Corona: Öffnungsperspektive der Regierung von Niedersachsen stößt beim Einzelhandel auf wenig Euphorie

Einzelhandel zeigt wenig Euphorie gegenüber der Öffnungsperspektive von der niedersächsischen Regierung. Sie präferien anstelle von Testungen das etablierte Konzept „Click & Meet“ (Symbolbild).
Einzelhandel zeigt wenig Euphorie gegenüber der Öffnungsperspektive von der niedersächsischen Regierung. Sie präferien anstelle von Testungen das etablierte Konzept „Click & Meet“ (Symbolbild).
Foto: picture alliance/dpa

Den Überblick über die Corona-Lage im Norden zu behalten, ist nicht immer leicht. Hamburg lockerte erst, musste mit dem Anstieg der Inzidenzzahlen aber wieder zurückfahren, seit Wochen gilt eine Ausgangssperre in der Stadt.

In Schleswig-Holstein ist die Lage hingegen verhältnismäßig entspannt, in Modellregionen öffneten sogar Hotels und Innengastronomie wieder. Wichtige Entwicklungen findest du deswegen in diesem News-Blog.

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Corona-Zahlen im Norden aktuell (RKI-Inzidenzwerte):

  • Hamburg: 78
  • Schleswig-Holstein: 55
  • Mecklenburg-Vorpommern: 102
  • Bremen: 121
  • Niedersachsen: 90

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Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Norden im News-Ticker

Donnerstag, 6. Mai

19:55 Uhr: Nach Astra Zeneca-Freigabe kämpfen 400.000 Menschen in Kiel digital um einen Impfplatz

Nach der generellen Astra Zeneca Freigabe von der Bundesregierung kommt es in einigen Impfzentren bereits zu einem höheren Andrang. Das Impfzentrum Kiel meldet beispielsweise, dass für die kommende Woche 65.000 Erstimpftermine gebucht wurden.

Am Donnerstag (6. Mai 2021) erfolgte hierfür online die Buchungsmöglichkeit. Startschuss war ab 17 Uhr und um 17:40 Uhr wurde die digitale Anmeldeplattform geschlossen. Das Ergebnis: Der „Warteraum“, der bereits vor der Anmeldung geschaltet wird, wurde von mehr als 400.000 Geräten (wie Smartphone oder Computer) belegt.

Am Ende konnten aber aufgrund der begrenzten Impfstoffmenge nur 65.000 Termine für den Zeitraum 10. Mai bis 23. Mai vergeben werden.

18:27 Uhr: Öffnungsperspektive der Regierung von Niedersachsen stößt beim Einzelhandel auf wenig Euphorie

Die Öffnungsperspektive für den Einzelhandel in Niedersachsen stößt auf wenig Gegenliebe bei den Betroffenen. „Eine Vielzahl an Betrieben sind bei uns kurz nach der Bekanntgabe der Pläne der Landesregierung telefonisch und in E-Mails Sturm gelaufen“, sagte die Präsidentin des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen (HNB), Mechthild Möllenkamp.

Nach Vorstellung der Landesregierung soll in Landkreisen und Großstädten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 der komplette Einzelhandel öffnen dürfen, und zwar ohne Terminvereinbarung vorab - allerdings nur für negativ Getestete und Geimpfte.

Nach Bekanntwerden dieses Vorhabens starteten die IHK Niedersachsen und der Handelsverband Niedersachsen-Bremen eine Umfrage, an der sich mehr als 2000 Händlerinnen und Händler beteiligten. Das Ergebnis belegt für die Verbände eine klare Ablehnung: 78 Prozent der Einzelhändler sprechen sich demnach für eine Beibehaltung von „Click and Meet“ ohne Vorlage eines qualifizierten Testergebnisses aus.

Die große Mehrheit der Unternehmerinnen und Unternehmer befürchte, dass Kunden abgeschreckt werden, hieß es von der IHK Niedersachsen. „Dabei spielt es keine Rolle, welche Größe das Einzelhandelsunternehmen hat und ob es in Innenstadt- oder Randlage liegt – die Sorgen sind identisch“, sagte IHKN-Präsident Uwe Goebel fest.

Die Erfahrungen mit Tests hätten andernorts leider gezeigt, dass Kundenfrequenzen und Umsätze einbrechen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung am Donnerstag. Die Landesregierung sei gut beraten, die bisher geplante Testpflicht für die Kunden des Einzelhandels zu überdenken.

18:00 Uhr: Ein Jahr nach Corona-Demo in Rostock – 300 Teilnehmern bekommen diese Strafe

Ein Jahr ist es her und nun werden fasst 300 Teilnehmer einer Demonstration mit einer harten Strafe konfrontiert. Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, erhielten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Post vom Rathaus. Eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung im Mai 2020 sorgt nun für ein saftiges Nachspiel.

Allein der Streit um die Polizeimaßnahmen und die Kundgebung an sich sorgte damals für eine hohes Medienaufsehen. Nun kocht der Disput erneut auf, weil die Betroffenen natürlich wenig begeistert sind ein Jahr später eine Strafe zu zahlen. Es soll um eine „Ordnungswidrigkeit“ um bis zu 500 Euro gehen. Man rechne damit, dass sich die betroffenen Teilnehmer wehren werden.

Der Stadtkasse würde es jedenfalls über 130.000 Euro einbringen.

Mittwoch, 5. Mai

17.15 Uhr: Schleswig-Holstein lockert Coronabeschränkungen

Schleswig-Holstein geht in der Corona-Pandemie weitere Öffnungsschritte im Tourismus und weiteren Bereichen. So dürfen Geimpfte, Genesene und Getestete vom 17. Mai an unter strengen Vorgaben landesweit Gaststätten auch in Innenräumen besuchen und in Beherbergungsbetrieben übernachten, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch bekanntgab. Erleichterungen gibt es auch in den Bereichen Kita, Schule, Sport und Kultur.

Wer als Tourist im Norden übernachten will muss sich demnach alle drei Tage auf Corona testen lassen. Mit ihren Beschlüssen weitet die Landesregierung praktisch die für vier Modellregionen geltenden Regeln auf das gesamte Land aus.

Bisher dürfen Urlauber in der Schleiregion, in Eckernförde und in Nordfriesland unter strikten Corona-Vorgaben Urlaub machen. Von diesem Samstag an ist das auch in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt an der Ostsee in der Lübecker Bucht möglich. Am Montag folgt Büsum in Dithmarschen.

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Hintergrund der weiteren Lockerungen sind die sinkenden Corona-Zahlen mit stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in weiten Teilen Schleswig-Holsteins. Am Dienstagabend betrug die landesweite Inzidenz 54,5. Der Norden hat seit längerem die deutlich niedrigsten Werte in Deutschland. In den Regionen mit Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 darf im Norden bereits jetzt die Außengastronomie öffnen.

Dienstag, 4. Mai

16.58 Uhr: Mecklenburgische Seenplatte hebt Einreisesperre auf

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat die Corona-bedingten Einreisebeschränkungen gelockert. Grundlage sei, dass die Inzidenz im Kreis seit fünf Tagen unter 150 liege, so eine Kreissprecherin. Besucher und Tagestouristen aus Mecklenburg-Vorpommern dürfen nun wieder ohne triftigen Grund in den Landkreis einreisen.

Zweitwohnungsbesitzer und Tagestouristen aus anderen Bundesländern dürfen von Mittwoch an ihre Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern aufsuchen, wenn sie vollständig gegen Corona geimpft sind oder seit sechs Monaten eine Covid-19-Erkrankung überstanden und zwei weitere Wochen abgewartet haben.

15.01 Uhr: Zunächst keine Lockerungen in Hamburg

Auch wenn die Corona-Inzidenz-Werte in Hamburg sich derzeit günstig entwickeln, bleibt der Senat bei seinem restriktiven Kurs. „Der Senat möchte gerne eine verlässliche Perspektive geben, wie es weitergehen kann“, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag auf der Landespressekonferenz.

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Sollte in Hamburg die Sieben-Tage-Inzidenz an mindestens fünf Tagen hintereinander unter 100 liegen, „dann wären Lockerungen denkbar, insofern das Infektionsgeschehen dies zulasse“.

Schweitzer betonte, dass es keinen Automatismus für Lockerungen geben werde. Der Senat werde an diesem Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen und dann einen Fahrplan vorlegen, wie es weiter gehen könnte. Als mögliche Lockerungen nannte Schweitzer eine Aufhebung der Ausgangsbeschränkung von 21 bis 5 Uhr, Lockerungen im Bereich Kita und Schule und eine Berücksichtigung der besonderen Stellung von vollständig geimpften Personen. Hier könnte zum Beispiel die Testpflicht für Friseurbesuche oder ähnliches wegfallen.

12.20 Uhr: Niedersachsen öffnet Handel, Gastronomie und Tourismus

Mit einem Stufenplan will Niedersachsen in Lockerungen der Corona-Beschränkungen einsteigen. Diese sollen in Städten und Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 vom kommenden Wochenende an greifen, kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag in Hannover an. Mehr Möglichkeiten und Freiheiten soll es für Menschen mit einem tagesaktuell negativen Corona-Test und bereits vollständig geimpfte Menschen geben.

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Wieder öffnen soll für diese Gruppen der komplette Einzelhandel, auch im Bereich Tourismus und Gastronomie soll es erste Öffnungen geben, erklärte Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Bernd Althusmann (CDU). Gekoppelt werden soll dies an eine Kontaktnachverfolgung, Zugangsbeschränkungen und einem Hygienekonzept.

Der Tourismus werde für voraussichtlich drei Wochen zunächst nur für Einwohner Niedersachsens geöffnet, in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen sind wieder touristische Übernachtungen möglich. Die Gastronomie soll zunächst draußen und zwei Wochen später auch drinnen wieder öffnen können, dort dann mit einer Auslastungsgrenze von 60 Prozent und einer Sperrstunde um 23 Uhr. Auch Kulturveranstaltungen im Freien sollen wieder möglich werden.

10.20 Uhr: Hamburg: Senator gibt Ausblick auf den Kultur-Sommer

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) macht Hoffnung auf einen Sommer mit Kulturveranstaltungen - vor allem unter freiem Himmel. „Ein kulturell praller Sommer ist möglich“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). „Die ganze angestaute Kreativität kann sich dann entladen und große Momente ermöglichen.“

Brosda, der auch Präsident des Deutschen Bühnenvereins ist, erklärte, dass insbesondere Open-Air-Veranstaltungen stattfinden könnten. „Der kulturelle Sommer wird überwiegend draußen stattfinden“, sagte er. Schon jetzt müsse man dafür die Vorbereitungen treffen und Rahmenbedingungen abstecken.

Gleichzeitig mahnte Brosda an, dass man die Entwicklung der Corona-Pandemie im Auge behalten müsse. „Daher müssen wir jetzt alles dafür tun, dass die Zahlen weiter sinken.“

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Montag, 3. Mai

19.39 Uhr: Hausärzte als Schwerpunkt der Impfkampagne

In der Impfkampagne in Schleswig-Holstein bekommen die Hausärzte immer mehr Gewicht. „Die Praxen bilden inzwischen den Schwerpunkt der Impfkampagne“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) der „Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung“. So gebe es in dieser Woche nur rund ein Fünftel der Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren, alle anderen in den Praxen.

Konkret bedeutet das dem Ministerium zufolge: In dieser Woche gibt es in den Impfzentren 22.000 Erstimpfungen, die Praxen erhalten rund 105.000 Impfdosen. In den kommenden beiden Wochen sind es 65.000 Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren und 165.565 Impfdosen für die Praxen.

Deshalb sei die Chance auf einen Impftermin beim eigenen Hausarzt auch deutlich höher als im Impfzentrum, betonte Garg. Dass es dennoch noch nicht so viele Termine wie Anfragen gebe, liege nicht an den Ärzten oder Praxismitarbeitern, sondern am Impfstoff-Mangel.

07.00 Uhr: Hamburg ruft die nächste Gruppe zum Impfen auf

In Hamburg sind ab sofort auch die Beschäftigten des Lebensmitteleinzelhandels zum Impfen aufgerufen. Damit könnten rund 21.000 weitere Personen ab sofort Termine für eine Corona-Schutzimpfung vereinbaren, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Entsprechend viele Termine würden bereitgestellt und könnten telefonisch unter 116 117 oder online unter www.terminservice.de gebucht werden. Die Beschäftigten des Lebensmitteleinzelhandels sind Teil der sogenannten Priorisierungsgruppe 3, die bislang noch nicht vollständig zum Impfen aufgerufen wurde.

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Trotz intensiver Diskussionen um eine Freigabe der Priorisierung halte Hamburg vorerst an der nach Gefährdung festgelegten Reihenfolge fest, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Schon im Sommer werde es aber auch in der Hansestadt so sein, dass allen ein Impfangebot gemacht werden könne. „Wir sind jetzt auf den letzten Metern der Impfpriorisierung. Trotzdem sollten wir klar vor Augen behalten: Diese Priorisierung ist kein politischer Kompromiss, sondern eine Empfehlung von unabhängigen Wissenschaftlern und Ärzten.“

Diejenigen mit der höchsten Gefährdung müssten auch als erstes geschützt werden. „Es geht nicht nur darum, wer sich selbst am wichtigsten nimmt oder im Einzelfall auch gute Gründe haben mag, schnell an eine Schutzimpfung zu kommen“, sagte sie. „Es geht darum, wer erkrankt ist oder durch seine Tätigkeit ein hohes Risiko hat. Und deswegen werden wir in Hamburg jetzt als nächstes denjenigen priorisiert eine Schutzimpfung anbieten, die jeden Tag für uns an der Kasse sitzen und Regale einräumen und bei ihrer Arbeit Kontakte haben.“

Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel seien wichtig für die Versorgung, „und wer das anerkennt, sollte Ihnen auch diese Impfung mit Priorität nicht neiden“, sagte die Senatorin. Weitere Gruppen würden zum Impfen aufgerufen, „sobald die Impfstoffmengen das zulassen“.

Sonntag, 2. Mai

14.00 Uhr: Polizei ermittelt nach Corona-Ausbruch in Schweriner Arztpraxis

Der Corona-Ausbruch in einer Arztpraxis in Schwerin beschäftigt nun auch die Polizei. Am Samstag war bekannt geworden, dass es in der Praxis ein Infektionsgeschehen gab. Bis zu 200 Menschen könnten sich dort infiziert haben. Für alle kürzlich behandelten Patienten wurde eine Quarantäne verordnet.

Laut NDR gebe es zudem den Verdacht, dass Angestellte trotz eindeutiger Covid-19-Symptome dazu aufgerufen wurden, weiterzuarbeiten. Es habe bereits im Vorfeld mehrere Hinweise auf Missachtung der Corona-Regelungen gegeben. Auch gab es möglicherweise sogar eine Anweisung, dass auf einen Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden solle, berichtete der Sozialdezernent der Stadt Schwerin, Andreas Ruhl (SPD) NDR 1 Radio MV.

Falls sich dieser Verdacht bestätigt, werde ebenfalls die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Körperverletzung eingeschaltet.

Samstag, 1. Mai

In einem Ärztehaus im Schweriner Stadtteil Weststadt könnten sich bis zu 200 Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Die Stadt Schwerin veröffentlichte am Samstag auf ihrer Webseite eine Allgemeinverfügung, nach der für alle Menschen, die sich im Zeitraum vom 21. bis zum 28. April 2021 länger als zehn Minuten in der chirurgischen Praxis im Ärztehaus Weststadt aufgehalten haben, eine 14-tägige Quarantäne angeordnet wird.

Freitag, 30. April

16.10 Uhr: Produktion von Biontech-Impfstoff in Schleswig-Holstein

Das Pharmaunternehmen Biontech lässt ab sofort einen wichtigen Schritt in der Produktion seines Corona-Impfstoffs auch in Schleswig-Holstein vornehmen. Bei Allergopharma in Reinbek (Kreis Stormarn) begann am Freitag mit einem Besuch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU) und Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP) die Produktion.

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Ohne den neuen Standort würde es nicht gelingen, die Impfkampagne wie geplant weiter zu beschleunigen, sagte Spahn. Von den 80 Millionen Impfdosen im zweiten Quartal kämen 50 Millionen von Biontech. „Da hat Reinbek seinen Anteil.“

In Reinbek wird nicht der komplette Impfstoff hergestellt. Beim Unternehmen Allergopharma, das zur Dermapharm Holding mit Sitz im bayerischen Grünwald gehört, wird der dritte von vier Schritten der Produktion vorgenommen, wie der Dermapharm-Chef Hans-Georg Feldmeier sagte

10:11 Uhr: Inzidenz in Eckernförde sinkt seit Beginn der Modellregion

Gute Nachrichten aus Eckernförde: Bereits seit dem 19. April ist der Urlaub in der Schleiregion unter strikten Corona-Auflagen wieder möglich. Ausgerechnet hier ist in den vergangenen Tagen der 7-Tage-Inzidenzwert gesunken. Lag der Wert zum Start der Modellregion noch bei 50,7, so haben die Zahlen nun die kritische Schwelle unterschritten. Am 29. April lag der Wert bei 48,2. Wenn die 50er-Marke an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird, können die strengeren Corona-Auflagen gelockert werden. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind aktuell 245 Menschen infiziert. In ganz Schleswig-Holstein liegt die Inzidenz derzeit bei 63,9.

Donnerstag, 29. April

12.26 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern beschließt Erleichterungen für Geimpfte

Ab Samstag besteht für Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Zweitimpfung erhalten haben, in vielen Bereichen keine Testpflicht mehr. Geimpfte, die vor mehr als 14 Tagen ihre zweite Dosis erhalten haben, können ab 1. Mai wieder ohne einen negativen Test zum Friseur, in den Tierpark oder in den Baumarkt, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag mitteilte. Die Corona-Landesverordnung sei entsprechend verändert worden.

Mittwoch, 28. April

17.20 Uhr: Arme leiden mehr unter Corona, das zeigen Zahlen aus Hamburg

Wer in Hamburg in Armut lebt, hat ein vielfach höheres Risiko mit einer schweren Corona-Erkrankung im Krankenhaus zu landen und zu sterben.

Aus einer Senatsanfrage der Linken geht hervor, dass der ärmere Osten der Stadt viel stärker betroffen ist als der reiche Westen. Darüber berichtet die „Hamburger Morgenpost“.

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Die höchste Sterblichkeit weisen demnach die Bereiche der Postleitzahl 22111 auf (Teile Billstedts, Hamm und Horn): 44 Bewohner sind hier zwischen 15. November 2020 und 15. April 2021 in Krankenhäusern an Covid-19 verstorben. Statistisch einer von 686 Einwohnern oder 1,5 Promille – das übersteigt den Hamburger Schnitt (0,4 Promille) um mehr als das Dreifache.

Besonders deutlich wird der Unterschied innerhalb der Postleitzahl 20253, also Hoheluft-West. Laut „Hamburger Morgenpost“ ist die statistische Wahrscheinlichkeit, mit Covid ins Krankenhaus zu müssen, dort besonders gering: Von mehr als 16.000 Einwohnern landeten zwischen November 2020 und April 2021 nur sieben auf einer Covid-Station, das ist einer von 2.347 Einwohnern – zehnmal weniger als in Billstedt.

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17.07 Uhr: Hamburg überschreitet nächste Impf-Marke

Viel Impfstoff kommt in der letzten Aprilwoche in Deutschland und damit auch in Hamburg an. Wie aus den Zahlen des Robert-Koch-Instituts von Mittwoch hervorgeht, wurden in der Hansestadt nun 25,1 Prozent der Bevölkerung mit einer Erstimpfung versehen, also jeder vierte Einwohner der Stadt. Die nächste wichtige Schwelle ist damit überschritten.

Auch in der zweiten Wochenhälfte werden weiterhin sehr viele Menschen bei den Hausärzten und im Impfzentrum an den Messehallen den Stoff in die Arme gespritzt bekommen. Deutschland wird wohl eine neue Rekord-Impfwoche erzielen.

Noch etwas besser als Hamburg stehen im Norden Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 25,9 Prozent und Bremen mit 26,7 Prozent da. In Niedersachsen wurden 24,8 Prozent der Einwohner erstgeimpft, in Schleswig-Holstein nur 23,5.

Dienstag, 27. April

14.17 Uhr: Bremen führt Corona-Testpflicht in Unternehmen ein

Das Bundesland Bremen führt im Alleingang auf Landesebene vom 10. Mai an eine Corona-Testpflicht in Unternehmen und Verwaltungen ein. Auf einen entsprechenden Grundsatzbeschluss verständigte sich der Senat des Bundeslandes am Dienstag.

„Eine echte Testpflicht dient dem Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nicht im Homeoffice arbeiten können“, begründete Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) die Entscheidung. Zudem leiste die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie insgesamt. „Was bei Kindern und Jugendlichen sinnvoll ist, das muss auch bei Erwachsenen möglich sein“, sagte er mit Blick auf Regeln für die Schulen.

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Bisher sind die Arbeitgeber durch die Arbeitsschutzverordnung verpflichtet, ihren Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, zweimal in der Woche einen Corona-Selbsttest anzubieten. In Bremen werden die Beschäftigten nun künftig verpflichtet, dieses Angebot auch anzunehmen.

Der Senat führt mit der Entscheidung die Testpflicht auf landesrechtlicher Ebene für Präsenz-Arbeitsplätze ein. Die Corona-Verordnung soll nun entsprechend angepasst werden. Vorgesehen ist auch eine Übergangsfrist. Bremen hatte sich bereits vorige Woche im Bundesrat für eine echte Testpflicht in Betrieben stark gemacht, für seinen Antrag aber keine Mehrheit bekommen.

9.21 Uhr: Impfstoff eingetroffen – erste Obdachlose in Hamburg sind geimpft

Nachdem die erste Impfstofflieferung des Herstellers Johnson & Johnson eingetroffen ist, sind in Hamburg die ersten Obdachlosen gegen das Coronavirus geimpft worden. Die ersten Impfungen seien bereits am Montagnachmittag verabreicht worden, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Sie sollen nun zügig in den Obdachlosenunterkünften fortgesetzt werden. „Es ist gut, dass uns dieser Impfstoff zur Verfügung steht – so können wir den lange erwarteten Impfschutz mit nur einer Impfdosis erreichen und für eine sehr mobile Zielgruppe einen wichtigen Schutz erreichen“, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) dazu.

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Zuvor waren alle Bewohner der Obdachlosenunterkünfte des Winternotprogramms auf das Coronavirus getestet worden, nachdem seit Anfang April 53 Fälle aufgefallen waren. Die Reihentests bei mehreren Hundert Bewohnern hätten nun 15 weitere positive Fälle hervorgebracht, die nicht mit den Infektionen zuvor erkennbar in Zusammenhang gestanden hätten, sagte der Behördensprecher. Für sie wurde eine Quarantäne angeordnet.

Alle nachweislich negativ getesteten Obdachlosen sollen nun gemeinsam an zwei Standorten untergebracht und unverzüglich von mobilen Impfteams geimpft werden. Die sechs Standorte des Winternotprogrammes werden dafür zwei Monate länger in Betrieb sein. Über das Winternotprogramm kann die Sozialbehörde rund 1000 Obdachlose erreichen.

Montag, 26. April

19.34 Uhr: Tschentscher warnt vor Aufhebung von Einschränkungen

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat vor einer unvorsichtigen Aufhebung der Corona-Einschränkungen für Geimpfte und Genesene gewarnt.

Der Bund erarbeite derzeit eine Verordnung, „der zugrunde liegt der Gedanke, dass Grundrechtseinschränkungen so früh wie möglich aufgehoben werden“, sagte er am Montagabend nach Beratungen mit den anderen Länderregierungschefs und der Kanzlerin. Dabei müsse neben einem Impfangebot für alle aber auch die Pandemielage berücksichtigt werden.

Es gebe zwar die Einschätzung, dass vom Geimpften und Genesenen „ein sehr geringes Risiko“ ausgehe. „Nicht gar kein Risiko“, betonte er. Es müsse auch bedacht werden, dass „die Kumulation von Restrisiken“ wieder zu einem nennenswerten Risiko führen könne.

17.06 Uhr: AstraZeneca in Schleswig-Holstein jetzt auch ab 60 Jahren

Schleswig-Holsteins Hausärzte dürfen ab sofort auch Menschen zwischen 60 und 69 Jahren mit dem Präparat von Astrazeneca impfen. Es dürfen dort jedoch keine Menschen über 70 Jahren oder mit schweren Vorerkrankungen dringlicher eine Corona-Schutzimpfung benötigen, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte.

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Praxen mit sinkender Nachfrage von Menschen aus beiden ersten Prioritätengruppen soll ein fließender Übergang auf jüngere Gruppen ermöglicht werden.

Patienten sollen sich nicht aktiv um Termine bemühen, sondern allenfalls für eine Impfung registrieren, um eine Überlastung durch viele Anrufe bei den Ärzten und dem medizinischen Personal zu vermeiden. Laut Ministerium nehmen an den Corona-Schutzimpfungen rund 1.500 Praxen in Schleswig-Holstein Teil. Dort wurden bislang mehr als 110.000 Impfungen durchgeführt.

15.27 Uhr: Hamburg startet Impfungen der Gruppe 3

Als erste Angehörige der sogenannten Priorisierungsgruppe 3 sind in Hamburg nun auch die Beschäftigten der weiterführenden Schulen und aus dem Bereich Jugendhilfe zur Corona-Schutzimpfung aufgerufen. Das teilte die Gesundheitsbehörde am Montag mit. Bisher konnten sich nur Lehrer und Beschäftigte an den Grundschulen gegen Corona impfen lassen.

Für diese Woche seien noch mehrere Tausend Termine verfügbar, hieß es. Je nach Liefersituation und Impfstoff-Verfügbarkeit würden laufend weitere Termine freigegeben. Interessierte könnten sie telefonisch unter 116 117 oder online unter www.impfterminservice.de buchen. Beim Termin im Impfzentrum müsse dann eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorgelegt werden.

11.07 Uhr: Corona-Ausbruch in Obdachlosenunterkunft

Erneut kam es in Hamburg zu einem Corona-Ausbruch in einer Obdachlosenunterkunft. 20 Personen aus der Einrichtung „Pik As“ sollen direktem Kontakt zu einer infizierten Person gehabt haben. Deshalb brachte ein Großaufgebot an Rettungskräften der Hamburger Hilfsorganisationen die Betroffenen mit 30 Krankewagen in die Quarantäneeinrichtung nach Hamburg-Niendorf.

Sonntag, 25. April

10.28 Uhr: Mitarbeiterin soll Impfstoff durch Kochsalzlösung ausgetauscht haben

Eine Mitarbeiterin im Impfzentrum Friesland in Niedersachsen soll in sechs Fällen Biontech-Impfstoff durch eine Kochsalzlösung ausgetauscht haben. Die Frau gebe an, eine zu Boden gefallene Ampulle damit ersetzt zu haben, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Für die mit der Kochsalzlösung geimpften Personen bestehe keine Gesundheitsgefährdung. Es seien Ermittlungen gegen die Mitarbeiterin des DRK-Kreisverbandes Jeverland wegen eines möglichen Körperverletzungsdelikts aufgenommen worden.

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Die Frau habe am Samstag einer Kollegin von dem drei Tage zurückliegenden Vorfall erzählt. Der Polizei sagte die Verdächtige, sie habe die Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen, um über die heruntergefallene Ampulle nicht informieren zu müssen. Der Landkreis sucht jetzt die möglicherweise Betroffenen, die am Mittwoch (21.4.) bis mittags geimpft wurden.