Camping: Was ich auf der Suche nach einem Platz erlebte, lässt wenig hoffen

Urlaub in Deutschland: Besonders zu den Hauptsaisons wird es voll. (Archivbild)
Urlaub in Deutschland: Besonders zu den Hauptsaisons wird es voll. (Archivbild)
Foto: picture alliance/dpa | Marcel Kusch

Es ist so weit: Die ersten Camping-Plätze in Norddeutschland haben nach Monaten wieder ihre Tore geöffnet. In der Modellregion Schlei in Schleswig-Holstein wurden die ersten Urlauber bereits begrüßt.

Klar, dass der Andrang auf die Camping-Plätze größer kaum sein könnte. Schließlich ermöglicht die Reise im Wohnmobil oder Wohnwagen eine relativ Corona-konforme Art des Reisens mit viel Abstand und einem autarken Wohnraum, der anders als Kreuzfahrtschiffe oder Pauschalhotels nicht von anderen Menschen frequentiert wird.

Auch deshalb habe ich mich dazu entschlossen, einen Camping-Urlaub zu verbringen. Doch was ich bei der Suche nach einem geeigneten Platz erlebte, sollte jede Hoffnung dämpfen.

Camping: Auf der Suche nach einem Platz

Mit einem gemieteten Wohnmobil, Sack, Pack und Hund sollte es eigentlich bereits im vergangenen Mai nach Dänemark gehen. Doch die Corona-Beschränkungen machten uns einen Strich durch die Rechnung, die Einreise ins Nachbarland war zu diesem Zeitpunkt aufgrund geschlossener Grenzen nicht möglich.

Glücklicherweise hatte auch die Wohnmobilvermietung ein Einsehen und wir konnten unsere Reise um ein Jahr verschieben. Bis vor Kurzem hatten sich jegliche Hoffnungen auf eine Camping-Reise allerdings in Luft aufgelöst. Denn weder Dänemark noch unsere Alternative auf der Insel Rügen sind an Pfingsten zu erreichen.

Doch dann die freudige Nachricht: In einigen Modellregionen in unserem eigenen Bundesland Schleswig-Holstein sollte der Urlaub im Wohnmobil nun trotzdem möglich sein. Als wir das hörten, ergriffen wir sofort Initiative und suchten uns durch das Angebot an Campingplätzen. Unsere Vorfreude sollte allerdings schnell getrübt werden.

+++ Camping beliebter denn je – doch hier gibt es ein großes Problem +++

Weil wir uns bereits dachten, dass die Buchung eine komplizierte Angelegenheit werden könnte, bewaffneten wir uns mit Stift und Papier. Eine ordentlich geführte Liste sollte uns eine Übersicht über alle angefragten Plätze ermöglichen. Dann begann das Abenteuer!

Camping: Nur wenige Plätze mit Buchungstools

Zunächst ist festzuhalten, dass die Campingplätze in Deutschland – bis auf einige Ausnahmen – nicht auf einen derartigen Besucheransturm vorbereitet sind. Viele Webseiten der Plätze sind sehr einfach gehalten, interaktive Buchungstools, in denen man vorab schon die Belegung einsehen kann, haben wir nur bei zwei Plätzen vorgefunden. Also hieß die Devise: anrufen oder Mail schreiben.

Und so arbeiteten wir und durch Dutzende Campingplätze. Beginnend am Meer und schließlich immer weiter ins Landesinnere. Schnell wurde uns klar: Der Kreis Nordfriesland, vor allem in der Nähe des beliebten Ortes Sankt Peter-Ording ist komplett ausgebucht!

+++ Camping: Frau stellt sich unter die Dusche – es kostet sie das Leben +++

Auf Nachfrage bestätigten Campingplätze, dass sie bereits seit dem Vorjahr ausgebucht seien, die restlichen Reservierungen seien kurz nach Bekanntwerden der Modellregion eingegangen.

Camping: Eine gute Nachricht zum Schluss

Auch in der Modellregion Schlei und an der Lübecker Bucht sah es nicht anders aus. Zahlreiche Absage-Mails trudelten ein. Viele Plätze antworteten angesichts der Buchungsanfragen erst gar nicht.

„Da kommen Sie aber ein bisschen spät“, hieß es von einem Campingplatz. „Wir sind leider im Mai und Juni komplett ausgebucht“, schrieb ein anderer. Wer im Sommer einen Urlaub plant, sollte also jetzt schon aktiv werden. Ausdauer und ein strukturiertes Vorgehen sind dabei von Vorteil.

-------------

Mehr News zum Thema Camping:

-------------

Insgesamt 25 Plätze in ganz Schleswig-Holstein haben wir schließlich angefragt. Zunächst ohne eine einzige positive Rückmeldung. Doch dann die Überraschung: Eine Zusage! Und das sogar für Wohnmobil mit Überlänge und Hund. Die Freude war riesig!

Ob der Urlaub wie geplant stattfinden kann, bleibt dennoch abzuwarten. In den Modellregionen werden die Corona-Zahlen ganz genau unter die Lupe genommen. Bei zu hohen Inzidenzwerten können die Projekte jederzeit gestoppt werden.