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Coronavirus in Hamburg: Nächster Lockdown bei zu vielen Neu-Infektionen – ab DANN gelten wieder schärfere Maßnahmen

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Ein leerer Spielplatz in Harburg. Nach den Corona-Lockerungen können hier bald wieder Kinder spielen. Foto: Andre Lenthe/Imago

Hamburg. 

Heute kündigte Kanzlerin Angela Merkel an, dass statt bundesweiten Anordnungen nun die Bundesländer mehr Verantwortung in der Coronavirus-Krise bekommen. Statt eines Ausgangsverbots für alle soll es nur in Städten wie Hamburg oder Landkreisen mit einer hohen Zahl von Neuerkrankungen Lockdowns geben.

Merkels Ansage lautete: Bei mehr als 50 mit dem Coronavirus Infizierten auf 100.000 Einwohnern greift die Kontaktsperre, wie sie in Deutschland vor dem 20. April gültig war, in den jeweiligen Kreisen wieder. Auch in Hamburg und Umgebung.

Coronavirus in Hamburg: So bereiten sich die Landkreise im Umland vor

Während für Großstädte wie Hamburg noch Sonderregelungen erarbeitet werden sollen – so soll der Lockdown eventuell schon bei einer geringeren Zahl gelten, weil es länger dauern würde, die vielen Restaurants und Kneipen zu schließen – sind die Regeln für Landkreise im Umland klar.

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Im Kreis Pinneberg sieht man den Neuerungen gelassen entgegen. „Testkapazitäten sind im Kreis Pinneberg derzeit ausreichend vorhanden, müssen und können bei stark steigendem Bedarf auch ausgeweitet werden“, sagt Dr. Angelika Roschning, Leiterin des dortigen Gesundheitsamtes zu MOIN.de.

Tests sind kein Problem, Kita-Schließungen schon

Falls die entsprechende Zahl von Infizierten erreicht würde, „müssen nach der jeweiligen Lage abgestimmte Kontakteinschränkungen angeordnet werden. Insbesondere, wenn es nicht mehr möglich ist, gezielt Kontaktpersonen zu isolieren, zu beobachten und zu testen.“

In Pinneberg wäre das bei etwa 155 Angesteckten pro Woche der Fall. Bislang habe sich dort aber in den vergangenen Monaten insgesamt nur 571 Menschen angesteckt.

Ein Punkt, der Angelika Roschning Grund zur Sorge gibt, sind das hohe Pendleraufkommen und die „vielen persönlichen Kontakte nach Hamburg“. Und: „Schwierig wird es dann, wenn erneut Schulen und Kitas schließen müssten, weil dann auch Erstattungsleistungen nötig würden, die der Kreis Pinneberg nicht schultern könnte.“

Auch in Harburg sieht man die Regelung positiv

Rainer Rempe, Landrat des Kreises Harburg, findet den Vorstoß der Kanzlerin prinzipiell gut. Er sagte zu MOIN.de: „Regionalen Infektionsereignissen dann auch mit regionalen Beschränkungen zu begegnen, ist ein gangbarer Weg. Sollten in diesem Zuge erneute Verschärfungen bei den Regelungen des öffentlichen Lebens notwendig werden, werden wir diese Maßnahmen, wie bislang auch, umsetzen.“

126 Menschen müssten innerhalb von sieben Tagen erkranken, damit es im Landkreis mit den neugewonnenen Freiheiten wieder vorbei wäre.

Es sei leicht, einen Test zu bekommen

Die Zahlen hätte man in Harburg gut im Blick, versichert Rempe. „An unseren Testzentren testen wir schon seit Wochen nicht nur Personen, die Kontakt zu Corona-Erkrankten hatten, sondern auch Bürgerinnen und Bürger, die an Corona typischen Symptomen leiden.“

Er sagt: „Ziel ist es, so viele Test wie möglich durchzuführen, um die Dunkelziffer an Infektionen möglichst gering zu halten. An dieser Praxis halten wir fest.“ (wt)