Camping: Platzbetreiber hat genug – und geht nun diesen drastischen Schritt

Schon bald möchte Erik Kaspers wieder Gäste auf seinem Camping-Platz begrüßen (Symbolbild).
Schon bald möchte Erik Kaspers wieder Gäste auf seinem Camping-Platz begrüßen (Symbolbild).
Foto: IMAGO / rheinmainfoto

Wie und ob Urlaub möglich ist, macht die Regierung von den Inzidenzen abhängig. Mit steigenden Inzidenzen in Deutschland nehmen gleichzeitig die Freizeitangebote ab. Das betrifft auch das Camping.

In Niedersachsen gibt es allerdings eine Region, die den Inzidenz-Wert von 100 in der Pandemie nicht einmal überschritten hat. Dort ist der Besitzer eines Camping-Platzes am Ende, weil er keine Gäste begrüßen darf.

Camping-Platzbesitzer bittet um Öffnung

Für die meisten Regionen in Deutschland unvorstellbar: Ein Ort an der Elbe im Kreis Lüneburg hat die Inzidenz von 100 noch nie überschritten. Genau dort betreibt Erik Kaspers einen Campingplatz. Während sich die Regierung in den letzten Monaten eine Inzidenz von 100 für die Ausweitung von Freizeitangeboten als Ziel setzte, blieb Kaspers Betrieb trotzdem geschlossen.

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„Bitte öffnet endlich die Campingplätze“, schrieb er in einem Brief an den Landrat. Laut „Göttinger Tageblatt“ habe Erik Kaspers bereits geplant vor Gericht zu ziehen. Nachdem der Heide-Park Soltau erfolgreich gegen die Öffnungsbeschränkungen geklagt hat, setze auch Kaspers Hoffnungen in den juristischen Beistand.

„Das Hygienekonzept hat sich im vergangenen Jahr bewährt. Es ist nichts passiert. Außerdem könnte ich den Platz theoretisch füllen mit Handwerkern, die beruflich unterwegs sind. Warum also nicht mit Gästen, die nur Fahrradfahren und spazieren gehen wollen?“, wundert sich der Campingplatzbesitzer.

Camping: Platzbetreiber in schwieriger Lage

Aus der Verzweiflung heraus greift Kaspers zu drastischen Mitteln. Im Internet mokiert er sich ein wenig über die Auflagen. In den sozialen Medien postet er Bilder, die auf seine Situation aufmerksam machen sollen.

Darauf sieht man zum Beispiel einen Acker, darauf sorgsam angepflanzte Kartoffelreihen, darunter die Bildunterschrift: „Camping in Deutschland 2022“.

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Kurz bevor Kaspers die Situation nicht mehr abwarten wollte, gab die niedersächsische Landesregierung Neuerungen bekannt. Demnach sollen ab dem 10. Mai Lockerungen bei entsprechenden Infektionszahlen geben.

Ein Hoffnungsschimmer für den Campingplatzbetreiber. Schließlich sei die Warteliste für Stellplätze auf seinem Platz laut „Göttinger Tageblatt“ bereits sehr lang. (neb)