Camping-Betreiber macht klare Ansage: Diese Urlauber „kriegen keine zweite Chance“

Der Campingplatz Uentrop-Helbach an der Lippe
Der Campingplatz Uentrop-Helbach an der Lippe
Foto: IMAGO / blickwinkel

Seit 30 Jahren begrüßt Achmin Helbach Camping-Fans auf seinem Platz in der Lippenauen. In dieser Zeit hat er die verschiedensten Arten von Urlaubern kennengelernt.

Auf seinem Areal finden bis zu 300 Camping-Urlauber und 240 Dauercamper Platz. Die meisten von ihnen verhalten sich friedlich. Einige Urlauber legen jedoch ein dreistes Verhalten an den Tag. Und gegen die geht der Betreiber knallhart vor.

Camping-Betreiber berichtet über Dauercamper-Klischees

Camping wird immer beliebter. 34 Millionen Menschen haben im Jahr 2020 auf deutschen Plätzen gecampt, darunter viele Neulinge.

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„Der Neucamper macht mehr Arbeit, weil er ein bisschen mehr Erklärungsbedarf braucht“, sagt Achim in einer Dokumentation der Prosieben-Sendung „Galileo“. Auf seinem Campingplatz hat Achim in der vergangenen Saison 3.500 touristische Übernachtungen gezählt, ohne Dauercamper.

10 Fragen an einen Camping-Betreiber bei „Galileo“

Angesprochen auf etwaige Klischees über diese gesteht der Betreiber: „In den letzten 40 Jahren waren genug dabei, die Gartenzwergkolonien aufgestellt haben auf ihren Parzellen“.

Diese Camping-Gäste sind die nervigsten

Doch welche Camper sind die Nervigsten? „Wenn die Leute zum Beispiel ganz empfindlich sind auf irgendwelche Ruhestörungen und wegen jeder Kleinigkeit bei uns stehen und sich beschweren“, findet Achims Frau.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • 2016 gab es in Deutschland 2919 Campingplätze mit einer Anzahl von etwa 220.000 Stellplätzen.
  • Gäste aus dem Inland machten mit etwa 7,5 Millionen Ankünften (etwa 83 Prozent aller Ankünfte) und etwa 26 Millionen Übernachtungen (etwa 86 Prozent aller Übernachtungen) den größten Teil der Campingtouristen aus.

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Er selbst ist da etwas zurückhaltender. Ihn stören vielmehr diejenigen, die ihren Müll am Platz liegen lassen. „Die sind auch mal in der Lage und lassen alles stehen und liegen, wenn sie abreisen“. Da reagiert er dann rigoros: „Die Leute kriegen bei uns dann meisten keine zweite bzw. dritte Chance.“

Ähnlich geht der Betreiber auch mit zu lauten Campern um. „Wenn ich irgendwo abends spät hinkomme, wir reden jetzt von 1 Uhr nachts, wenn es dann noch zu laut ist, muss ich schon mal eingreifen“, sagt er. Dann stelle er zum Beispiel den Strom ab, um die Musik verstummen zu lassen und Gehör zu finden.

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Wildcampen in Deutschland: Erlaubt? Verboten?

  • Die rechtliche Lage rund ums Wildcampen ist in Deutschland unübersichtlich. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Gesetze und Richtlinien.
  • In Paragraph 59 des Bundesnaturschutzgesetzes ist geregelt, dass „das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung“ allen gestattet ist.
  • Das Betreten des Waldes richtet sich wiederum nach dem Bundeswaldgesetz. Dort ist einheitlich geregelt, dass laut Paragraph 14 „das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung“ gestattet ist – die Länder regeln aber die Einzelheiten.
  • Darunter fällt dann auch das Zelten und Übernachten außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen.
  • Naturschutzgebiete, Naturreservoirs, Nationalparks und Landschaftsschutzgebiete haben eine Ausnahmestellung. In der Regel ist Wildcampen in solchen Gebieten strikt verboten.
  • Wird dagegen verstoßen, drohen hohe Bußgelder.

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Betreiber macht selbst keinen Camping-Urlaub

Achim und seine Frau selbst sind übrigens keine Camper. Zwar kann er sich vorstellen, auf seinem eigenen Platz Urlaub zu machen.

Aber: „Da wir den ganzen Sommer hier verbringen, möchten wir das natürlich nachholen und wenn man im Winter Sonnengarantie haben möchte, dann muss man schon ein bisschen weiter wegfliegen“, erzählt seine Frau.

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Dennoch wohnen sie in einem Haus direkt neben dem Camping-Platz. Damit ist er quasi immer für seine Gäste erreichbar. Und das hat doch auch etwas Gutes, oder?

Kein gutes Ende für Camping-Fans

Alles andere als gut verlief das Ende eines Urlaubs für ein Paar aus dem Urlaub. Sie waren gerade mit ihrem Wohnmobil auf der Autobahn unterwegs, als es passierte. >> Hier geht's zur ganzen Geschichte! (mk)