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„Mein Schiff“: Familie mit kleinen Kids geht an Bord – und zieht danach ein ehrliches Fazit

Kreuzfahrten:

Urlaub auf hoher See

Kreuzfahrt-Urlaub ist nur etwas für Erwachsene? Nein – Kreuzfahrt ist für alle da. Denn gerade zur Ferien-Zeit tummeln sich auch einige Kinder an Bord der großen Dampfer von „Mein Schiff“ und Co. Doch wie ist es mit kleinen Kindern an Bord zu gehen?

Eine Familie hat jetzt den Test gemacht. Auf der „Mein Schiff 6″ gab es sogar eine extra an Kinder angepasste Animation.

„Mein Schiff“: Familie testet Kreuzfahrt mit Kindern

Auch kleinere Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, sind an Bord natürlich willkommen. Eine Familie machte jetzt den Test mit ihrem dreijährigen Sohn und der sechs Monate alten Tochter. „Wir haben es gewagt und mir endlich den Traum meiner ersten Kreuzfahrt erfüllt“, heißt es von der Mutter. Danach wählt sie ehrliche Worte.

So heißt es in einem Erfahrungsbericht von ihr: „Der Große war vor allem in den ersten Tagen oft mit der Situation überfordert (riesige Auswahl am Buffet, viele Menschen, jeden Tag woanders) und entsprechend hat er sich auch manchmal verhalten (z.B. Klassiker: auf den Boden werfen und weinen).“

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff„:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

Die sechs Monate alte Tochter sei hingegen unkompliziert gewesen: „Sie ist ein entspanntes Mädchen. Ich habe sie überall gestillt, was in meinen Augen niemanden gestört hat. Abends hatten wir sie immer in den Bars, im Theater usw. im Kinderwagen dabei, der Große hat in der Kabine geschlafen (haben das Babyphone-System an Board genutzt).“

Keinerlei Schwierigkeiten mit anderen Gästen

Leider ist es so, dass Reisende an Bord von Kreuzfahrt-Schiffen (kleine) Kinder wegen ihrer Lebendigkeit und Lautstärke immer wieder kritisch beäugen und sich sogar beschweren. Gerne heißt es mal, diese würden nicht an Bord eines Kreuzfahrt-Schiffes gehören, was natürlich nicht stimmt.

Auf der Fahrt der Familie ist es aber wohl nicht zu Schwierigkeiten gekommen, jedenfalls nicht direkt. So schreibt die Mutter in ihrem Bericht:

„Insgesamt habe den Eindruck, dass unser Umfeld uns positiv wahrgenommen hat. Vor allem die Gäste Ü60 haben uns ganz oft sehr herzlich angesprochen, mit unseren Kindern geflirtet und voller Stolz von den eigenen Enkeln berichtet. Aber das nimmt man natürlich bewusster wahr, als die genervten Blicke von Sitzbachbarn im Restaurant, oder das, was hinter unsere Rücken geredet wurde.“

Auch wenn der Dreijährige so seine problematischen Momente an Bord gehabt hat, soll es nicht die letzte Fahrt mit „Mein Schiff“ gewesen sein. Der Junge selbst würde laut seiner Mutter auch gerne wieder mitfahren und frage ständig, wann endlich wieder Urlaub „auf dem tollen, riesengroßen Kreuzfahrtschiff“ gemacht werde.


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Sind Eltern oft das Problem?

Das Fazit der Familie wird rege diskutiert und führt zu zahlreichen Reaktionen. So heißt es in den Antworten von einer Frau: „Wir sind Großeltern von acht Enkelkindern. Kinder sind immer eine Bereicherung. Unser Nachbar feierte gestern mit vielen Erwachsenen und Kindern im Nachbargarten. Es hat mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, wenn man das Lachen und Spielen der Kinder hörte.“

Es gibt aber auch kritischere Töne. So schreibt eine weitere Frau, dass sie als bewusst kinderlose Frau extra außerhalb der Hauptsaison/Ferienzeit buche. Sie gebe zu, dass sie im Urlaub nach Erholung suche und nicht nach „Kinderhorden.“ So heißt es von ihr:

„Für mich sind oft nicht die Kinder das Problem, sondern die Eltern. Eltern, die ihren Kindern alles angehen lassen. Eltern, die meinen ihre Prinzen und Prinzessinnen brauchen kein Benehmen am Tisch und am Buffet. Eltern, die ihre Kinder stundenlang rumschreien lassen und ihren Kindern keine Beachtung schenken. Alles schon miterlebt und sowas finde ich furchtbar.“

Sie kriegt viel Zuspruch für ihre Meinung.

Volles Pool-Deck bei „Mein Schiff“. Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke

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„Mein Schiff“ als Empfehlung

Die Frau, die den Erfahrungsbericht geschrieben hat, wählte die „Mein Schiff“-Flotte für ihre erste Kreuzfahrt als Familie aus, weil Freunde (mit und ohne Kind) sehr von der Reederei geschwärmt hätten.

„Bis vor meiner ersten Schwangerschaft haben wir oft Rundreisen mit dem Auto gemacht (z. B. Irland und Island), das konnten wir uns aber mit den Kindern nicht vorstellen. Also schien uns diese Variante der Rundreise am praktischsten.“

Die nächste Kreuzfahrt wird wohl bald folgen.