Kiel: Eltern in Rage! Weil in Corona-Zeiten ausgerechnet DAS fehlen soll – „Wir kämpfen“

Der Ärger in einer Schule in Kiel ist groß, Eltern gehen auf die Barrikaden (Symbolbild).
Der Ärger in einer Schule in Kiel ist groß, Eltern gehen auf die Barrikaden (Symbolbild).
Foto: picture alliance/dpa

Der Ärger bei Eltern von Schülern einer Schule in Kiel ist groß, sie gehen auf die Barrikaden!

Der Grund: Bei der geplanten Sanierung der Friedrich-Junge-Schule plant die Stadt Kiel in den Klassenzimmern auf etwas zu verzichten, was in Corona-Zeiten eigentlich unentbehrlich ist. Deshalb haben die Eltern jetzt eine Petition gestartet.

Kiel: Eltern sind sauer

Im Rahmen der Kernsanierung des Gebäudes in der Langenbeckstraße 65 hat das Amt für Immobilienwirtschaft in Kiel veranlasst, dass die Klassenräume ab sofort nicht mehr mit Wasserhähnen und Waschbecken versorgt werden.

Für die Eltern ein Unding. „Wasser wird in den Klassenräumen täglich gebraucht. Für Blumen, im Kunstunterricht und selbstverständlich zum Waschen der Hände“, sagen sie.

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Und: „In Zeiten einer Pandemie sollte der Zugang zu Wasser in den Klassenzimmern allein deshalb für alle Kinder möglich sein“, heißt es in der Petition.

Zuspruch von der Schulleitung in Kiel

Auch die Leitung der Friedrich-Junge-Schule teilt diese Ansicht. „Gerade unter den Pandemie-Bedingungen brauchen wir die Waschbecken in den Klassenräumen dringend“, sagt Thomas Willers, Leiter der Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschule den „Kieler Nachrichten“.

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Das ist Kiel:

  • Kiel ist Landeshauptstadt und auch bevölkerungsreichste Stadt von Schleswig-Holstein
  • Hier leben rund 246.300 Menschen
  • Die Stadt ist ein bedeutender Stützpunkt der Marine
  • Kiel ist bekannt für den Handballverein THW Kiel und den Fußballclub Holstein Kiel
  • Jährlich lockt die Kieler Woche viele Besucher an

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Sein Kollege Stefan Ziervogel, Leiter der Friedrich-Junge-Grundschule, ergänzt: „Wenn wir etwa Kunstunterricht in den Klassen geben, und da ist kein Wasser da, dann verzögert das Abläufe und erhöht die Belastung für die Kollegen. Das ganze Konzept ist nicht zu Ende gedacht. Und das unter den Rahmenbedingungen von Corona – das versteht keiner.“

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Doch was ist der Grund für das Wegfallen der Waschbecken? Die Kosten sind es nicht. Viel mehr fürchten die Planer Legionellen-Bildung. Diese können entstehen, wenn Wasserleitungen länger nicht genutzt werden und eine Infektion zur Folge haben.

KIel: Legionellen-Sorge unbegründet?

Die Eltern hingegen sagen, es gebe dafür keine wissenschaftliche Grundlage. Im Gegenteil: „Es besteht die Möglichkeit, selbst spülende Wasserleitungen zu installieren. Diese technische Lösung ist bezahlbar und umsetzbar“, heißt es in der Petition.

Außerdem könnten Filtersysteme die Problematik verhindern oder ein regelmäßiger Wasserfluss durch den Hausmeister gewährleistet werden. „Damit wird der Bildung von möglichen Legionellenkolonien in nicht genutzten Trinkwasserleitungen vorgebeugt“, so die Eltern.

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Auf Nachfrage der „Kieler Nachrichten“ verweist die Stadt Kiel auf den Aufwand, der sich durch die nachträglichen Änderungen an den Sanierungsplänen ergeben.

Eltern in Kiel wollen Präzedenzfall schaffen

In einer schriftlichen Antwort des Rathauses heißt es: „Bezogen auf die Grundschule würden Änderungen der Planung zu erheblichen Verzögerungen und Kostensteigerungen führen, die nicht mehr kompensiert werden könnten.“

Doch die Eltern wollen einen Präzedenzfall schaffen, denn es gebe in Kiel weitere Schulen, die sanierungsbedürftig seien und künftig vor dem selben Problem stehen könnten. „Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir nicht nachgeben.“

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Das letzte Wort scheint also noch nicht gesprochen. (mk)