„Mein Schiff“: Gäste haben genug von Corona – an Bord wartet diese Überraschung auf sie

Kreuzfahrt: Diese Haushalts-Gegenstände sind an Bord verboten

Kreuzfahrt: Diese Haushalts-Gegenstände sind an Bord verboten

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Kaum ein Tag vergeht derzeit, an dem nicht über die Schließung von Weihnachtsmärkten berichtet wird. Zuletzt wurde klar, dass in Hamburg früher als normal wieder dichtgemacht wird – nämlich am 23. Dezember. In Mecklenburg-Vorpommern machten zuletzt die Weihnachtsmärkte in Schwerin und Rostock zu (MOIN.DE berichtete). Auf der „Mein Schiff 2“ hingegen muss man sich solche Sorgen nicht machen.

Der Dampfer ist aktuell in der Karibik unterwegs und hat einige verrückte Angebote an Bord. Ein eigener Weihnachtsmarkt an Bord, Glühwein bei 28 Grad – was hierzulande unmöglich ist, geht auf der „Mein Schiff 2“ problemlos.

„Mein Schiff 2“: Glühwein in der Karibik

Der kleine Hajo kriegt beim Anblick der bunten Buden mit Weihnachtssternen, Schokoäpfeln, Bratwürsten und Glühwein große Augen. Der Junge aus Würzburg wundert sich – eigentlich sollte es in diesem Jahr wegen Corona doch keinen Christkindlesmarkt geben.

Auch die Mutter findet das Treiben ungewöhnlich. „Da muss man also tatsächlich in die Karibik fahren, um auf einen Weihnachtsmarkt gehen zu können und bei 28 Grad draußen Glühwein zu trinken“, sagt sie.

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Die Deutschen lieben Kreuzfahrt-Urlaub:

  • Insgesamt unternahmen im Jahr 2018 rund 2,73 Millionen deutsche Passagiere eine Kreuzfahrt.
  • Der Großteil davon entschied sich für eine Hochseekreuzfahrt, vor allem mit Aida und Tui („Mein Schiff“).
  • Am beliebtesten sind Kreuzfahrten mit weitem Abstand bei US-Amerikanern, gefolgt von Chinesen – dann folgen die Deutschen.
  • Über 30 Prozent der weltweiten Kreuzfahrtschiffe werden in der Karibik eingesetzt, damit ist sie vor dem Mittelmeer das beliebteste Fahrtgebiet.
  • Die beliebtesten Fahrtgebiete unter den deutschen Kreuzfahrern sind Nordeuropa und das westliche Mittelmeer..

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Die kleine Budenstadt steht auf dem Pool-Deck der „Mein Schiff 2“. Sie ist von der Crew für den ersten Adventssonntag aufgebaut und liebevoll hergerichtet worden. Drinnen im Passagier-Zentrum des Schiffs strahlen die Lichter eines riesigen Weihnachtsbaums. Es macht fast den Eindruck, als gäbe es die Corona-Pandemie an Bord des Schiffes nicht. Jedenfalls fast nicht.

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Alle Passagiere und sämtliche Besatzungsmitglieder sind mindestens zweimal geimpft. Getestet werden sie während dieser 14-tägigen Reise durch die Karibik auch. Ohne Impfung und Test kommt niemand an Bord. Das macht vieles möglich, das zu Hause unmöglich ist.

„Mein Schiff“: Karibik wieder beliebtes Ziel

Nicht zuletzt deshalb kommt der Kreuzfahrtbetrieb in den warmen Regionen, in denen das Leben noch größtenteils im Freien spielt, langsam wieder in Schwung. In der Adventszeit sind in der Karibik neben zwei Schiffen der Tui-Cruises-Flotte auch die „Aida Luna“ und einige US-amerikanische Kreuzfahrtriesen unterwegs.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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„Die größte Unsicherheit war, ob wir überhaupt auf unseren Dampfer rauf dürfen“, erzählt Marion aus Nürnberg. Mit ihrem Mann hatte sie eigentlich eine Asien-Kreuzfahrt geplant, die wegen Corona-bedingter Einreisesperren in einigen Zielländern abgesagt wurde.

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Die beiden Franken wichen auf die Karibik aus. Und hatten erstmal eine Menge Vorarbeiten und auch banges Warten vor sich: Die ursprüngliche Route durch die Antillen und die Jungferninseln wurde wegen Beschränkungen in einigen Häfen zwar auch noch geändert – aber klar war immerhin, dass die Reise stattfinden wird. „Wir konnten nur noch nicht restlos sicher sein, ob wir wirklich dabei sind.“

„Mein Schiff 2“: Gelockerte Hygieneregeln

Wer mitfahren will, hat einige Arbeit vor sich. Vier eng bedruckte Seiten mit Gesundheitsvorschriften sind zu lesen und abzuarbeiten. Jeder Gast hat sich um die international anerkannten Impfnachweise zu kümmern und 72 bis 48 Stunden vor Ankunft in Barbados oder La Romana in der Dominikanischen Republik einen PCR-Test zu machen.

Und natürlich hat man bis kurz vor der Reise ein wenig Bammel, ob der Test auch wirklich negativ ist. Dass am Tag der Anreise nochmal ein Antigentest gemacht werden muss, ist keine große Sache mehr.

An Bord der „Mein Schiff“ ist der Stress vorbei. Die Anforderungen an die Hygiene sind zwar noch immer anspruchsvoll. Die relativ strengen Regularien, die vor gut einem Jahr an Bord der Flotte galten, sind jedoch deutlich lockerer geworden. Maskenpflicht gilt – mit Ausnahme an den Plätzen in Bars und Restaurants – nur noch im Innern des Schiffs. Und dort, wo kein Mindestabstand eingehalten werden kann.

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Häufiges Händewaschen und Desinfizieren sind überall angesagt. Der morgendliche Pflichtappell zur Temperaturmessung dagegen ist abgeschafft. Die passiert jetzt buchstäblich im Vorübergehen - bei jedem Verlassen des Schiffs, das nur zu 60 bis 70 Prozent der normalen Kapazität belegt ist. Selbstbedienung an den Buffets ist wieder erlaubt. An den Bars darf wie früher direkt am Tresen gesessen werden. Selbst Tanzen ist erlaubt – draußen auf dem Pool-Deck.

„Mein Schiff 2“: Mehr Freiheit an Land

Tatsächlich geht es auch bei den Ausflügen wieder vergleichsweise locker zu. Wer mit den Reiseleitern des Schiffs an Land geht, hat trotz Regeln genug eigene Bewegungsfreiheit – ob im Regenwald von St. Lucia, in den pittoresken Städtchen auf Curaçao und Aruba, auf dem Boot bei den tollen Schnorchel-Spots vor Tortola oder an den Traumstränden von Barbados und St. Maarten.

Bei individuellen Ausflügen drücken die lokalen Touristenführer schon mal ein Auge zu, wenn die Fahrgäste im Taxi die Masken nicht richtig oder gar nicht tragen. Sie sind dringend auf Kundschaft angewiesen.

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Die Ein- und Ausreisevorschriften auf den meistens Inseln sind liberal. In der Regel reicht bei Landgängen das kurze Vorzeigen des Schiffsausweises. Auf Barbados wird noch ein aktueller Corona-Test verlangt. Hier hilft das Team um Schiffsarzt Oliver Grohs. In einer knappen Stunde nehmen seine Mitarbeiter am Vormittag gut 1.000 Passagieren die geforderten Antigen-Tests ab. Am Abend liegen die Zertifikate für den Barbados-Ausflug am nächsten Tag in den Kabinen.

„Mein Schiff“: Viel Arbeit hinter den Kulissen

Was hinter den Kulissen einer Kreuzfahrt in Corona-Zeiten läuft, bekommt kaum ein Passagier mit. Hektisch geht es bei den Reedereien zu, wenn kurzfristig Routen geändert oder Reisen komplett abgesagt werden. Da sind Gäste zu informieren, zu trösten und gegebenenfalls umzubuchen. Ständige Behördenkontakte sind nötig, um die Einreisevorschriften laufend auf dem neuesten Stand zu halten.

Für Kreuzfahrt-Passagiere ist fast alles leichter geworden – viel leichter als für die Besatzung. „Am Anfang hatten wir bei der Crew eine Impfquote von acht Prozent“, erzählt Schiffsarzt Grohs. „In zehn Monaten haben wir die auf 100 Prozent gebracht.“ Ohne Maske geht für Besatzungsmitglieder im öffentlichen Bereich trotzdem nichts.

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Eingeschränkt wurden die Kontakte zu den Passagieren. Empfänge und Treffs mit dem Kapitän zum Beispiel sind nicht möglich. Wer sich vorstellt, dass im Fall der Fälle die halbe Schiffsführung in Quarantäne gehen müsste, wird die Vorsichtsmaßnahmen verstehen. (dpa/rg)