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Ostsee: Beliebter Ort vergrault Gäste – und das absichtlich

Camping ist für alle da. Camping ist für Menschen mit kleinem Budget, ist aber auch luxuriös, mit mehr Comfort möglich. Camping geht abseits von den Touristen-Hochburgen, aber auch auf Camping-Plätzen in den beliebtesten Urlaubs-Regionen. Oder nicht? In Travemünde an der Ostsee scheint Camping nicht mehr erwünscht zu sein. Hat die Ostsee-Region kein Herz mehr für […]

© IMAGO / Cavan Images

Camping

Das sind gute Camping-Tricks.

Camping ist für alle da. Camping ist für Menschen mit kleinem Budget, ist aber auch luxuriös, mit mehr Comfort möglich. Camping geht abseits von den Touristen-Hochburgen, aber auch auf Camping-Plätzen in den beliebtesten Urlaubs-Regionen. Oder nicht? In Travemünde an der Ostsee scheint Camping nicht mehr erwünscht zu sein.

Hat die Ostsee-Region kein Herz mehr für Menschen mit schmalerem Budget – besonders beim Camping?

Camping an der Ostsee: Verschandelte Landschaft

Es hat sich viel verändert an der Ostsee. Gerade Menschen, die Travemünde noch aus den 50ern kennen, werden den Ort heute wohl kaum wiedererkennen. Luxuriöse Ferienwohnungen und ganze Anlagen zieren die Küste.

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So unter anderem auch die moderne „Beach Bay“: Dem Leben im Luxus sind hier kaum Grenzen gesetzt. Shopping- Beauty- und Essensmöglichkeiten soweit man sehen kann. Auch Star-Koch Steffen Hennsler hat hier eines seiner berühmten „Ahoi“-Restaurants.

Doch an einem scheint es Travemünde zu mangeln. Das fällt besonders Menschen wie Dietrich D. auf, die seit Jahren nach Travemünde reisen und hier bereits in den 50ger Jahren Urlaube verbracht haben. Dietrich D. will keinen Luxus. Er will keine teure Ferienwohnung. Er möchte wie gewohnt und heiß geliebt, Urlaub auf dem Camping-Platz verbringen.

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Doch gerade die Camping-Plätze sind nicht mehr so, wie Ferienwohnungen, wie Sand am Meer zu finden. An ihrer Stelle stehen jetzt Ferienunterkünfte. Doch Travemünde-Liebhaber wie Dietrich D. empfindet diese Entwicklung als eine Verschandlung der Landschaft – als „Fehlentwicklung“.


Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.

Beach Bay
Die Dünenvillen der „Beach Bay“ in Travemünde: luxuriöse Ferienwohnungen. Foto: IMAGO / imagebroker

Camping ist bekanntlich auch bei Menschen beliebt, dessen Urlaubs-Budget nicht so groß ist. Doch in Travemünde kommt die Sorge auf, dass die Stadt Lübeck genau sie nicht mehr willkommen heißt. Dietrich D. ist der Meinung, dass zugunsten der Bauindustrie Camping-Plätze für Ferienwohnungen weichen mussten. Auf Anfrage von MOIN.DE weist die Stadt Lübeck die Vorwürfe entschieden zurück. Es gebe in Travemünde nach wie vor Angebote für jeden Geldbeutel.

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Ist Camping nicht mehr zeitgemäß?

Eine Mitarbeiterin des „Naturfreundehaus Priwall“ erzählt gegenüber der MOIN.DE-Redaktion, dass es früher deutlich mehr Camping-Plätze gegeben habe. Während es früher mindestens fünf gegeben habe, sind es heute noch drei Plätze. 2014 musste der letzte öffentliche Camping-Platz „Strandcamping Priwall“ schließen, da das Grundstück für den Bau der „BeachBay“ herhalten musste.

Wie Dietrich D., versteht sie nicht, warum es immer weniger werden. Gerade durch die Corona-Pandemie sei vor allem auch das Zelten wieder am boomen. Auch jetzt sei ihr Platz noch sehr gut besucht. Es kämen besonders viele Radfahrer mit ihren Zelten.

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Der Verein „NaturFreunde Lübeck e. V.“, der hinter dem „Naturfreundehaus Priwall“ steht, setzt sich für sanften Tourismus ein. Doch damit scheint er ziemlich allein zu stehen. Denn die Masse an Ferienwohnungen in Travemünde, wie die Ferien-Villen der „BeachBay“ sind wohl weniger unter sanftem Tourismus zu verstehen.

Das Camping-Angebot von Travemünde sei „nicht mehr zeitgemäß“ gewesen, sagt ein Sprecher der Stadt Lübeck. Das Freizeitverhalten der Gäste habe sich verändert und es sei somit die „Natur der Sache“, dass es zu neuen Entwicklungen kam. Das meint wohl den Abbau von Camping-Plätzen und den Bau von Ferienwohnungen.


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Doch kann Camping wirklich veralten? Schlafen wirklich mehr Menschen lieber in einer schicken Wohnung als im Zelt, Auto oder Wohnwagen? Solange es noch Camping-Plätze an der Ostsee gibt, ist das wohl nicht zu bestätigen.