Fehmarn: Hitzige Diskussion über fremde Kennzeichen – „Dann wäre das Thema doch schnell erledigt“

Aktuell die einzige feste Verbindung von der Insel Fehmarn zum Festland: die Fehmarnsundbrücke
Aktuell die einzige feste Verbindung von der Insel Fehmarn zum Festland: die Fehmarnsundbrücke
Foto: imago images

Seit Beginn der Corona-Pandemie und des Lockdowns achten einige besonders darauf, erst recht in Urlaubsorten: auswärtige Auto-Kennzeichen. Schnell geraten Menschen in den Fokus, sich unerlaubterweise an einem Ort aufzuhalten. Doch dass das in den meisten Fällen völlig unberechtigt ist, zeigt sich an diesem Beispiel von der Ostsee-Insel Fehmarn.

In mehreren Urlaubsregionen hatte es in der Vergangenheit Attacken auf die Autos von Auswärtigen geben, zuletzt wurden zum Beispiel auf Amrum mehrere Reifen zerstochen. Es handelte sich allerdings um Autos von Zweitwohnungsbesitzern, die corona-regelkonform auf der Insel waren. Auch auf Fehmarn gibt es davon viele.

Viele Auswärtige legal auf Fehmarn unterwegs

Der Sender „Radio Sundfunk“ holte bei dem stellvertretenden Bürgermeister der Insel, Heinz Jürgen Fendt (SPD), die Zahlen ein, wie viele Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen es auf Fehmarn gibt. Und das sind sehr, sehr viele.

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Insgesamt zählt die Insel im Kreis Ostholstein etwa 13.000 Einwohner. Jetzt, zu Zeiten des Lockdowns, sind diese in der Regel unter sich, Übernachtungen auf der Insel sind in Hotels verboten.

Aufregung, wenn ein auswärtiges Kennzeichen auf Fehmarn zu sehen ist, ist trotzdem völlig fehl am Platz.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

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10.000 fremde Kennzeichen auf Fehmarn

Denn auf der Insel soll es ganze 10.000 fremde Kennzeichen geben! Darunter fallen zum Beispiel Einheimische, die nicht mit Ostholstein-Kennzeichen unterwegs sind oder 3.000 Dauercamper, die nicht unter die Corona-Beschränkungen fallen.

Daneben gibt es auch noch Tagestouristen, die ebenfalls kommen dürfen, genau wie 1.600 Zweitwohnungsbesitzer und 1.200 Liegeplatzinhaber.

Wut auf auswärtige Kennzeichen ist auf Fehmarn, ebenso wie in allen anderen Orten, völlig unangemessen – erst recht, wenn es zu Sachbeschädigungen an den Autos oder bösen Nachrichten auf Zetteln an der Windschutzscheibe führt, wie schon oft geschehen.

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Fehmarn: Einheimische diskutieren

Unter dem Beitrag des Senders diskutieren die Einheimischen über das Thema: „Geht doch alle wieder petzen. Mich kotzt das so an wie manche Menschen zueinander sind“, heißt es auf der einen Seite.

Andere hingegen trauen nicht allen Wohnmobilbesitzern und vermuten, dass diese teilweise keine Dauercamper sind, sondern nur für einige Tage nach Fehmarn kommen und auch wildcampen.

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„Statt sich hier auf Facebook aufzuregen, wäre es doch konsequent die Polizei zu rufen. Dann wäre das Thema doch schnell erledigt“, schlägt ein Mann vor. (rg)