Camping im Norden boomt, deshalb gibt es jetzt diese Maßnahme – „Chaos beherrschbar machen“

Fehmarn hat zusätzliche Kapazitäten für Campingplätze beschlossen.
Fehmarn hat zusätzliche Kapazitäten für Campingplätze beschlossen.
Foto: Frank Molter/dpa

Kaum eine Urlaubsart hat in den vergangenen Monaten so viel Zuwachs erhalten wie das Camping. Egal, ob mit Wohnmobil, Wohnwagen, Zelt oder als Dauercamper: Das mobile Reisen im eigenen Land findet während Corona viel Zuspruch.

Weil die Camping-Plätze in Schleswig-Holstein derzeit aus allen Nähten platzen (MOIN.DE berichtete), gibt es nun einen ganz besonderen Beschluss.

Camping: Schleswig-Holstein erlaubt höhere Kapazitäten

Bereits im vergangenen Jahr hatte es einen wahren Boom um Campingurlaub an den deutschen Küsten gegeben. Im März reagierte deshalb das Land Schleswig-Holstein und stellte Campingplatz-Betreibern eine Neuerung in Aussicht.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

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Demnach dürfen die Betreiber ihre Platzkapazitäten um bis zu 20 Prozent erhöhen. Das berichtete unter anderem die „Kieler Nachrichten“. Auf den Plätzen, aber auch auf anliegenden Flächen dürfen somit weitere Stell- und Zeltplätze entstehen.

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„Die Flächen sollen einem coronabedingten Mehrbedarf der Saison 2021 dienen“, heißt es in einem Papier des Wirtschafts-, Innen- und Umweltministeriums an die Kommunen, schreiben die „Kieler Nachrichten“.

Camping: Fehmarn geht einen Schritt weiter

Einen Schritt weiter geht jetzt die Insel Fehmarn. Hier hat der zuständige Bauauschuss noch einmal zusätzliche Kapazitäten von bis zu zehn Prozent beschlossen.

„Es ist ein Versuch, das Chaos einigermaßen beherrschbar zu machen“, zitiert das „Fehmarnsche Tageblatt“ Lars Hviid von der Freuen Wählervereinigung Fehmarn.

SPD-Politikerin Marianne Unger warb dafür, mit dem Beschluss mehr „Urlaub innerhalb Deutschlands zu ermöglichen“. Doch es gab auch Kritik: Marco Eberle von den Grünen ermahnte, dass man den Anwohnern der Insel nicht noch mehr zumuten könne, berichtet „Fehmarnsche Tageblatt“.

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Dennoch gab es eine Einigung auf zehn Prozent mehr Auslastung. Diese müsste von den Campingplätzen zunächst beantragt werden.

Desweiteren entschied sich der Bauauschuss dagegen, sogenannte Pop-Up-Camps zu erlauben. Die Idee, dass auf Wiesen und anderen Flächen temporäre Ferienanlagen entstehen, wurde abgelehnt. (mik)