Kiel: Schüsse donnern durch den Hafen! Weil SIE nach Jahren endlich wieder da ist

Nach mehrjähriger Sanierung ist der Stolz der Marine in ihren Heimathafen nach Kiel zurückgekehrt.
Nach mehrjähriger Sanierung ist der Stolz der Marine in ihren Heimathafen nach Kiel zurückgekehrt.
Foto: picture alliance/dpa

Es war ein spektakulärer Tag für Kiel: Nach mehr als sechs Jahren ist am Montag endlich wieder der Stolz der Marine in seinen Heimathafen zurückgekehrt.

Für den Kapitän Nils Brandt und seine 120-köpfige Crew gab es in Kiel einen feierlichen Empfang.

Kiel: Tag der Ehre für die Marine

Die Seeleute auf der „Gorch Fock“ wurden von Salutschüssen im Hafen empfangen. Tausende Menschen verfolgten von den Ufern aus die Ehrenrunde des Segelschulschiffs. Immer wieder flogen Transall im Tiefflug über den Dreimaster. Auch ein Tornado war in der Luft.

In frischem Glanz machte die Crew am Montagnachmittag unter Orchesterklängen im Marinestützpunkt fest. Zahlreiche Familienangehörige warteten auf der Mole.

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Fast sechs Jahre lang war der Traditionssegler in Niedersachsen saniert worden. Aus den zunächst veranschlagten 10 Millionen Euro wurden letztlich 135 Millionen Euro.

Das letzte Stück der Heimreise begleiteten Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, die 120 Männer und Frauen der Stammbesatzung an Bord.

Rückkehr des Schiffes nach Kiel ein „Tag der Freude für die gesamte Bundeswehr"

Das Schiff sei nach der Sanierung schöner und besser als vorher, sagte Kramp-Karrenbauer. „Dieses kleine Stück Tradition und Emotion, das können wir uns und das sollten wir uns auch leisten.“ Deutschland sei ein reiches Land.

Kramp-Karrenbauer sprach angesichts der Rückkehr des Schiffes nach Kiel von einem „Tag der Freude für die gesamte Bundeswehr" und dankte der Stammbesatzung, die in der langen Werftzeit viele Entbehrungen auf sich genommen habe.

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Das Schiff werde gebraucht, weil Kadetten dort nicht nur das seemännische Handwerkszeug lernten, sondern auch, dass man auf hoher See eine Gemeinschaft sei. „Die Gorch Fock ist ein besonderes Schiff, sie hat Geschichte.“

Viele Menschen verbänden damit enge Emotionen. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) betonte, viele Menschen verbänden nostalgische Gefühle mit dem Schiff.

Kiel: Schiffskommandant zeigt sich zufrieden

„Sie fährt sich sehr gut“, hatte Kommandant Nils Brandt der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld gesagt. Im Grundsatz handele es sich um ein völlig neues Schiff, sagte Brandt. „Von außen hat sich an dem Schiff aber nicht viel verändert.“

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Brandt zeigte sich zufrieden, wie die runderneuerte Bark im Wasser liegt. Durch die umfangreiche Sanierung sei der 89 Meter lange Dreimaster deutlich leichter geworden.

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Das ist Kiel:

  • Kiel ist Landeshauptstadt und auch bevölkerungsreichste Stadt von Schleswig-Holstein
  • Hier leben rund 246.300 Menschen
  • Die Stadt ist ein bedeutender Stützpunkt der Marine
  • Kiel ist bekannt für den Handballverein THW Kiel und den Fußballclub Holstein Kiel
  • Jährlich lockt die Kieler Woche viele Besucher an

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„Damit haben sich die Bewegungen im Seegang verbessert.“ Insgesamt seien durch Umbauten mehr als 70 Tonnen Gewicht eingespart worden. „Sie rollt dadurch in der See angenehmer durch und verhält sich letztendlich sehr viel weicher in der Bewegung.“

Kiel: Der Kommandant hatte Sorge

Nils Brandt hat keine Angst davor, nach so langer Zeit an Land bei den ersten Fahrten an Seekrankheit zu leiden. Mit zunehmendem Alter werde die Anfälligkeit dafür geringer. „Bislang bin ich nicht seekrank geworden bei den Probefahrten und all den Fahrten vorher.“

Während der Werftliegezeit gab es wegen steigender Kosten politische Diskussionen um die Zukunft des Schiffs. „2018/19, als der ganz große Bruch kam, da hatte ich tatsächlich Sorge, ob wir das Schiff noch mal wieder ins Fahren kriegen und es für die Marine erhalten können“, sagte Brandt.

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Letztlich sei die Entscheidung „für uns“ ausgefallen. Der Anblick des Schiffes in Kiel werde viele Skeptiker hoffentlich überzeugen, dass die Entscheidung richtig war. (dpa/mae)