Judith Rakers konfrontiert Jan Josef Liefers – der wehrt sich! „Trauer und Leid“

Judith Rakers hat Jan Josef Liefers über die „Alles dicht machen“-Kampagne ausgefragt.
Judith Rakers hat Jan Josef Liefers über die „Alles dicht machen“-Kampagne ausgefragt.
Foto: imago images/Stefan Schmidbauer & imago images/Future Image

Nach der Kampagne „alles dicht machen“, an der auch „Tatort“-Star Jan Josef Liefers beteiligt war, kam es zu einem regelrechten Skandal in Deutschland (MOIN.DE berichtete). Es folgte viel Kritik und einige Künstler, die selbst ein Video für die Aktion hochgeladen hatten, löschten dieses wieder. Nun ergriff Judith Rakers bei der Talkshow „3nach9“ die Chance und stellte Jan Josef Liefers zur Rede.

Dabei fand dieser nicht nur klare Worte gegenüber Judith Rakers, sondern konfrontierte auch Armin Laschet mit der aktuellen Situation.

Judith Rakers stellt Jan Josef Liefers zur Rede

Der CDU-Kanzlerkandidat war nämlich auch zu Gast bei „3nach9“ und wurde nicht nur von dem per Video zugeschalteten „Tatort“-Schauspieler indirekt kritisiert, sondern auch von Moderator Giovanni di Lorenzo mit Fragen durchlöchert (>>> Hier kannst du lesen, wie Laschet darauf reagierte).

Aber zunächst zu Jan Josef Liefers selbst. Aufgrund der aktuellen Kritik gegenüber der Aktion „alles dicht machen“, wurde er bei der beliebten Gesprächsrunde live zugeschaltet, um Stellung zu nehmen.

Gleich darauf wurde er von Moderatorin Judith Rakers dazu aufgefordert sich zu den Geschehnissen zu äußern: „Hätten sie damit gerechnet, dass es so viel Kritik gibt, dass einige Künstler wieder zurück rudern?“, fragt Rakers bei „3nach9“

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Das ist „3nach9“:

  • Die Sendung wird im Auftrag von Radio Bremen produziert
  • Sie läuft alle vier Wochen freitags von 22.00 bis 0.00 Uhr bei Radio Bremen TV
  • Das NDR Fernsehen, der HR und der RBB übertragen die Sendung ebenfalls
  • „3nach9“ wird seit 1989 von Giovanni di Lorenzo moderiert, seit 3. September 2010 gemeinsam mit Judith Rakers

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Liefers gibt zu, dass er nie mit einem derart hohen Gegenwind gerechnet hätte, da er ja nur einen „ironischen und corona-konformen Protest“ geplant habe.

Weiterhin distanziert er sich von den rechtspopulistischen Vorwürfen. Es sei nie das Ziel gewesen, „rechte Schwurbler und Wirrköpfe zu munitionieren.“ Trotzdem sei das Thema sehr wichtig für ihn gewesen: „Bei allen liegen die Nerven blank inzwischen, und ich gebe zu: auch bei mir.“

Und dann richtet sich der „Tatort“-Star auch direkt an den aktuellen Kanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet. Nach dem Kommentar „Mir fehlt im Moment die Transparenz“, kritisiert Liefers auch die aktuelle Strategie der Politik, immer neue Formen des Lockdowns zu verhängen.

Judith Rakers erteilt Armin Laschet das Wort

„Es gibt nicht nur auf der Seite der Erkrankten Trauer und Leid, sondern auch auf der Seite derer, die unter diesen Maßnahmen womöglich anfangen zu leiden“, stellt Leifers weiter fest.

Anschließend gibt Rakers das Wort an Laschet ab, damit dieser auch die Chance hat, sich zu positionieren. „Ich glaube, dass es berechtigt ist, auch die anderen Opfer der Pandemie einmal zu nennen“, pflichtet Laschet dem Schauspieler bei.

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Doch obwohl der CDU-Politiker einräumt, dass es nicht richtig sei, dass man bei derartigen Aktionen gleich von einer rechten Gesinnung spricht – „Von diesen 50 ist keiner AfD, ist keiner rechts“ – vertrete er die dargestellte Meinung nicht.

Trotzdem betont Laschet weiter: „In Krisensituationen ist auch die Minderheitsmeinung, gerade von Künstlern und Intellektuellen wichtig.“

Blickt man auf die sozialen Netzwerke, gibt es aber auch Stimmen, denen die Debatte bei „3nach9“ nicht ausgereicht hat.

So stellt ein Mann auf Twitter fest: „Eine ,Tagesschau’-Moderatorin und ein ,Zeit’-Chefredakteur moderieren ,3nach9’, sprechen mit Jan Josef Liefers und schaffen es nicht, ihn wegen ,alles dicht machen’ zu konfrontieren. Und das, nachdem in den Videos Medien, Regierung und Wissenschaft als quasi gleichgeschaltet bezeichnet wurden.“

>>> Hier kannst du das Gespräch mit Jan Josef Liefers streamen

(pag)