„Mein Schiff“: Name der Flotte gilt als langweilig – doch wie er entstand, ist völlig verrückt

Kreuzfahrten: Urlaub auf hoher See

Kreuzfahrten: Urlaub auf hoher See

Von Jahr zu Jahr stechen mehr Touristen in See. Kreuzfahrten werden weltweit immer beliebter. Auch immer mehr Deutsche machen Urlaub auf hoher See.

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Mein Schiff“. Unter diesem Namen stach im Jahr 2009 der erste Ozean-Dampfer von Tui Cruises in See. Seitdem hat sich die Reederei unter den anderen Kreuzfahrt-Riesen behauptet – und nimmt jedes Jahr tausende Gäste an Bord.

Wenn Kreuzfahrt-Fans „Mein Schiff“ hören, dürften sich bei vielen von ihnen ein wohliges Gefühl ausbreiten. Urlaubs-Feeling, Sonnenschein und Erholung verbinden die meisten mit der Wortmarke. Doch nicht wenige Menschen empfinden den Namen als langweilig und austauschbar. Wie kam es zu den schlichten Bezeichnungen?

„Mein Schiff“: Ein merkwürdiger Zufall

Warten wollte Tui Cruises nicht. Deshalb wurde kein neues Schiff gebaut, das eine Bauzeit von drei Jahren benötigt hätte – das Unternehmen übernahm einfach kurzerhand das Kreuzfahrtschiff „Celebrity Galaxy“ von einer anderen Reederei.

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Kein besonders einprägsamer Name und ein echter Zungenbrecher – bevor der Dampfer zum ersten mal seine Anker lichtete, musste also ein neuer her. Als jüngstes Kreuzfahrtunternehmen sollte sich Tui Cruises gegenüber Aida und anderen Big Playern am Markt behaupten. Selbst für Laien ist klar: Ein griffiger Name ist da die halbe Miete.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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Tui Cruises entschloss sich also dazu, die „Celebrity Galaxy“, zuerst ganz ohne Namen zu vermarkten. Ein Wettbewerb sollte später zur Namensfindung beitragen.

Im Katalog erschien das erste Kreuzfahrschiff von Tui Cruises, das inzwischen außer Dienst gestellt ist, also ohne Namen – doch nicht ganz.

An der Stelle, an welcher der noch nicht gefundene Name auftauchen sollte, wurde ein Platzhalter eingefügt. Eine gängige Methode, die Schriftsetzern die Arbeit erleichtert.

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So prangte letztendlich „Mein Schiff“ auf den Katalog-Seiten. Doch der Wettbewerb sollte ja noch folgen. Über mehrere Wochen sendeten Teilnehmer unzählige Vorschläge ein, und stimmten über Ideen ab.

„Mein Schiff“: Langeweile? Keine Spur

Als hätten es die Texter geahnt: Der ursprünglich als Platzhalter gedachte Name „Mein Schiff“ ging tatsächlich als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Endlich hatte die Flotte einen Namen – der praktischerweise sogar schon im Katalog abgedruckt war.

Die grafische Gestaltung der Schiffsrümpfe der Flotte wurde dann allerdings weniger dem Zufall überlassen.Das Konzept entwarf eine Hamburger Design-Agentur. Wie Tagebucheinträge sollen die geschwungenen Lettern wirken, die in zarten Linien die dunkelblaue Schiffshülle zieren.

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Emotionale Assoziationen sind aufgebracht, um den Eindruck zu Papier gebrachter Reiseberichte zum maritimen Reise-Erlebnis zu vervollkommnen.

Von Langeweile werden die Fans der Flotte während ihren Touren über die Weltmeere wohl meistens weniger geplagt sein – und falls sich jemand über den einfallslosen Namen „Mein Schiff“ ärgert, erzählt doch einfach diese spannende Entstehungsgeschichte. (wip)