„Hartes Deutschland“ aus Hamburg: Abgestürzter 18-Jähriger lebt auf der Straße – wo er schläft, ist erschütternd

Blick auf den Hauptbahnhof in Hamburg. Er und sein Umfeld sind Anziehungspunkt für viele Wohnungslose (Symbolfoto).
Blick auf den Hauptbahnhof in Hamburg. Er und sein Umfeld sind Anziehungspunkt für viele Wohnungslose (Symbolfoto).
Foto: IMAGO / imagebroker / Jürgen Ritter

Drei Grad. So kalt war es in der Nacht zu Mittwoch in Hamburg. Eine Qual für diejenigen Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben. Einige davon zeigte kürzlich die Dokumentation „Hartes Deutschland – Leben im Brennpunkt“ von „Spiegel TV“. Zwar gibt es im Winter mehrere Notprogramme in der Stadt, doch nicht jeder Wohnungslose fühlt sich dort wohl oder hat andere Probleme mit den Einrichtungen.

Hartes Deutschland – Leben im Brennpunkt“ zeigte jetzt einen besonders brisanten Fall aus Hamburg. Dass es in der Stadt und dabei vor allem in der Innenstadt an Orten wie dem Hauptbahnhof, dem Steindamm oder dem Drop Inn viele Wohnungslose und auch Menschen mit Suchtproblemen gibt, ist kein Geheimnis.

„Hartes Deutschland“ aus Hamburg: Beschaffen, konsumieren

Dass allerdings auch gerade mal 18-Jährige dort einen täglichen Kampf führen, ist eher wenigen bekannt. Wer Kjell auf der Straße sieht, könnte auch glauben, er komme gerade von der Schule.

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Doch dorthin geht der 18-Jährige nicht. Er hat keinen Abschluss und sein Tagesablauf sieht gänzlich anders aus: Beschaffen, konsumieren, beschaffen, konsumieren. Heißt übersetzt: Geld machen, Drogen nehmen, Geld machen, Drogen nehmen. Er ist abhängig von Heroin und Kokain.

„Ich mache nichts anderes, ich kann keine Minute sitzen“, sagt Kjell in der „Spiegel TV“-Dokumentation. Manchmal haut er Stoff für 300 bis 400 Euro am Tag in sich rein. Oder sogar mehr. Seine Eltern leben mittlerweile in Norwegen, sagt er. Kontakt zu ihnen hat der 18-Jährige nicht.

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Kjell ist in seinem jungen Alter schon tief abgestürzt. Besonders schockierend wird es in der Dokumentation, als er dem TV-Team im Frühjahr dieses Jahres zeigt, wo er schläft: Wochenlang übernachtet er im Treppenhaus eines Parkhauses in der Nähe des Hauptbahnhofes. Neben einem Fahrstuhl hockt er sich dort auf den Boden.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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„Hartes Deutschland“ aus Hamburg:

„Es ist kalt, ich erfriere fast jede Nacht“, sagt Kjell. Er besitzt nur eine Jacke und einen Pullover. Mit der Jacke deckt er sich zu. Als er mal eine Jogginghose geschenkt bekam, habe er diese verbrannt, um nicht zu erfrieren.

Im letzten Winter schlief der Hamburger in einer Einrichtung des Notprogrammes, wie er erzählt. Dann gab es dort einen Corona-Ausbruch, während Kjell im Krankenhaus wegen eines Abzesses war. Als er dann zurück zur Einrichtung kam, habe man ihn wegen des Ausbruches nicht wieder reingelassen. So sei er wieder auf der Straße gelandet.

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Bleibt zu hoffen, dass der junge Mann, der den Großteil seines Lebens noch vor sich hat, in diesem Winter den Weg zurück in eines der Notprogramme geschafft hat und mit Hilfe auch seine Suchtprobleme in den Griff bekommt. Besonders vom Heroin wegzukommen, ist alles andere als einfach. Der Entzug verlangt dem Körper sehr viel ab und die Rückfallquote unter den Suchtkranken ist extrem hoch.

Die ganze Folge kannst >>> hier bei TVNow sehen. (rg)