Corona im Norden: Veranstalter planen große Festivals – und wollen zur Not vor Gericht gehen

So voll wie hier auf der Fusion 2019 wird es auf den Ersatz-Festivals definitiv nicht.
So voll wie hier auf der Fusion 2019 wird es auf den Ersatz-Festivals definitiv nicht.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Den Überblick über die Corona-Lage im Norden zu behalten, ist nicht immer leicht. Aktuell geht die Tendenz hin zu deutlichen Lockerungen, da die Inzidenzen in den nördlichen Bundesländern richtig stark sinken.

In Schleswig-Holstein ist die Lage schon seit einiger Zeit verhältnismäßig entspannt, auch Mecklenburg-Vorpommern hat inzwischen wieder geöffnet. Wichtige Entwicklungen findest du in diesem News-Blog.

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Corona-Zahlen im Norden aktuell (RKI-Inzidenzwerte):

  • Hamburg: 16
  • Schleswig-Holstein: 9
  • Mecklenburg-Vorpommern: 6
  • Bremen: 18
  • Niedersachsen: 11

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+++ Corona-im-Norden-Blog aktualisieren +++

Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Norden im News-Ticker

Freitag, 11. Juni

8.58 Uhr: Ersatz für Fusion-Festival soll kommen

Nach der zweiten coronabedingten Absage des „Fusion“-Festivals in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) wollen die Veranstalter nun im Spätsommer rund 30.000 Gäste auf das ehemalige Flugplatzgelände locken. Unter dem Motto „Plan:et C“ will der Verein Kulturkosmos (Berlin) ab 20. August an drei Wochenenden je 10.000 Besucher zusammenbringen, wie der Verein auf seiner Internetseite mitteilte. Der Vorverkauf sei gerade gestartet. Das exakte Programm stehe aber noch nicht fest.

Es soll zwei Bühnen mit Musik, dazu Theater und Kinoaufführungen geben. Pro Karte sollen 100 Euro gezahlt werden, wozu ein Corona-PCR-Test bei Anreise gehöre. Bezahlte Tickets könnten nicht storniert werden. Angesichts der aktuellen Entwicklung und mit Test- und Hygienekonzept sei man sicher, „Covid-safe feiern zu können.“ Zur Not wolle man sich die Genehmigung vor Gericht erstreiten.

Der Verein hatte bei der „Fusion“ zuletzt bis zu 70.000 Gäste. Das Festival gilt als eines der größten alternativen Musik- und Theaterfeste Europas. Es war 2020 ausverkauft, wurde aber abgesagt. Ein Großteil der bezahlten Karten blieb für 2021 gültig. Die Käufer mussten aber einen Zuschlag zahlen, wenn sie ihre Karte nicht zurückgeben wollten. Der Preis wurde von 130 auf 220 Euro „wegen höheren Aufwandes“ angehoben, was zwei Drittel auch zahlten. Im Mai wurde die „Fusion“ dann erneut abgesagt. Die Tickets sollen nun für 2022 gültig bleiben.

13.10 Uhr: Schleswig-Holstein öffnet wegen niedriger Corona-Zahlen weiter

Schleswig-Holsteins Landesregierung hat angesichts niedriger Corona-Zahlen weitere Lockerungen beschlossen. Das nördlichste Bundesland habe mit einer Inzidenz von unter 10 weiter einen deutlichen Vorsprung vor anderen Regionen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag.

Ab Montag sind wieder größere Veranstaltungen und Versammlungen möglich. Außerdem können Schwimm-, Spaß- und Freibäder mit Hygienekonzepten öffnen. Bislang war nur Bahnenschwimmen und Schwimmausbildung in Schwimmbädern erlaubt.

Am Freitag beschloss das Kabinett die ab Montag geltende Neufassung der Corona-Landesverordnung. An Sportveranstaltungen und Wettbewerben dürfen drinnen bis zu 500 und draußen bis zu 1.000 Menschen teilnehmen. Treiben innen mehr als zehn Erwachsene oder mehr als 25 Kinder gleichzeitig Sport, brauchen sie weiter einen aktuellen Test.

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Bei Festen ohne feste Sitzplätze sind drinnen unter Auflagen wieder bis zu 125 Personen erlaubt, draußen 250. Bei Konzerten, im Theater oder Kino sind im Innenbereich bis zu 500 Teilnehmer möglich, draußen 1000. Diese Größenordnungen gelten jeweils auch bei Versammlungen und Gottesdiensten.

Vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen entfällt ab Montag die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. In den Schulen bleibe sie aus Gründen der Vorsicht, sagte Günther.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen lag in Schleswig-Holstein bei 9,4, wie aus Daten der Landesmeldestelle vom Donnerstag hervorgeht.

Donnerstag, 10. Juni

18.46 Uhr: Ostsee-Ort kippt Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen

In vielen Regionen Schleswig-Holsteins liegt die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile unter 10. In Ostholstein an der Ostsee betrug der Wert am Donnerstagmorgen lediglich 0,5 – einer der geringsten des ganzen Landes.

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Nun denken einige Orte in der beliebten Urlaubsregion bereits über Lockerungen der Maskenpflicht nach, wie die „Lübecker Nachrichten“ berichten. Die Allgemeinverfügung zur Pflicht zum Tragen einer Maske läuft demnach am Sonntag, den 13. Juni aus.

Der beliebte Ort Neustadt an der Ostsee hat bereits angekündigt, die Maskenpflicht im Freien weitestgehend aufzuheben. „Da sich die Infektionslage erheblich verbessert hat, wird auch auf eine erneute Anordnung der Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Flächen verzichtet“, zitieren die „Lübecker Nachrichten“ Bürgermeister Mirko Spieckermann.

Lediglich auf dem Wochenmarkt bleibe die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung weiterhin bestehen. Auch in Oldenburg soll die Pflicht schon bald fallen. Bürgermeister Jörg Saba betonte jedoch: „Mit der Aufhebung der Maskenpflicht endet nicht die Eigenverantwortung und gegenseitige Rücksichtnahme.“

11.05 Uhr: Kiel plant nächtliche Einschränkungen im Schrevenpark

Am vergangenen Wochenende räumte die Kieler Polizei zweimal den Schrevenpark nachdem sich Anwohner über den Lärm beschwert hatten. Daher will die Stadt Kiel die Lage im Schrevenpark durch konkrete Regelungen beruhigen.

„Wir wollen den jungen Menschen nicht nach all diesen Entbehrungen das Feiern verbieten“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Diese sollen sich in den Parks, Grünanlagen und am Strand weiter eingeladen fühlen, aber mehr Rücksicht nehmen. „Wie es da müllmäßig aussah, ist einfach unter aller Kanone.“

Das hat jetzt Konsequenzen. „Ab 22 Uhr haben die Anwohner ein Recht auf Nachtruhe und dafür müssen wir sorgen“, sagte Kämpfer. Die Stadt will nun eine rechtssichere Übergangsregelung auf den Weg bringen. Laut Kämpfer müsse diese möglicherweise nur bis Ende Juni befristet werden.

Er begründete dies mit der derzeit aufgrund sinkender Infektionszahlen herrschenden Feierstimmung der Menschen. „Da werden wir angemessene Regeln aufstellen, aber die wollen wir dann auch konsequent durchsetzen. Es geht aber nicht um die Vergrämung der jungen Leute, sondern um ein besseres Miteinander in dieser Übergangsphase.“

Mittwoch, 9. Juni

15.15 Uhr: Kieler Woche soll wieder deutlich größer stattfinden

Angesichts der sich entspannenden Corona-Lage soll die Kieler Woche in diesem Jahr (4. bis 12. September) wieder größer ausfallen. „Insgesamt kommen wir wieder deutlich näher ans Original“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Mittwoch. „Dieses Mal gibt es eigentlich Kieler Woche pur - aber mit ein paar Regeln.“

Denkbar seien Einlasskontrollen oder Kapazitätsbegrenzungen an bestimmten Plätzen. „Wir trauen uns im Moment, groß zu planen.“ Als grobe Richtlinie sei derzeit die Hälfte der herkömmlichen Größe des Festes angedacht.

2020 hatte Corona die Veranstalter veranlasst, auf ein Volksfest mit viel Musik und Trubel zu verzichten. Insgesamt wurden 38 000 Tickets für Veranstaltungen gebucht, 44 000 standen zur Verfügung. Online hatten Livestreams von Konzerten auf diversen Kanälen 195 000 Zuschauer. Unter normalen Bedingungen hatte die Kieler Woche noch 2019 mehr als 3,5 Millionen Besucher aus gut 70 Ländern angelockt.

7.45 Uhr: Markt- und Schaustellerverband hofft auf Fischmarkt ohne Auflagen

Hamburgs Markthändler und Schausteller hoffen mit Blick auf die zunehmenden Corona-Lockerungen, dass auch auf dem Fischmarkt bald wieder Leben einkehrt. „Wir hoffen natürlich, dass da jetzt auch Bewegung reinkommt, weil der eigentlich immer noch als Wochenmarkt gilt und es deshalb der drastischen Auflagen gar nicht bedarf“, sagte Wilfried Thal, Präsident des Landesverbandes des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg, der Deutschen Presse-Agentur.

Mit der Hoffnung verbinden Thal und die Händler allerdings auch den Wunsch, dass der Traditionsmarkt ohne Auflagen und zur regulären Uhrzeit öffnen darf. „Die Händler haben da ein ganz klares Votum: Es wird nur zur regulären Zeit geöffnet.“ Also 5.00 Uhr bis 9.30 Uhr. Das mache den Fischmarkt ja auch aus. Erst am Vormittag zu starten, sei keine Option. „Sonst versauen wir uns ja das Image“, so Thal.

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Wann der Fischmarkt wieder starten kann, steht Thal zufolge noch nicht fest. „Das wird sich sicherlich noch ein paar Wochen hinziehen.“ Auch das zuständige Bezirksamt Altona hat noch keinen Zeitplan.

„Das Bezirksamt Altona hat selbstverständlich großes Interesse den Hamburger Fischmarkt wieder zu ermöglichen. Aus diesem Grund hat das Bezirksamt bereits ein Konzept ausgearbeitet. Entscheidend ist, dass die Wiedereröffnung den Marktstandbetreiber*innen eine echte Perspektive bietet“, hieß es dazu aus der Behörde. Unverzichtbar sei dabei allerdings, dass auch die zuständige Sozialbehörde ihr Einverständnis erkläre.

Verbandspräsident Thal hofft indes, dass der Markt trotz der Pandemie wieder das beliebte Original werden kann. Leicht werde das aber nicht und es hänge auch von den Händlern und dem Verhalten der Besucher ab. „Wenn ich eine Prognose wagen sollte: Es wird Jahre dauern, bis wir den Fischmarkt wieder so hinbekommen wie wir den haben wollen.“

Seit März 2020 müssen Touristen und Hamburger wegen der Corona-Pandemie auf den 300 Jahre alten Fischmarkt verzichten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut. Viele Nachtschwärmer gingen nach einem Abend auf dem Kiez direkt zum Fischmarkt.

Ob nach einem möglichen Start auch alle beliebten Originale des Fischmarkts wieder da sein werden, wollte Thal nicht versprechen. „Ein paar sind mir bekannt, die nicht wiederkommen werden.“

Dienstag, 8. Juni

21.05 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern lockert massiv, Maskenpflicht im Unterricht aufgehoben

Mecklenburg-Vorpommerns Schüler müssen keine Masken mehr im Unterricht tragen. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Schwerin nach einer Kabinettssitzung mit. Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigste Corona-Sieben-Tage-Inzidenz aller Bundesländer, sie lag zu Wochenbeginn bei 8,7.

Das Land lockert zudem die coronabedingten Kontaktbeschränkungen erheblich. Künftig sind private Treffen mit 30 Personen erlaubt, wie Schwesig sagte. Bisher durften sich maximal zehn Personen treffen. Familienfeiern in der Gaststätte sind mit bis zu 100 Gästen möglich, wobei auch wieder getanzt werden darf. Kinder, Geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt.

Sportwettkämpfe können von Freitag an wieder mit Publikum stattfinden, Kinos öffnen. Messen dürfen stattfinden, Zirkusse, Spaß- und Hallenbäder besucht werden - allerdings mit negativem Corona-Test, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte. Auch Flohmärkte sind wieder gestattet.

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Veranstaltungen im Außenbereich dürfen mit bis zu 600 Personen stattfinden, im Innenbereich mit 200. Mit Sondergenehmigung seien Veranstaltungen drinnen mit bis zu 1250 Besuchern und draußen mit bis zu 2500 Besuchern möglich, sagte Martin. Die Corona-Abstände müssten aber eingehalten werden.

17.55 Uhr: Hochzeitsplaner in Hamburg enttäuscht

Der Bund deutscher Hochzeitsplaner ist enttäuscht von den Hamburger Corona-Lockerungen. Bei Trauungen und privaten Feiern gehe Hamburg wieder einen Sonderweg, teilten die Veranstalter am Dienstag in Hamburg mit. „Wieder einmal übergangen werden die Hamburgerinnen und Hamburger, die sich in diesem Jahr das Ja-Wort geben möchten“, hieß es.

Das sei zwar grundsätzlich erlaubt, jedoch gebe es nach wie vor starke Einschränkungen. So seien standesamtliche Trauungen ausschließlich auf dem Standesamt und mit maximal zehn Personen inklusive des Standesbeamten möglich. Bei privaten Feiern seien maximal fünf Personen aus fünf Haushalten im Innenbereich zugelassen, maximal zehn im Außenbereich.

Tanz bleibe nach wie vor verboten und werde wohl erst wieder möglich sein, wenn auch die Clubs ihren Betrieb aufnehmen dürfen. „Trotz einer stabilen Inzidenz von unter 20, den Testmöglichkeiten und Fortschritt bei den Impfungen haben wir damit mehr Einschränkungen bei Trauungen und privaten Feiern als im letzten Jahr um diese Zeit“, hieß es. In Nachbarbundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern seien dagegen ab Mitte Juni private Feiern mit mehr als 100 Personen im Innenbereich und Tanz erlaubt.

17.01 Uhr: Null! In zwei Landkreisen gibt's keine erkannten Corona-Neuinfektionen mehr

Die niedersächsischen Landkreise Friesland und Goslar kommen derzeit bundesweit am besten durch die Corona-Pandemie: Die Sieben-Tage-Inzidenz in den beiden Landkreisen ist nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag auf Null gesunken.

Der Wert gibt die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche an. Damit lagen die beiden Kreise deutschlandweit vorn – gefolgt vom Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Inzidenz von 1,3, wie aus den RKI-Daten hervorgeht.

Allerdings sind die Daten wegen der Meldeketten nicht immer ganz aktuell, auch gibt es immer wieder Meldeverzögerungen der Gesundheitsämter.

13.50 Uhr: Hamburg öffnet für Touristen – Treffen zu zehnt im Freien erlaubt

Angesichts weiter sinkender Corona-Infektionszahlen geht Hamburg neue Öffnungsschritte. So können von Freitag an unter anderem Hotels und andere Beherbergungsbetriebe wieder zu 100 Prozent belegt werden. Und im Freien dürfen sich bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen, wie Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag sagte. In Innenräumen bleibt es hingegen zunächst weiter bei maximal fünf Personen aus beliebig vielen Haushalten.

Die zulässige Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen soll auf 100 Menschen in Räumen und bis zu 500 unter freiem Himmel erhöht werden. Außerdem soll Prostitution unter strengen Hygieneauflagen wieder erlaubt werden. Auch dürfen Saunen, Dampfbäder und Wellnesseinrichtungen mit Einschränkungen wieder öffnen.

Bisher durften Hotels, Hostels und Campingplätze nur zu 60 Prozent belegt werden. Auch Veranstalter von Stadt- und Hafenrundfahrten dürfen ab Freitag ihre Kapazitäten wieder vollständig nutzen. In offenen Doppeldeckerbussen oder Barkassen entfällt zudem der Nachweis eines negativen Corona-Tests. Weitere Lockerungen gibt es im Sport sowie bei Chor- und Blasmusikproben in Innenräumen.

Auf eine Öffnung warten müssen hingegen weiterhin Clubs, Diskotheken und andere Tanzlokale. Auch private Feiern sind weiter unzulässig.

Montag, 7. Juni

17.39 Uhr: Hamburg will weiter lockern

Angesichts weiter niedriger Corona-Zahlen will der rot-grüne Hamburger Senat am Dienstag weitere Lockerungen beschließen. Unter anderem sollen sich nach dpa-Informationen ab kommenden Freitag im Freien wieder bis zu zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten treffen können; in Innenräumen soll es hingegen zunächst weiter bei maximal fünf Personen bleiben.

Die zulässige Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen soll auf 100 Menschen in Räumen und bis zu 500 unter freiem Himmel erhöht werden. Außerdem soll Prostitution unter strengen Hygieneauflagen wieder erlaubt sowie Saunen, Dampfbäder und Wellnesseinrichtungen mit Einschränkungen wieder geöffnet werden dürfen.

In der vergangenen Woche hatte der Senat ferner angekündigt, dass Beherbergungsbetriebe und Veranstalter von Stadtrundfahrten ihre Kapazitäten wieder zu 100 Prozent nutzen dürfen sollen. Bei Stadt- oder Hafenrundfahrten in offenen Doppeldeckerbussen oder Barkassen soll zudem kein negativer Corona-Test mehr verlangt werden. Auch sollen wieder mehr Sportmöglichkeiten sowie Chor- und Blasmusikproben in Innenräumen erlaubt werden.

Clubs, Diskotheken und andere Tanzlokale sollen hingegen zunächst weiter geschlossen bleiben.

16.54 Uhr: Sommer-Dom findet unter strengen Auflagen statt!

Seit 2020 musste das größte Volksfest Norddeutschlands wegen der Corona-Pandemie pausieren. Jetzt steht fest: Vom 30. Juli bis zum 29. August wird es in Hamburg wieder einen Sommerdom auf dem Heiligengeistfeld geben. „Wir haben bereits mit den Planungen zum Sommerdom begonnen“, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde am Montag.

„Damit geht unser größter Wunsch in Erfüllung, wir bekommen unseren Dom zurück. Das ist ein Lichtblick für unsere Branche, für die Corona zu einem massiven Umsatzeinbruch führte“, sagte Robert Kirchhecker, Präsident des Schaustellerverbandes Hamburg, dem „Hamburger Abendblatt“.

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Allerdings werde die Zahl der zugelassenen Betriebe um rund 20 bis 30 Prozent reduziert. „Wir gehen davon aus, dass etwa 200 Schausteller auf dem Heiligengeistfeld vertreten sein werden“, sagte Kirchhecker. Außerdem werde es ein umfangreiches Hygiene- und Schutzkonzept und Einlasskontrollen geben. Zugang sollen nur negativ Getestete, geimpfte Personen und Genesene erhalten.

Außerdem werde nach dem heutigen Stand eine Maskenpflicht gelten, und es dürfen nur 10.000 Menschen gleichzeitig auf dem Gelände sein. Insgesamt musste das Volksfest, das es im Frühling, Sommer und Winter gibt, vier Mal abgesagt werden.

11.32 Uhr: Hamburgs Gesundheitssenatorin bittet Impfwillige um Geduld

Die Impfpriorisierung ist aufgehoben. Zumindest in den Hamburger Arztpraxen kann nun jeder versuchen, eine Corona-Schutzimpfung zu erhalten. Hamburg hält die Reihenfolge im zentralen Impfzentrum weiter bei. Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard hat die Bürger angesichts der aufgehobenen Impfpriorisierung um Geduld gebeten und den Kurs der Bundesregierung kritisiert.

„Wir kommen nun in einige Wochen, in denen wir keine Priorisierung haben und keinen Impfstoff“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. In Hamburg sei „kurzfristig fast jede einzelne Dose vergeben“, im Impfzentrum wie in Arztpraxen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die nach der Gefährdung gestaffelte Priorisierung der Impfberechtigten zum Montag aufgehoben.

„Entweder hätte jetzt schon mehr Impfstoff vorhanden sein müssen oder die Priorisierung müsste noch weiter gelten“, sagte die Senatorin. „Aufgabe der Politik ist es auch, verlässliche Ansagen zu machen. Und in der aktuellen Situation lautet diese Ansage leider, dass die meisten noch einige Wochen Geduld brauchen, bis sie ein Impfangebot bekommen können.“ Mehr zur Lage rund um den Impfstoffmangel in Hamburg erfährst du >>> hier.

Samstag, 5. Juni

16.40 Uhr: Tierheime fürchten Abgabewelle

Tierheime im Norden befürchten eine Abgabewelle von in der Corona-Pandemie angeschafften Haustieren, wenn der Alltag mit Bürotagen und Urlaubsreisen wieder einkehrt. „Grundsätzlich sind Tieraussetzungen und Abgaben bei uns im Tierheim Alltag, beides findet aber noch nicht mehr als sonst statt“, sagte der Sprecher des Hamburger Tierheims, Sven Fraaß, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zahlen stiegen aber sicherlich noch, wenn das Homeoffice beendet ist und Reisen wieder möglich sind.

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„Da befürchten wir tatsächlich eine große Abgabewelle und viele ausgesetzte Tiere“, sagte Fraaß. Dabei wird es sich nach Angaben von Fraaß sicherlich vornehmlich um Online-Käufe handeln, „denn dann steht das schnelle Geld im Fokus“. Das Tierheim - in dem die Anfragen nach einem Tier während der Pandemie deutlich gestiegen sind - vermittele ja weiter mit Fragen und bitte, wenn nötig, um weitere Besuche. „Da sind Fehlvermittlungen seltener.“

Ähnlich sieht es die Leiterin des Kieler Tierheims, Katja Dubberstein. Auch sie hätten vermehrt vermittelt, allerdings bei den ausführlichen Vermittlungsgesprächen versucht, unüberlegte Anschaffungen zu verhindern. „Wir haben die Interessenten vor der Vermittlung der Tiere wirklich gut durchleuchtet.“ Daher rechneten die Kieler nur mit einer geringen Zahl von Rückgaben. „Allerdings ist mit einer hohen Zahl Abgabetieren zu rechnen, wenn die Menschen, die sich Tiere über Ebay Kleinanzeigen oder aus dem Auslandstierschutz angeschafft haben, wieder zur Arbeit müssen.“

Die Tiere seien es nach Corona nicht gewöhnt, allein zu bleiben und Hundeschulen seien während der Pandemie geschlossen gewesen, zählt Dubberstein auf. „Da wird einiges kommen.“ Bisher seien drei unerzogene Junghunde abgegeben worden, weil die Besitzer überfordert waren.

Im Tierheim Rendsburg werden zurzeit noch nicht vermehrt Tiere abgegeben. „Es ist aber damit zu rechnen, wenn in Betrieben das Homeoffice wieder rückgängig ist und die Menschen wieder privat mehr unternehmen können, dass dann weniger Zeit für die Tiere bleibt und diese dann wieder abgegeben werden“, sagte der Vorsitzende des Tierschutzvereins Rendsburg, Marc Nadolny.

Nadolny ist wie seine Kollegen in den anderen Tierheimen überzeugt, dass die Rückgabequote von Tierheimtieren eher geringer ist, weil hier im Vorwege genauer geprüft werde, ob bei Interessenten ein langzeitiges Interesse besteht. „Dabei wird auch die Corona-Situation berücksichtigt.“ Er rechnet damit, dass die Rückgabetiere eher aus Vermittlungen über Ebay oder aus Vermittlungsstellen aus dem Ausland kommen, die in den vergangenen Monaten verstärkt Tiere zu hohen Preisen verkauften, ohne dabei Rücksicht auf das Tierwohl zu nehmen.

13.38 Uhr: Kein Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld

Zur Fußball-Europameisterschaft wird es kein Public Viewing auf dem Hamburger Heiligengeistfeld geben. Ob kleinere Fanfeste in den Bezirken stattfinden, liege in der Hand der Bezirksämter, erklärte ein Sprecher der Wirtschaftsbehörde. Wegen der andauernden Corona-Pandemie erlaubt die geltende Hamburger Verordnung Veranstaltungen im Freien mit maximal 650 Zuschauern, aber nur mit festen Sitzplätzen. Der Senat hat allerdings weitere Lockerungen zum 11. Juni angekündigt. An dem Tag beginnt die EM mit dem Auftaktspiel Türkei-Italien in Rom.

Vor drei Jahren hatten rund 20.000 Fans das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko bei der WM in Russland verfolgt. Das Heiligengeistfeld auf St. Pauli bietet Platz für bis zu 40.000 Menschen.

8.22 Uhr: Illegale Corona-Party in Hamburg

In der Nacht zum Samstag haben mehr als 300 überwiegend junge Leute in Hamburg-Ottensen eine illegale Corona-Party gefeiert. Wie die „Bild“ berichtet, soll Alkohol konsumiert worden sein und die Feierwütigen hätten weder Abstände eingehalten noch Masken getragen. Die Polizei rückte sogar mit Wasserwerfen an, wie in einem Video zu sehen ist.

Freitag, 4. Juni

18.05 Uhr: Hamburg kündigt weitere Lockerungen an

Angesichts der niedrigen Corona-Infektionszahlen hat der Hamburger Senat weitere Öffnungen angekündigt. Die Lockerungen zum 11. Juni sollen die Kontaktbeschränkungen und die Prostitution betreffen, teilte der Senat am Freitag mit. Derzeit ist der Rotlichtbereich noch geschlossen, und es dürfen sich nur fünf Menschen treffen. Auch Beherbergungsbetriebe und Veranstalter von Stadtrundfahrten können sich auf eine Liberalisierung freuen: Sie sollen ihre Kapazitäten wieder zu 100 Prozent nutzen dürfen. Die Gültigkeit von Schnelltests, die Übernachtungsgäste brauchen, hatte der Senat mit Verordnung vom Donnerstag bereits von 12 auf 24 Stunden verlängert.

Weitere Öffnungen sind bei den Regeln für Versammlungen und Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich vorgesehen. Der Senat will ferner mehr Sportmöglichkeiten zulassen sowie Chor- und Blasmusikproben in Innenräumen erlauben. Saunen, Dampfbäder und Wellnesseinrichtungen dürften ebenfalls unter Auflagen geöffnet werden. Zu Bars, Clubs und Tanzlokale äußerte sich der Senat nicht. Die Details würden am Dienstag beschlossen werden, sagte die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen.

14.43 Uhr: Innengastronomie in Hamburg öffnet wieder

Am Dienstag gab der Senat bekannt, dass nach der Außengastronomie nun auch die Innengastronomie wieder öffnen darf. Wer gerne wieder drinne essen möchte, muss sich an folgende Regeln halten. Sie gelten sowohl in klassischen Restaurants und Gaststätten, als auch für beispielsweise gastronomische Angebote in Beherbergungsbetrieben, auf Barkassen, in Kultur- oder Freizeiteinrichtungen.

  • Öffnungszeiten

Für die Innenräume der Gastronomie gilt eine Sperrstunde von 23 bis 5 Uhr.

  • Hygiene, Abstand und Nachverfolgung

Es gelten die üblichen AHA-Regeln. Zusätzlich muss zwischen den Tischen ein Abstand von 1,50 Meter bestehen. Wenn das nicht möglich ist, müssen Trennwände aufgestellt werden. Pro Tisch dürfen aus einem Haushalt unbegrenzt Personen und aus mehreren Haushalten bis zu fünf Personen sitzen, wobei Kinder dieser Haushalte bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres nicht mitgerechnet werden. Grundsätzlich sind Verzehr und Bewirtung nur an Sitzplätzen möglich – Stehplätze sind ausgeschlossen. Die Lokale müssen eine Kontaktnachverfolgung ermöglichen, die auch digital sein kann.

  • Masken und Tests

Das Personal muss zweimal in der Woche einen negativen Coronatest vorlegen. Für Gäste in geschlossenen Räumen gilt ein negativer Test, der im Falle eines PCR-Tests bis zu 48 Stunden, im Falle eines Schnelltests 24 Stunden alt sein darf. Dieser Test bzw. ein Nachweis über ein negatives Testergebnis ist vor Betreten vorzulegen. Im gesamten Restaurant, auf dem Weg zum Tisch, zum Bezahlen, auf die Toilette usw. muss eine medizinische Maske getragen werden. Das gilt sowohl für die Gäste, als auch für das Personal. Am festen Sitzplatz darf die Maske abgelegt werden.

  • Außerhausverkauf

Speisen und Getränke dürfen zum Mitnehmen und Liefern verkauft werden. Die Speisen und Getränke vor Ort oder in unmittelbarer Nähe einzunehmen, ist jedoch untersagt. Der Verkauf und die Abgabe alkoholischer Getränke zum Mitnehmen, die nach ihrer Darreichungsform zum unmittelbaren Verzehr bestimmt oder geeignet sind, insbesondere in Gläsern, Bechern oder Einwegbehältnissen, sind untersagt.

  • Alkohol in „Hotspots“

In mehreren Straßenzügen des Schanzenviertels und auf St. Pauli gilt ein Alkoholausschankverbot von 23 bis 6 Uhr, ein Verbot des Abverkaufs nach außen (Kioske, Supermärkte, gastronomische Betriebe, etc.) und des Mitführens von Alkohol von 20 bis 6 Uhr (letzteres gilt nicht für Anwohnerinnen und Anwohner, sofern sie ihre Getränke in handelsüblichen verschlossenen Behältern wie Dosen oder Flaschen bei sich haben). Wo genau diese Regelung gilt, ist hier zu finden.

6.59 Uhr: In Schleswig-Holstein laufen bald tausende Dosen Astrazeneca ab

Trotz eines signifikanten Mangels an Impfstoff vor einigen Monaten warnen in Schleswig-Holstein derzeit Ärzte davor, dass zahlreiche Impfstoff-Dosen von Astrazeneca ihr Verfallsdatum erreichen. Die Kassenärztliche Vereinigung bestätigte gegenüber den „Kieler Nachrichten“, dass knapp 60.000 Dosen, welche vom Nachbarland Dänemark überlassen wurden, nur noch bis zum 30. Juni haltbar seien.

Mehrere Ärzte in Schleswig-Holstein sollen sich deshalb nun bereits gemeldet haben, da sie die Impfdosen zurück geben wollen, damit diese anderweitig verwendet werden: „Noch habe ich aber keine Aussage, wie es weitergehen soll“, erklärt Stephan Ott, Leiter des Fachbereichs Gesundheit des Kreises Rendsburg-Eckernförde gegenüber den „KN“.

Viele Impfwillige warten anscheinend auf den Impfstoff Biontech und Moderna.

Donnerstag, 3. Juni

19.21 Uhr: Stage Entertainment will mit „Wicked“ zurück auf die Bühne

Mit der Neuinszenierung des Broadway-Musicals „Wicked“ will die Stage Entertainment so schnell wie möglich ihren Musical-Betrieb in Deutschland wieder aufnehmen. „Die Zeichen stehen jeden Tag ein bisschen günstiger“, sagte Stage-Sprecher Stephan Jaekel am Donnerstag in Hamburg.

Wegen der geringen Auslastung lohne sich die Öffnung für Privattheater im Moment jedoch noch nicht. „Ab einer Auslastung von 60 bis 65 Prozent könnten wir wieder öffnen“, sagte der Sprecher. Dabei sollen die Besucher vorher getestet werden und Maske tragen. Mit einem Vorlauf von sechs Wochen könnten Shows wie „König der Löwen“ oder „Tina Turner“ dann starten.

09.56 Uhr: Deutlich weniger Zweitimpfungen im Hamburger Impfzentrum

Das Hamburger Impfzentrum bekommt den Impfstoffmangel bitter zu spüren. Auch heute wird ein vergleichsweise ruhiger Tag im Impfzentrum. Der Ärztliche Leiter Dirk Heinrich schrieb gestern Nachmittag bei Twitter: „Nur 2.490 Zweitimpfungen heute und das drei Tage lang. Das tut schon weh, wenn wir unsere Kapazität mangels Impfstoff nicht ausreizen können.“

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard bat die Hamburgerinnen und Hamburger am Mittwoch denn auch einmal mehr um Geduld. Es werde noch eine Weile dauern, bis alle ein Impfangebot bekämen. Hamburg habe zwar mit die höchsten Verimpfungsquoten, bekomme aber auch bundesweit am zweitwenigsten Impfstoff.

Die vorerst letzten 30.000 Termine seien binnen weniger Stunden vergeben worden. Am Dienstag seien 90 Erstimpfungen im Impfzentrum durchgeführt worden.