Flensburg: Beliebte Bar irritiert mit dubiosem Corona-Statement! „Peinlich“

Berühmt und berüchtigt: Das ist die 187 Strassenbande

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Uff, das ist ein hartes Brett, das sich die Bar Klähblatt in Flensburg leistet. Bei Instagram veröffentlichten die Betreiber ein Statement, das nun für mächtig Aufregung sorgt. In dem Post geht esm wie so oft dieser Tage, um die Themen Imfpung und Corona.

Seit Mittwoch gilt für Bars und Discotheken in Schleswig-Holstein die 2G-Plus-Regel. Befreit davon ist nur, wer wessen Booster-Impfung schon 14 Tage zurückliegt. Die Bar in Flensburg wollte auf diesen Umstand aufmerksam machen. Gegenüber der Bar gibt es außerdem eine Teststation. So weit, so gut.

Bar in Flensburg sieht sich in Opferrolle

Danach wird das Posting allerdings merkwürdig. So heißt es: „Für alle anderen gesunden Menschen tut uns die Situation wahnsinnig leid, aber wir können uns, genau wie alle anderen, leider nicht dagegen wehren.“

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Man hoffe auf besser Zeiten und freue sich, schnellstmöglich auch wieder „alle anderen gesunden Menschen, die sich warum auch immer nicht impfen lassen möchten und dafür sicher gute Gründe haben, bei uns begrüßen zu dürfen, um gemeinsam feiern zu können, ohne sie ausschließen zu müssen."

Das alles erweckt stark den Eindruck, als wolle die Bar derzeit gerne auch mit ungeimpften Menschen weiterfeiern.

Dass Studien ergeben haben, dass in Bars und Clubs eine besonders hohe Ansteckungsgefahr herrscht und das Risiko nur durch Impfung, Tests, Abstand und Masken beträchtlich reduziert werden kann, interessiert anscheinend nicht. Genau so wenig wie die hohen Fallzahlen. Aktuell gibt es knapp 1 Million aktive Coronafälle in Deutschland und etwa 500 Todesfälle am Tag.

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Das ist Flensburg:

  • Die kreisfreie Stadt Flensburg ist nach Kiel und Lübeck die drittgrößte Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein
  • Flensburg liegt am Ende der Flensburger Förde, dem westlichsten Punkt der Ostsee, und an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln
  • Die Hafenstadt gliedert sich in 13 Stadtteile und 38 statistische Bezirke
  • In Flensburg leben rund 90.000 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Die Stadt liegt direkt an der dänischen Grenze und galt lange Zeit als Zentrum der dänischen Minderheit. Heute leben rund 2.300 Dänen in Flensburg (Stand: Dezember 2019)
  • Bundesweit bekannt ist die Stadt vor allem durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten „Punkte in Flensburg“

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Flensburg: Schreiben wird immer irrer

Das Schreiben vom Klähblatt wird im Fortgang noch dubioser. Denn im nächsten Absatz heißt es: „Wir denken dabei auch besonders an die ungeimpften Pflegekräfte, Ärzte, Feuerwehrleute, Polizisten, Bundeswehrsoldaten und wer so alles sonst noch Jahr für Jahr für die Allgemeinheit seinen Dienst getan hat!"

Was die Bar damit genau sagen will, bleibt unklar. Dass sie ausgerechnet ungeimpfte Pflegekräfte und Ärzte huldigt, ist äußerst fragwürdig.

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So haben Ärzte und Pflegekräfte täglich mit kranken und zum teil schwer kranken und/oder älteren Menschen zu tun. Sind sie ungeimpft, besitzen sie ein viel höheres Risiko, diese Menschen anzustecken, bei denen die geschwächten Körper mitunter selbst mit einer Impfung dem Coronavirus nicht mehr viel entgegenzusetzen haben.

Zudem leiden Ärzte und Pflegekräfte besonders in Krankenhäusern enorm unter den hohen Fallzahlen, weil sie sich um massenweise Coronafälle kümmern müssen, der Großteil von ihnen ungeimpft, und die Arbeitsbelastung enorm hoch ist. Die Lust und Zeit, um abends noch in Bars zu gehen, schwindet da ohnehin.

Flensburg: Menschen sind fassungslos

Aus einer Frau platzt es als Antwort auf den Beitrag heraus: „Unfassbar. Ihr bemitleidet ungeimpfte Pfleger*innen und Ärzt*innen, dass sie nicht mehr bei Euch feiern dürfen? Und dass, wo drei Kilometer hinter der Grenze gerade Omikron abgeht?“

Im benachbarten Dänemark explodieren die Fallzahlen gerade trotz hoher Impfquote wie noch nie. Das könnte damit zusammenhängen, dass es dort für lange Zeit so gut wie keine Regeln gab und die Virusvariante wahrscheinlich den Impfschutz von einfach oder doppelt Geimpften gut umgehen kann.

Eine weitere Frau schreibt an die Bar gerichtet: „Ich denke auch ganz viel an die ganzen Schwestern im Krankenhaus, welche täglich Überstunden schieben müssen, weil die Intensivstationen voll sind und die echten Notfälle, welche nicht zu verhindern sind, versorgt werden müssen.“

„Peinlich“ oder „peinlicher Text“ heißt es außerdem in weiteren Kommentaren.

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Flensburg: Mit dieser Meinung ist kaum jemandem geholfen

Ein Mann schreibt zudem: „Ihr seid der erste Laden den ich kenne, der mal öffentlich die Meinung vieler Menschen (egal welcher G-Status) vertritt!“

Angesichts der oben beschriebenen Probleme mit Hunderten Toten täglich, fast einer Million aktiver Corona-Erkrankungen, vollen Krankenhäusern und überlasteten Pflegekräften erscheint es allerdings ausgeschlossen, dass die Meinung, man solle derzeit ungeimpft und/oder ungetestet in Bars feiern, einen selbst oder seine Mitmenschen voranbringt.

Bei manchen Themen ist es besser, sich keine Meinung zu bilden, sondern an wissenschaftlichen Fakten zu orientieren.

Im August dieses Jahres, als die Corona-Lage längst nicht so dramatisch war wie jetzt, gab sich das Klähblatt noch deutlich umsichtiger und empatischer. Damals teilte man mit: „Aufgrund der stetig steigenden Inzidenzzahlen entschieden wir uns für Eure und unsere Gesundheit das Klähblatt und die Jack‘s Bar ab heute vorübergehend zu schließen.“ (rg)