Corona im Norden: Bislang fehlt in Hamburg Impfstoff – jetzt kommt unerwartete Hilfe

Das Corona-Impfzentrum in Hamburg
Das Corona-Impfzentrum in Hamburg
Foto: imago images

Den Überblick über die Corona-Lage im Norden zu behalten, ist nicht immer leicht. Aktuell geht die Tendenz hin zu deutlichen Lockerungen, da die Inzidenzen in den nördlichen Bundesländern richtig stark sinken.

In Schleswig-Holstein ist die Lage schon seit einiger Zeit verhältnismäßig entspannt, auch Mecklenburg-Vorpommern hat inzwischen wieder geöffnet. Wichtige Entwicklungen findest du in diesem News-Blog.

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Corona-Zahlen im Norden aktuell (RKI-Inzidenzwerte):

  • Hamburg: 12
  • Schleswig-Holstein: 7
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4
  • Bremen: 11
  • Niedersachsen: 7

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Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Norden im News-Ticker

Mittwoch, 16. Juni

7.30 Uhr: Hamburg bekommt Astrazeneca aus Schleswig-Holstein

Bislang fehlt in Hamburg Impfstoff, um die Menschen schneller gegen das Coronavirus zu schützen. Nun kommt unerwartete Hilfe aus Schleswig-Holstein.

Das Nachbarland gibt nämlich einen Teil des von Dänemark überlassenen Impfstoffs Astrazeneca an Hamburg ab. Durch die Lieferung könnten am Mittwoch mindestens 8000 neue Termine im Impfzentrum vergeben werden, sagte der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich. Das benachbarte Bundesland schaffe es nicht, die Dosen aus dänischem Lagerbestand rechtzeitig vor Ablauf der Haltbarkeit Ende Juni zu nutzen.

Um die zusätzlichen Termine könnten sich alle über 60-jährigen Hamburger ab 12.00 Uhr bemühen. Das städtische Impfzentrum halte sich strikt an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, Astrazeneca nur an Menschen dieses Alters zu verimpfen. Zugelassen ist der Stoff Vaxzevria allerdings für alle Erwachsenen. Arztpraxen könnten das Produkt des schwedisch-britischen Herstellers auch an Jüngere abgeben. Dafür sei aber ein eingehendes Aufklärungsgespräch erforderlich, das im Massenbetrieb des Impfzentrums nicht möglich sei, erklärte Helfrich.

Schleswig-Holstein hat bereits 20.000 Dosen Astrazeneca an Nordrhein-Westfalen weitergegeben. Dänemark hat die Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt und Schleswig-Holstein in zwei Lieferungen rund 115.000 Dosen überlassen.

Die Zahl der mindestens einmal in Hamburg Geimpften gab das Robert Koch-Institut am Dienstag mit 842.534 an. Als vollständig geimpft gelten inzwischen 477.032 Hanseaten. Sie machen demnach 25,8 Prozent der Einwohner aus. Damit liegt Hamburg im Ländervergleich im unteren Bereich. In Schleswig-Holstein sind es 27,5 Prozent.

Dienstag, 15. Juni

17.22 Uhr: CDU-Politiker fordert Grenzkontrollen – und das flächendeckend

Flächendeckende Grenzkontrollen von Reiserückkehrern auf negative Corona-Tests fordert für diesen Sommer der Fraktionsvorsitzende der CDU im schleswig-holsteinischen Landtag, Tobias Koch. Dies müsse auch für den Auto- und Bahnverkehr gelten, sagte Koch am Dienstag in Kiel unter Hinweis auf die Gefahr des Einschleppens von Virus-Mutationen. Solche Kontrollen müsste es ab Juli geben, um eine vierte Corona-Welle zu verhindern.

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Er hoffe, dass der Bundesinnenminister aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gelernt hat, sagte Koch. „Ich gehe fest davon aus, dass die Bundesregierung in diesem Jahr früher und entschiedener eingreift.“

Für Wiedereinreisende müsse es eine Testpflicht geben. Im Grunde wolle niemand solche Grenzkontrollen, die bei Autos auch schwierig seien. Gemessen an den Risiken seien sie aber das kleinere Übel.

14.45 Uhr: Bundesland schafft Touristen-Testpflicht ab!

Die Corona-Testpflicht für Touristen nach der Einreise nach Mecklenburg-Vorpommern wird aufgehoben. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin mit. Zuvor mussten sich Touristen jeden dritten Tag testen lassen, sofern sie nicht zweimal geimpft worden oder von einer Corona-Infektion genesen waren.

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Die bestehende Testpflicht bei der Einreise bleibt hingegen zunächst bestehen. Wer in den Nordosten einreist, muss weiterhin einen maximal 24 Stunden alten Test vorweisen, sofern er nicht zweimal geimpft worden ist oder von einer Corona-Infektion genesen ist. Für manche Dienstleistungen wie die Gastronomie im Innenbereich soll die Testpflicht ebenfalls zunächst bestehen bleiben. Wer in einem Hotel übernachtet, soll dort jedoch alle Gastronomieangebote auch ohne Test in Anspruch nehmen können.

13.47 Uhr: Hamburg schafft Maskenpflicht weitgehend ab – aber nur draußen

Nach der Abschwächung des Corona-Infektionsgeschehens lockert der Hamburger Senat die Maskenpflicht. Im Freien muss ein Mund-Nasen-Schutz ab dem Wochenende nur noch an Orten getragen werden, wo es besonders eng ist, wie Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag bekannt gab.

Auf Wochenmärkten und in Innenräumen sowie in Bussen und Bahnen bleibt die Maskenpflicht vorerst bestehen.

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12.27 Uhr: SH will Regelbetrieb in Schulen

Nach den Einschränkungen im Unterricht durch die Corona-Pandemie plant die Landesregierung für kommendes Schuljahr wieder Regelbetrieb. „Wir starten nach den Sommerferien in ein Präsenzschuljahr“, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Kiel. Unter welchen dauerhaften Hygieneregeln der Unterricht ablaufen wird, soll erst zwei Wochen vor Beginn des Schuljahres entschieden werden.

Prien geht davon aus, dass zum Schuljahresbeginn voraussichtlich für zwei Wochen die Maskenpflicht bestehen bleibt und es in dieser Zeit verpflichtende Corona-Tests geben wird. Sie begründete dies mit Urlaubsrückkehrern. Noch keine konkreten Zahlen gibt es darüber, wie viele Kinder und Jugendliche das Schuljahr wiederholen werden.

12.13 Uhr: SO kannst du dir den digitalen Impfpass in Hamburg holen

Personen, die ihre Schutzimpfung im zentralen Impfzentrum in den Hamburger Messehallen erhalten haben, müssen sich zum Erhalt des digitalen Impf-Zertifikates nicht erneut ins Impfzentrum oder eine Apotheke begeben, sondern können die Internetseite www.panex-impfzertifikat.de nutzen.

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Das gilt sowohl für bereits durchgeführte Schutzimpfungen als auch für noch anstehende Termine. Zur Identifikation ist es erforderlich, dass du neben Angaben zur Person die Nummer der Impfbestätigung sowie die Chargen-Nummer des Impfstoffes eingibst. Diese Angaben sind auf deiner Impfbestätigung enthalten. Nach Eingabe der Daten erhältst du ein individuelles Dokument mit dem Impfzertifikat zum Download, das in die Corona-Warn-App oder die CovPass-App eingelesen werden kann.

Wer seine Impfung nicht im Impfzentrum in den Messehallen bekommen hat, kann sich das digitale Impf-Zertifikat in der Apotheke ausstellen lassen (das ist in allen Bundesländern möglich). Dafür legst du die schriftliche Impfbescheinigung sowie ein Ausweisdokument vor. Für dich entstehen keine unmittelbaren Kosten. Eine Ausstellung des Zertifikats kann sowohl aufgrund des Eintrags im gelben Impfpass als auch aufgrund einer ärztlich ausgestellten Ersatzbescheinigung erfolgen.

Montag, 14. Juni

10.12 Uhr: Hamburg vergibt 14.000 zusätzliche Impf-Termine

Weil Hamburg eine BioNTech/Pfizer-Sonderlieferung erhalten hat, werden am Montagmittag kurzfristig 14.000 Termine für die Corona-Erstimpfung im Hamburger Impfzentrum freigeschaltet. „Sie werden, wie angekündigt, nur an Personen vergeben, die aufgrund der Priorisierung einen Anspruch auf bevorzugte Impfung haben“, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde am Montag in Hamburg.

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Im Impfzentrum müsse der entsprechende Nachweis vorgelegt werden. Die 14.000 Termine können wie immer online unter www.impfterminservice.de oder telefonisch unter 116 117 gebucht werden. Sie sollten um 12.00 Uhr freigeschaltet werden.

Sonntag, 13. Juni

8.01 Uhr: Flensburg und Neumünster haben Inzidenz von null

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Schleswig-Holstein unter neun gefallen. Der Wert wurde mit 8,9 angegeben, wie aus Daten der Landesmeldestelle in Kiel vom Sonntag hervor. Am Vortag hatte er noch bei 9,2 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelegen.

In den Landkreisen Flensburg, Neumünster und Plön ist der Wert besonders tief. In den Landkreisen Flensburg und Neumünster wurde in den vergangenen sieben Tagen kein einziger neuer Corona-Fall pro 100.000 Einwohner gemeldet. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt dort beim Traum-Wert von null.

Samstag, 12. Juni

10 Uhr: Disco geräumt

In Melle im Landkreis Osnabrück ist eine Diskothek geräumt worden. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, herrschte zwar regulärer Disko-Betrieb, doch wurde das Hygiene-Konzept zur Eindämmung des Coronavirus nicht umgesetzt.

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Bei der großangelegten Kontrollaktion seien vor Ort etwa 670 Menschen gezählt worden. Weil die Maßnahmen nicht beachtet worden seien, sei die Veranstaltung geräumt worden.

„Das ist nicht normal abgelaufen“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Demnach kam es zu Schubsereien, Beleidigungen und Fällen von leichter Körperverletzung.

Freitag, 11. Juni

8.58 Uhr: Ersatz für Fusion-Festival soll kommen

Nach der zweiten coronabedingten Absage des „Fusion“-Festivals in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) wollen die Veranstalter nun im Spätsommer rund 30.000 Gäste auf das ehemalige Flugplatzgelände locken. Unter dem Motto „Plan:et C“ will der Verein Kulturkosmos (Berlin) ab 20. August an drei Wochenenden je 10.000 Besucher zusammenbringen, wie der Verein auf seiner Internetseite mitteilte. Der Vorverkauf sei gerade gestartet. Das exakte Programm stehe aber noch nicht fest.

Es soll zwei Bühnen mit Musik, dazu Theater und Kinoaufführungen geben. Pro Karte sollen 100 Euro gezahlt werden, wozu ein Corona-PCR-Test bei Anreise gehöre. Bezahlte Tickets könnten nicht storniert werden. Angesichts der aktuellen Entwicklung und mit Test- und Hygienekonzept sei man sicher, „Covid-safe feiern zu können.“ Zur Not wolle man sich die Genehmigung vor Gericht erstreiten.

Der Verein hatte bei der „Fusion“ zuletzt bis zu 70.000 Gäste. Das Festival gilt als eines der größten alternativen Musik- und Theaterfeste Europas. Es war 2020 ausverkauft, wurde aber abgesagt. Ein Großteil der bezahlten Karten blieb für 2021 gültig. Die Käufer mussten aber einen Zuschlag zahlen, wenn sie ihre Karte nicht zurückgeben wollten. Der Preis wurde von 130 auf 220 Euro „wegen höheren Aufwandes“ angehoben, was zwei Drittel auch zahlten. Im Mai wurde die „Fusion“ dann erneut abgesagt. Die Tickets sollen nun für 2022 gültig bleiben.

13.10 Uhr: Schleswig-Holstein öffnet wegen niedriger Corona-Zahlen weiter

Schleswig-Holsteins Landesregierung hat angesichts niedriger Corona-Zahlen weitere Lockerungen beschlossen. Das nördlichste Bundesland habe mit einer Inzidenz von unter 10 weiter einen deutlichen Vorsprung vor anderen Regionen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag.

Ab Montag sind wieder größere Veranstaltungen und Versammlungen möglich. Außerdem können Schwimm-, Spaß- und Freibäder mit Hygienekonzepten öffnen. Bislang war nur Bahnenschwimmen und Schwimmausbildung in Schwimmbädern erlaubt.

Am Freitag beschloss das Kabinett die ab Montag geltende Neufassung der Corona-Landesverordnung. An Sportveranstaltungen und Wettbewerben dürfen drinnen bis zu 500 und draußen bis zu 1.000 Menschen teilnehmen. Treiben innen mehr als zehn Erwachsene oder mehr als 25 Kinder gleichzeitig Sport, brauchen sie weiter einen aktuellen Test.

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Bei Festen ohne feste Sitzplätze sind drinnen unter Auflagen wieder bis zu 125 Personen erlaubt, draußen 250. Bei Konzerten, im Theater oder Kino sind im Innenbereich bis zu 500 Teilnehmer möglich, draußen 1000. Diese Größenordnungen gelten jeweils auch bei Versammlungen und Gottesdiensten.

Vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen entfällt ab Montag die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. In den Schulen bleibe sie aus Gründen der Vorsicht, sagte Günther.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen lag in Schleswig-Holstein bei 9,4, wie aus Daten der Landesmeldestelle vom Donnerstag hervorgeht.

Donnerstag, 10. Juni

18.46 Uhr: Ostsee-Ort kippt Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen

In vielen Regionen Schleswig-Holsteins liegt die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile unter 10. In Ostholstein an der Ostsee betrug der Wert am Donnerstagmorgen lediglich 0,5 – einer der geringsten des ganzen Landes.

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Nun denken einige Orte in der beliebten Urlaubsregion bereits über Lockerungen der Maskenpflicht nach, wie die „Lübecker Nachrichten“ berichten. Die Allgemeinverfügung zur Pflicht zum Tragen einer Maske läuft demnach am Sonntag, den 13. Juni aus.

Der beliebte Ort Neustadt an der Ostsee hat bereits angekündigt, die Maskenpflicht im Freien weitestgehend aufzuheben. „Da sich die Infektionslage erheblich verbessert hat, wird auch auf eine erneute Anordnung der Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Flächen verzichtet“, zitieren die „Lübecker Nachrichten“ Bürgermeister Mirko Spieckermann.

Lediglich auf dem Wochenmarkt bleibe die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung weiterhin bestehen. Auch in Oldenburg soll die Pflicht schon bald fallen. Bürgermeister Jörg Saba betonte jedoch: „Mit der Aufhebung der Maskenpflicht endet nicht die Eigenverantwortung und gegenseitige Rücksichtnahme.“

11.05 Uhr: Kiel plant nächtliche Einschränkungen im Schrevenpark

Am vergangenen Wochenende räumte die Kieler Polizei zweimal den Schrevenpark nachdem sich Anwohner über den Lärm beschwert hatten. Daher will die Stadt Kiel die Lage im Schrevenpark durch konkrete Regelungen beruhigen.

„Wir wollen den jungen Menschen nicht nach all diesen Entbehrungen das Feiern verbieten“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Diese sollen sich in den Parks, Grünanlagen und am Strand weiter eingeladen fühlen, aber mehr Rücksicht nehmen. „Wie es da müllmäßig aussah, ist einfach unter aller Kanone.“

Das hat jetzt Konsequenzen. „Ab 22 Uhr haben die Anwohner ein Recht auf Nachtruhe und dafür müssen wir sorgen“, sagte Kämpfer. Die Stadt will nun eine rechtssichere Übergangsregelung auf den Weg bringen. Laut Kämpfer müsse diese möglicherweise nur bis Ende Juni befristet werden.

Er begründete dies mit der derzeit aufgrund sinkender Infektionszahlen herrschenden Feierstimmung der Menschen. „Da werden wir angemessene Regeln aufstellen, aber die wollen wir dann auch konsequent durchsetzen. Es geht aber nicht um die Vergrämung der jungen Leute, sondern um ein besseres Miteinander in dieser Übergangsphase.“

Mittwoch, 9. Juni

15.15 Uhr: Kieler Woche soll wieder deutlich größer stattfinden

Angesichts der sich entspannenden Corona-Lage soll die Kieler Woche in diesem Jahr (4. bis 12. September) wieder größer ausfallen. „Insgesamt kommen wir wieder deutlich näher ans Original“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Mittwoch. „Dieses Mal gibt es eigentlich Kieler Woche pur - aber mit ein paar Regeln.“

Denkbar seien Einlasskontrollen oder Kapazitätsbegrenzungen an bestimmten Plätzen. „Wir trauen uns im Moment, groß zu planen.“ Als grobe Richtlinie sei derzeit die Hälfte der herkömmlichen Größe des Festes angedacht.

2020 hatte Corona die Veranstalter veranlasst, auf ein Volksfest mit viel Musik und Trubel zu verzichten. Insgesamt wurden 38 000 Tickets für Veranstaltungen gebucht, 44 000 standen zur Verfügung. Online hatten Livestreams von Konzerten auf diversen Kanälen 195 000 Zuschauer. Unter normalen Bedingungen hatte die Kieler Woche noch 2019 mehr als 3,5 Millionen Besucher aus gut 70 Ländern angelockt.

7.45 Uhr: Markt- und Schaustellerverband hofft auf Fischmarkt ohne Auflagen

Hamburgs Markthändler und Schausteller hoffen mit Blick auf die zunehmenden Corona-Lockerungen, dass auch auf dem Fischmarkt bald wieder Leben einkehrt. „Wir hoffen natürlich, dass da jetzt auch Bewegung reinkommt, weil der eigentlich immer noch als Wochenmarkt gilt und es deshalb der drastischen Auflagen gar nicht bedarf“, sagte Wilfried Thal, Präsident des Landesverbandes des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg, der Deutschen Presse-Agentur.

Mit der Hoffnung verbinden Thal und die Händler allerdings auch den Wunsch, dass der Traditionsmarkt ohne Auflagen und zur regulären Uhrzeit öffnen darf. „Die Händler haben da ein ganz klares Votum: Es wird nur zur regulären Zeit geöffnet.“ Also 5.00 Uhr bis 9.30 Uhr. Das mache den Fischmarkt ja auch aus. Erst am Vormittag zu starten, sei keine Option. „Sonst versauen wir uns ja das Image“, so Thal.

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Wann der Fischmarkt wieder starten kann, steht Thal zufolge noch nicht fest. „Das wird sich sicherlich noch ein paar Wochen hinziehen.“ Auch das zuständige Bezirksamt Altona hat noch keinen Zeitplan.

„Das Bezirksamt Altona hat selbstverständlich großes Interesse den Hamburger Fischmarkt wieder zu ermöglichen. Aus diesem Grund hat das Bezirksamt bereits ein Konzept ausgearbeitet. Entscheidend ist, dass die Wiedereröffnung den Marktstandbetreiber*innen eine echte Perspektive bietet“, hieß es dazu aus der Behörde. Unverzichtbar sei dabei allerdings, dass auch die zuständige Sozialbehörde ihr Einverständnis erkläre.

Verbandspräsident Thal hofft indes, dass der Markt trotz der Pandemie wieder das beliebte Original werden kann. Leicht werde das aber nicht und es hänge auch von den Händlern und dem Verhalten der Besucher ab. „Wenn ich eine Prognose wagen sollte: Es wird Jahre dauern, bis wir den Fischmarkt wieder so hinbekommen wie wir den haben wollen.“

Seit März 2020 müssen Touristen und Hamburger wegen der Corona-Pandemie auf den 300 Jahre alten Fischmarkt verzichten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut. Viele Nachtschwärmer gingen nach einem Abend auf dem Kiez direkt zum Fischmarkt.

Ob nach einem möglichen Start auch alle beliebten Originale des Fischmarkts wieder da sein werden, wollte Thal nicht versprechen. „Ein paar sind mir bekannt, die nicht wiederkommen werden.“