbuchung lief irgendetwas schief. Das sind so Tage, an denen andere Models abends völlig erledigt sind und oft schlechte Laune haben. Nicht so Tatjana Patitz, deren Markenzeichen der besondere Ausdruck ihrer Augen war.

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„Tatjana war gut drauf wie immer“, erinnert sich Linows Kompagnon Wolfhard Münter. „Sie war fröhlich und entspannt. Nie im Leben wäre ich darauf gekommen, dass sie so schwer erkrankt war. Sie hat sich überhaupt nichts anmerken lassen.“

Und Ted Linow fügt hinzu: „Ein ganz spezieller Mensch. Manchmal hatte sie ungewöhnliche Formulierungen. Einen Satz werde ich nie vergessen. Ein People-Magazin hatte sie vor vielen Jahren um ein Statement zu Seal gebeten, als sich Heidi Klum von dem Sänger getrennt hatte. Denn Tatjana war ja auch mal mit ihm liiert. Da sagte sie: Seal hatte soviel Wut in seinen Schuhen. Wer sagt denn sowas?“

Hamburg: Alles für die Familie

Außerdem nahm sie ihren Beruf zwar sehr ernst, aber auch ebenso gelassen. „Als sie von New York, einer der Modehauptstädte, nach Malibu umziehen wollte, habe ich zu ihr gesagt: Was willst du denn da? Dann müssen ja die Fotografen extra nach Malibu kommen“, erinnert sich Ted Linow. „Da meinte Tatjana: Dann kommen sie eben nach Malibu. Und sie haben es alle gemacht.“

Das Wichtigste in ihrem Leben war ihr Sohn. Für ihn hat sie alles getan. Gab es ein Problem, hat sie für ihn auch mal Jobs abgesagt, was ich von anderen Models nicht behaupten könnte. Oder wenn eines ihrer Tiere krank war, dann hat sie auf die lukrativsten Shootings verzichtet. Da konnte ich mit Geldscheinen soviel winken, wie ich wollte, das hat sie überhaupt nicht interessiert.“

Tiere waren ihr fast genauso wichtig wie ihr Sohn. Sie setzte sich für Wildpferde, Delphine und Wale sowie die Tierschutz-Organisation „Peta“ ein. Ihre eigenen Pferde und Hunde betrachtete sie als Familienmitglieder. Wenn jemand nicht gut mit Tieren konnte, dann fand sie zu demjenigen auch keinen richtigen Draht.


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Hamburg: Model war Tierfreund

Einmal war ein TV-Team aus Hamburg bei ihr in Malibu zu Besuch, um einen Beitrag über sie und ihre Tiere zu drehen. Ihr Haus war im mexikanischen Baustil mit Naturmaterialien und in Erdfarben erbaut. Das Model lebte zu der Zeit mit vier Hunden, einem Papagei, einigen Hühnern und zwei Pferden auf dem Grundstück.

Als das Kamerateam das Equipment mit den vielen Kabeln und Scheinwerfern aufbaute, wurden die Hunde ganz nervös und rannten hin und her. Währenddessen machte ein Stylist Tatjana im ersten Stock zurecht. Der Kameramann war schon in Sorge, ob das Drehen mit den unruhigen Tieren klappt. Aber dann kam Tatjana die Treppe herunter und setzte sich aufs Sofa. Die vier aufgedrehten Hunde gesellten sich zu ihr und wurden sofort ganz sanft und ruhig, ohne, dass sie ein Wort sprach. Ein magischer Moment.