„Mein Schiff“: Hier ging früher an Bord die Post ab, heute passiert dort etwas ganz anderes! „Ist manchmal lästig“

Die „Mein Schiff 1“ vor Stockholm.
Die „Mein Schiff 1“ vor Stockholm.
Foto: picture alliance / TT NYHETSBYR?N

Während kürzlich die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben wurde, sind die Kanaren schon seit Längerem ein attraktives Reiseziel, besonders für Kreuzfahrt-Reedereien. Auch die „Mein Schiff“-Flotte ist dort seit Monaten unterwegs.

Seit Ausbruch der Pandemie herrschen auf der „Mein Schiff“-Flotte strenge Hygienevorschriften. Und an Bord hat sich so einiges geändert.

„Mein Schiff“: Passagiere fahren schon seit Dezember wieder mit

Das Kreuzfahrtschiff von „Tui Cruises“ ist seit Ende 2020 um die Kanarischen Inseln unterwegs, ebenso die Schwester „Mein Schiff 2“. An Bord der wenigen Schiffe, die derzeit überhaupt fahren, gelten bekanntlich strenge Sicherheits- und Hygienevorschriften, die in engen Absprachen zwischen den Reedereien und den Zielländern festgelegt werden.

Die Kreuzfahrt unter Corona Bedingungen funktioniert. Das ist auch dem ausgetüftelten Hygienekonzept der „Tui Cruises“ zu verdanken. Einige Hundert Seiten umfasst das detaillierte Hygienekonzept, nur einen Bruchteil sehen und spüren die Passagiere.

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Und die Passagiere akzeptieren natürlich die Regelungen: „Klar, die Maskenpflicht ist manchmal lästig“, berichtet ein Passagier der Kanaren-Tour. „Die Sicherheit an Bord ist ja auch unsere Sicherheit“, erklärt er weiter.

„Mein Schiff“: Die Sicherheit der Passagiere wird groß geschrieben

Häufiges Desinfizieren der Hände war auf Kreuzfahrtschiffen schon immer Pflicht, inzwischen sind vor den Restaurants sogar Becken zum Händewaschen installiert worden. Wer sie nicht benutzt, erntet einen missbilligenden Blick des zur Kontrolle abgestellten Stewards – also rubbeln sich die meisten Gäste brav die Finger und halten sie anschließend noch unter den Sprühnebel der Desinfektionsautomaten.

Erst dann geht es zum Büffet, an dem sich die Passagiere nicht mehr selbst die Teller füllen dürfen, sondern von Besatzungsmitgliedern bedient werden.

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Desinfiziert wird ständig und überall. Irgendwo wischt immer jemand über Türklinken und Treppengeländer. Wenn die Passagiere nachts in ihren Kabinen sind, ziehen Sprühtrupps in Schutzkleidung durch Bars und Restaurants. Am Ende einer Reise dürfen weder die alten noch die neuen Gäste an Bord sein – das ganze Schiff wird keimfrei gemacht.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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Vor allem beim Spaßfaktor müssen die Passagiere Abstriche machen.

An den Bars gibt es keine Hocker mehr, damit sich fröhlich feiernde Gäste nicht zu nahe kommen. Im Schiffstheater, das nur noch zu 60 Prozent belegt sein darf, bleiben die ersten fünf Reihen unbesetzt, in allen anderen haben die Plätze neben, vor und hinter jedem Zuschauer leer zu bleiben. Die früher oft aufwendigen Shows mit Dutzenden Tänzern und Sängern sind merklich bescheidener geworden, ihr Besuch ist nur mit Voranmeldung und Platzreservierung möglich.

Mein Schiff: Das Abendprogramm wurde reduziert

Trotz weniger Künstler, kann man aber nicht von weniger Qualität sprechen. Seit Februar performt auf der „Mein Schiff“ das Hamburger Kiez Duo „Tante Woo und Roman Whoo“. Im Exklusiv-Interview mit MOIN.DE berichten die beiden Künstler über ihre Erfahrungen an Bord (>>> hier kommst du zum ganzen Interview).

Nach einer Show würden die meisten Passagiere noch ordentlich in der Schiffeigenen Disco abtanzen. Aber das geht seit Corona auch nicht mehr.

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Tanzen an Bord ist überhaupt nicht mehr erlaubt. In der „Abtanzbar“ der „Mein Schiff 1“ wird stattdessen täglich die Temperatur der Gäste gemessen! Wer Fieber hat, muss umgehend zur ärztlichen Kontrolle. Wer den morgendlichen Pflichttermin schwänzt, bekommt erst einen Mahnbrief in die Kabine, hartnäckige Verweigerer können auch zu einem „ernsten Gespräch“ zum Kapitän vorgeladen werden.

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MOIN.DE sprach bereits im Dezember mit einem Passagier, der die Kanaren-Tour absolvierte und der uns über seine Erfahrungen an Bord berichtete. Dabei erklärt er auch, was Passagiere besonders bei Landausflügen beachten müssen. >>> Erfahre hier, wieso manche Passagiere nach dem Landgang nicht mehr an Bord gelassen werden.

Viele Veränderungen, die Corona der Kreuzfahrt beschert hat, werden auch nach dem Abklingen der Pandemie bleiben. Strenge Hygieneregeln sicherlich, vielleicht aber auch Neuerungen, über die sich Passagiere und Besatzung freuen: den weitgehend kontaktlosen, per Smartphone machbaren Check-in zum Beispiel. (dpa/ pag)