Camping auf Fehmarn: Menschen enttäuscht über Szenen auf der Ostsee-Insel – „Brauchen wir nicht“

Camping auf Fehmarn ist wieder erlaubt.
Camping auf Fehmarn ist wieder erlaubt.
Foto: picture alliance/dpa

Nach monatelanger Durststrecke hat Fehmarn endlich wieder für alle Menschen geöffnet. Seit letzter Woche sind Hotels, Pensionen und Camping-Plätze offen – mit einem negativen Test kann hier jeder anreisen und übernachten.

Da ist es nach so langer Zeit wenig überraschend, dass diese Möglichkeit natürlich sofort von vielen Menschen genutzt wurde. Etliche Urlauber und darunter auch Camping-Fans machten sich auf nach Fehmarn.

Camping-Urlauber strömen nach Fehmarn

Mit der Beschreibung „Der ganz normale Wahnsinn“ hat ein Mann das Foto in einer Facebook-Gruppe für Insel-Fans geteilt. Darauf zu sehen ist eine lange Schlange von Wohnmobilen, die vor dem Campingplatz Meeschendorf stehen.

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Bei dem Anblick vergeht einigen Insel-Fans die Lust auf Urlaub. „Das brauchen wir wirklich nicht“, schreibt etwa ein Mann. „Die sind nicht ganz dicht“, findet ein weiterer Mann. Andere wünschen den Campern starke Nerven und viel Geduld.

„In dem Maße habe ich das bisher nicht erlebt“, berichtet eine weiterer Insel-Fan. Doch er könne die Leute verstehen, die nach dem Lockdown endlich wieder Urlaub machen wollen.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

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Bei manch einem Insulaner regt sich allerdings eine dunkle Vorahnung. „Das wird kein Spaß“, merkt ein Einheimischer an. Er meint, die Insel hätte zu wenige Vorbereitungszeit für den Ansturm gehabt. Außerdem gebe es zu wenig Testzentren.

Camping-Foto sorgt für Diskussionen

Trotzdem hofft er das Beste: „Alles andere wäre eine Katastrophe für uns“. Eine Frau sieht bereits die nächste Corona-Welle im Anmarsch. Prompt heißt es in einem weiteren Kommentar, sie solle ihre Schwarzmalerei für sich behalten.

„Langsam wird man das Gefühl nicht los, dass auf Insel Fehmarn die Urlauber unerwünscht sind“, regt sich ein anderer Insel-Fan auf. Dem schließen sich weitere Gruppenmitglieder an. Eine hitzige Diskussion, die in Zeiten der Pandemie noch intensiver geführt wird.

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„Kann man nicht mehr normal miteinander umgehen?“, wundert sich eine Frau und schlägt folgenden Kompromiss vor: „Die Gäste und Einheimische mögen sich bitte gleichermaßen an alle Regeln halten und nicht anders.“

Na, das klingt doch nach einer guten Lösung! (lh)