Usedom: Baustelle auf der Insel macht Menschen traurig – „Nur für's reiche Volk“

Zinnowitz im Lockdown.
Zinnowitz im Lockdown.
Foto: picture alliance/dpa

Das Kulturhaus in Zinnowitz auf Usedom steht bereits seit 40 Jahren unter Denkmalschutz. Als Schandfleck bekannt, erhält das Gebäude nun einen komplett neuen Anstrich.

Denn das Kulturhaus auf Usedom wird komplett saniert und soll anschließend in neuem Glanz erstrahlen. Doch das passt nicht allen Leuten auf der Insel.

Usedom: Die Bauarbeiten beginnen

„Im alten Glanz erstrahlen“, beschreibt Immobilienmakler Andreas Budeck das Bauprojekt gegenüber dem NDR im „Nordmagazin“.

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Aus dem Komplex, welcher in DDR-Zeiten seinen Höhepunkt feierte, sollen Luxuswohnungen künftig für Einnahmen sorgen. Ganze 30 Millionen Euro fließen in den Bau. Das Resultat: 86 unterschiedliche Wohneinheiten sollen entstehen, die zwischen 300.000 und 800.000 Euro kosten.

Dabei sollen allerdings maximal 70 Prozent der Wohnungen als Ferienwohnungen genutzt werden. Die restlichen 30 Prozent müssen privat bewohnt werden.

Und aus dem Saal, welcher früher rund 900 Besucher fassen konnte, wird ein Schwimmbad mit Wellness- und Spa-Bereich.

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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Usedom: Schwimmbad nicht für alle

Endlich eine neue Attraktion für die Zinnowitzer denkt sich nun bestimmt so mancher. Aber leider soll das Schwimmbad den Bewohnern des Komplexes vorbehalten bleiben.

Das sorgt bei vielen Einheimischen für Ärger und Traurigkeit. In einer Facebook-Gruppe über Usedom diskutieren sie das Bauprojekt. Eine Frau schreibt beispielsweise: „Echt schade. Sie hätten mal lieber was für alle machen sollen.“

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Dem stimmen viele weitere zu. Eine andere Frau hat die Idee nach einer Einrichtung welche „auch im Winter auf hat. Kultur, Tanz usw. Die Wohnungen sind nur fürs reiche Volk“.

Usedom: In Zinnowitz sollen Luxuswohnungen entstehen

Andere befürworten aber auch die Tanzsache, dass dieser Schandfleck endlich verschwindet: „Endlich erhält Zinnowitz wieder einen schicken Mittelpunkt.“

Außerdem stellen einige die Machbarkeit einer Institution für die Gemeinde in Frage: „Wahrscheinlich ist die Sanierung so teuer, dass es sich nur mit teuren Ferienwohnungen lohnt.“ Und damit haben sie Recht.

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Der Bürgermeister von Zinnowitz, Peter Usemann, stellt in der NDR-Reportage fest: „Bei uns im ländlichen Bereich reicht eben nicht nur eine Saison um so ein großes Kulturhaus zu bespielen, sondern man müsste es wirklich zwölf Monate bespielen und tolle Veranstaltungen haben. Und das lässt sich halt finanziell schlecht widerspiegeln.“ (pag)

>>> Hier kannst du den ganzen Ausschnitt des „Nordmagazin“ streamen.