Jan Fedder: Hitzige Diskussion um diese Aktion für ihn! Macht die Stadt Hamburg einen Fehler?

Die Stadt Hamburg will Jan Fedder auf besondere Weise ehren. Doch das gefällt nicht jedem.
Die Stadt Hamburg will Jan Fedder auf besondere Weise ehren. Doch das gefällt nicht jedem.
Foto: imago images/Sven Simon

In seiner Heimatstadt Hamburg soll Jan Fedder eine große Ehre zuteil werden. Die berühmte Flaniermeile am Hafen zwischen der Niederbaumbrücke und den Landungsbrücken soll nach dem verstorbenen Schauspieler benannt werden. Sie soll künftig Jan-Fedder-Promenade heißen (MOIN.DE berichtete).

Die Idee dazu hatte die Witwe von Jan Fedder, Marion Fedder. Und sie erhält viel Unterstützung. Sowohl Innensenator Andy Grote als auch Kultursenator Carsten Brosda sprechen sich dafür aus. Auch in der Bevölkerung kommt die Idee in weiten Teilen sehr gut an. Doch nicht alle sind begeistert.

Jan Fedder: Manchen ist der Kult zu viel

Grote hält den Vorschlag für „sehr geeignet“. Brosda hält ihn für „bestens geeignet“. Kaum einer habe die Hamburger Seele so gut verkörpert, wenn nicht gar gelebt, wie Jan Fedder, lässt sich der Kultursenator in einer Mitteilung des Senats zitieren. „Ehrlich, kantig und mit einem großen Herz, das keinen Unterschied macht zwischen großen Haien und kleinen Fischen.“

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Aber es gibt auch kritische Stimmen. In den sozialen Medien war zu lesen, dass manche die Idee „übertrieben und unnötig“ finden. Anderen ist der Kult um den Schauspieler, der am 30. Dezember 2019 in Hamburg verstorben ist, zu viel. Ein paar Leute schlagen vor, dass die Promenade stattdessen nach einem Alltagshelden wie etwa einer Krankenschwester benannt werden sollte (MOIN.DE berichtete). Macht die Stadt einen Fehler?

Wohl kaum. Zum einen überwiegen positive Kommentare deutlich. Zum anderen ist das Vorhaben auch bei den politischen Vertretern abgestützt, die nah dran sind im Bezirk. Ein Vorschlag für einen Straßennamen muss zunächst in die Bezirksversammlung eingebracht werden. Es folgt ein Antrag beim Staatsarchiv, das diesen prüft und ihn dann der zuständigen Senatskommission zum Beschluss vorlegt.

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Das letzte Worte hat damit der Senat (die Senatskommission für die Benennung von Verkehrsflächen). In der Regel geschieht eine Benennung von Straßen und Plätzen auf Vorschlag von Bürgerinnen und Bürgern, aus der Politik oder vom Bezirk. Hört man sich in den Fraktionen des Bezirks Mitte um, hört man nur eine Antwort.

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Im Bezirk Hamburg-Mitte kommt die Idee gut an

Diese Antwort ist ein klares Ja zur Jan-Fedder-Promenade. Bereits am 9. Januar 2020, eine gute Woche nach dem Tod von Jan Fedder, hatte die Koalition aus SPD, CDU und FDP im Bezirk Hamburg-Mitte einen Antrag zur Benennung eines geeigneten Platzes nach Jan Fedder eingereicht.

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Sabrina Hirche von der SPD-Fraktion in Mitte, selbst Fan des verstorbenen Schauspielers, hat nun auch den nächsten Antrag für den Hauptausschuss geschrieben, der Anfang Februar zusammenkommt.

„Gerade wegen des Umstandes, dass Jan Fedders Eltern eine Gastronomie eben an der Stelle am Hafen hatten, kann ich mir keinen besseren Platz vorstellen, als diesen Teil der Promenade nach unserem beliebten Volksschauspieler und Hamburger Jung zu benennen“, so Hirche.

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Das war Jan Fedder:

  • Jan Fedder wurde am 14. Januar 1955 geboren.
  • Er wuchs in St. Pauli auf. Seine Eltern betrieben das Lokal „Zur Überseebrücke“, das direkt im Hamburger Hafen lag.
  • Schon mit 13 Jahren stand Jan Fedder zum ersten Mal vor der Kamera.
  • Immer wieder hat Jan Fedder norddeutsche Charaktere verkörpert. Berühmtheit erlangte er durch die Rolle des Revierleiters Dirk Matthies im „Großstadtrevier“. Fast 30 Jahre lange war er Teil der Serie.
  • Im Jahr 2000 heiratete er seine Frau Marion.
  • Neben seiner Wohnung in Hamburg, die er bis zuletzt als „Junggesellenbude“ bezeichnete, besaß der Schauspieler auch ein Anwesen in Ecklak in Schleswig-Holstein.
  • 2012 wurde bei ihm die Vorstufe eines Mundhöhlenkarzinoms festgestellt. Den Krebs hat er besiegt, gestorben ist er laut Marion Fedder „am plötzlichen Herztod“ in seiner Wohnung in Hamburg.

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Jimmy Blum, Mitglied der FDP-Bezirksfraktion, wird in der Mitteilung zitiert: „Jan Fedder gehört zu Hamburg wie die Elbe. Seine Darstellung des scheiternden Tauchers im Hafenbecken in ,Der Mann im Strom' von Siegfried Lenz war herausragend. Die Elbpromenade ist ein würdiger Standort um Jan Fedder zu gedenken.“

Auch Theresa Jakob, Linken-Abgeordnete im Bezirk Mitte, findet es richtig, einen Platz nach Jan Fedder zu benennen. Auch sie hat schon früh die Idee eingebracht, eine Fläche nach dem beliebten Schauspieler zu benennen.

Noch passender als den Abschnitt am Hafen hätte sie jedoch die Fläche vor der Davidwache gefunden. Mit seiner Rolle als Polizist im würden ihn schließlich die meisten Menschen verbinden.

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Nun geht der Vorschlag durch die politischen Mühlen. Doch die Motivation ist groß, das schnell über die Bühne zu bringen. Allerdings gibt es dabei eine Frist: Benennungen nach Verstorbenen sollen in der Regel frühestens zwei Jahre nach dem Tode vorgenommen werden.

„Wenn alle mitmachen könnte die formale Benennung unmittelbar zum zweiten Todestag von Jan Fedder und damit zum frühestmöglichen Zeitpunkt vorgenommen werden“, wird Kultursenator Carsten Brosda in der Mitteilung des Senats zitiert.

Hamburg: Der Vorschlag muss in die Bezirksversammlung

Womöglich geht es sogar noch schneller. Diese Option bringt die Koalition aus dem Bezirk Mitte ins Spiel. Die Benennung einer Straße oder eine Platzes sei in Hamburg auch schon vor Ablauf der Zwei-Jahres-Frist vorgekommen, heißt es in der Mitteilung.

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Die Fraktionen führen das Beispiel Heidi Kabel und der damaligen Benennung des Heidi-Kabel-Platzes am Hauptbahnhof vor dem Ohnsorg Theater an.

Es passt gut, dass der Senat ausgerechnet bei Heidi Kabel eine Ausnahme machte. Sie war die große Volksschauspielerin aus Hamburg – Jan Fedder der große Volksschauspieler aus Hamburg. (kbm)