Flensburg: Ladeninhaber beschwert sich über diese Maßnahme – und tritt eine Diskussion los! „Kämpfen um ihre Existenz“

Die Innenstadt in Flensburg bietet momentan einen traurigen Anblick.
Die Innenstadt in Flensburg bietet momentan einen traurigen Anblick.
Foto: imago images/Willi Schewski

Flensburg. Traurige Aufnahmen aus Flensburg: Trotz blauem Himmel und Sonnenschein ist die Innenstadt wie leergefegt. Viele Geschäfte haben im Teil-Lockdown ihre Öffnungszeiten bereits reduziert.

Nicht so der Optiker Jens Drews aus Flensburg, der die Fotos vom Stadtzentrum bei Facebook geteilt hat. Im Gegenteil: Er hat kein Verständnis für die Maßnahme seiner Kollegen.

Flensburg: Innenstadt ist leergefegt

Denn seiner Meinung nach sterbe die Innenstadt auch aufgrund des Verhaltens der Einzelhändler aus. Er kritisiert, „dass es inzwischen einige Geschäfte in der Innenstadt gibt, die der Meinung sind, um 16 Uhr schließen zu müssen.“

Und das, obwohl immer wieder über den Online Handel gemeckert werde.

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Zwar räumt er ein, dass jeder Selbstständige über die Öffnungszeiten seines Ladens selbst bestimmen könne, aber es gehe ihm um die Solidarität, die Rechte und Pflichten der Geschäftsleute.

Optiker aus Flensburg hat klare Forderung

„Meiner Auffassung nach haben wir Geschäfte die Aufgabe, mit oder ohne Frequenz, die Öffnungszeiten wenigstens bis 18 Uhr aufrechtzuerhalten“, findet der Optiker.

Er selbst sei bis 19 oder 20 Uhr in seinem Laden – obwohl er oft nur vier bis fünf Kunden am Tag zähle. Unter dem Beitrag entsteht eine Diskussion, die die Flensburger in zwei Lager spaltet.

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Flensburg ist geteilter Meinung

„Wenn es sich ab 16 Uhr einfach nicht mehr rechnet, vom Umsatz her geöffnet zu haben, dann soll ich nach Ihrer Aussage aus Solidarität trotzdem geöffnet haben?“, empört sich beispielsweise ein Mann.

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Das ist Flensburg:

  • Die kreisfreie Stadt Flensburg ist nach Kiel und Lübeck die drittgrößte Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein
  • Flensburg liegt am Ende der Flensburger Förde, dem westlichsten Punkt der Ostsee, und an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln
  • Die Hafenstadt gliedert sich in 13 Stadtteile und 38 statistische Bezirke
  • In Flensburg leben rund 90.000 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Die Stadt liegt direkt an der dänischen Grenze und galt lange Zeit als Zentrum der dänischen Minderheit. Heute leben rund 2.300 Dänen in Flensburg (Stand: Dezember 2019)
  • Bundesweit bekannt ist die Stadt vor allem durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten „Punkte in Flensburg“

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Der gleichen Meinung ist auch eine Frau, die selbst im Einzelhandel tätig ist. Auch sie spricht von einer leeren Innenstadt und kann die verringerten Öffnungszeiten gut nachvollziehen.

Läden in Flensburg kämpfen um ihre Existenz

„Kosten müssen gering gehalten werden“, schreibt sie. „Glaube, kurzfristig gedacht kämpfen grade viele um ihre Existenz und das ist ein Weg, zu überleben.“

„Ich finde, es sollte jedem Geschäftsinhaber selbst überlassen sein, inwieweit der Laden noch geöffnet werden kann“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

Flensburg: „Innenstadt muss attraktiver werden“

Ein anderer Flensburger hingegen findet: „Die Innenstadt muss attraktiver werden.“

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Andere wiederum teilen die Meinung von Jens Drews. „Gerade in Coronazeiten sollte man so viel Präsenz wie möglich zeigen und möglichst vielen Kunden ermöglichen, einzukaufen“, schreibt ein Mann.

Mindestöffnungszeiten für Flensburg?

„Auch meiner Meinung nach sollte es gewisse Regeln geben, was die Mindestöffnungszeiten betrifft, damit die Frequenz aufrechterhalten wird“, schließt sich eine Frau an.

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Eine weiterer Flensburger weist daraufhin, dass viele Berufstätige erst nach 16 Uhr Feierabend haben. „Wenn man dann also aus diesen Läden was benötigt, disqualifizieren sich eben jene vollständig, auch für die Zukunft“, lautet sein Fazit.

Schwierige Lage in Flensburg

Die beiden gegensätzlichen Positionen zusammenzubringen, scheint kaum möglich.

Allerdings fasst ein Kommentar die schwierige Situation passend zusammen:

„Dass die Innenstadt zu sterben droht, ist ein Problem, das nicht durch Corona entstanden ist. Jedoch hat die Pandemie sicherlich die Lage verschärft.“ (lh)