MV: Manuela Schwesig spricht über schwere Zeit – „Als ob ein großes Loch aufgeht“

Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, hat mit emotionalen Worten über eine schwere Zeit gesprochen. (Symbolbild)
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, hat mit emotionalen Worten über eine schwere Zeit gesprochen. (Symbolbild)
Foto: picture alliance/dpa/Britta Pedersen

Eine Krebs-Diagnose ist sehr hart. Viel härter ist jedoch die Zeit danach. Krebs-Patienten müssen Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapie auf sich nehmen. Nicht jeder schafft es, danach wieder gesund zu werden. Umso erfreulicher war schließlich die Nachricht im September 2020 von der Landeschefin von Mecklenburg-Vorpommern (MV), Manuela Schwesig, als sie bekannt gab, dass sie den Krebs besiegt hat(MOIN.DE berichtete).

Wie schwer diese Zeit war, erklärt die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (MV) in einem emotionalen Interview anlässlich des Weltkrebstages. Dabei ist Manuela Schwesig den Tränen nahe.

MV: Manuela Schwesig berichtet über schwere Zeit

Für Manuela Schwesig (SPD) war die Corona-Krise eine doppelte Belastung. Als Ministerpräsidentin kämpfte sie für Mecklenburg-Vorpommern und privat gegen den Krebs.

„Die Diagnose Krebs ist eine schlimme Diagnose. Es fühlt sich so an, als ob ein großes Loch aufgeht. Als ich mich einigermaßen von diesem Schock erholt habe, mit Ärzten gesprochen habe, dass es auch Möglichkeiten der Therapien gibt – wenn man in so eine aktive Rolle kommen kann, dann erkennt man, da kann es auch einen Weg geben“, berichtet Manuela Schwesig im Interview mit „ZDFHeute“.

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Das ist Manuela Schwesig:

  • Manuela Schwesig wurde am 23. Mai 1974 in Frankfurt (Oder) geboren
  • Aufgewachsen ist sie in Seelow in der DDR auf
  • Sie gehört seit 2003 dem Vorstand des SPD-Kreisverbands Schwerin an und seit 2005 dem Vorstand der SPD Mecklenburg-Vorpommern
  • von 2008 bis 2013 war sie Landesministerin in Mecklenburg-Vorpommern und von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin unter Angela Merkel
  • seit dem 4. Juli 2017 ist Schwesig Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzende der SPD Mecklenburg-Vorpommern
  • In beiden Ämtern ist sie die Nachfolgerin von Erwin Sellering

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MV: Manuela Schwesig hat sich dazu entschieden, im Amt zu bleiben

Mit sofortiger Wirkung trat sie von ihren Ämtern auf Bundeseben, dem kommissarischen Vorsitz und dem stellvertretenden Parteivorsitz der SPD, zurück. Als Ministerpräsidentin und Vorsitzende der Landes-SPD blieb sie im Amt.

„Wir haben sehr intensiv beraten, ob eine Therapie mit den Herausforderungen einer Ministerpräsidentin überhaupt vereinbar ist. Ich habe dann ganz klar entschieden, dass ich auch Aufgaben abgeben muss, und habe mich deshalb entschieden, den kommissarischen Parteivorsitz der SPD niederzulegen“, so die Politikerin.

MV: „Das ist wirklich eine große Herausforderung“

Sie selbst hat ihre Krebserkrankung überstanden und möchte Betroffenen Mut machen. Denn Ministerpräsidentin Schwesig weiß:

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„Auch noch Angst vor Corona zu haben, ist enormer Druck. Das ist wirklich eine große Herausforderung. Ich würde gern allen sagen, die rummaulen, weil wir Masken verlangen, weil wir dies und jenes machen: Gesund zu sein und mal die Maske in einer Straßenbahn oder im Einkaufsladen zu tragen – das ist wirklich die kleinste Übung.“

MV: Thema Krebs ist sehr wichtig für die Ministerpräsidentin

Für die Ministerpräsidentin ist es sehr wichtig, dass man auf das Thema Krebs aufmerksam macht.

„Krebs ist die Volkskrankheit Nummer zwei und deshalb müssen wir auch in Corona-Zeiten stärker über andere Risiken sprechen, nämlich über das Risiko, wenn man nicht zur Vorsorge geht, wenn man nicht zur Nachsorge geht, dass dann Krebs eine größere Chance hat“, erzählt Schwesig und fügt anschließend hinzu: „Deshalb bin ich froh, dass auch der Weltkrebstag jetzt genutzt wird, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen.“

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Vor kurzem geriet Manuela Schwesig unter Beschuss und stand heftig in der Kritik. Es geht dabei um die Gründung der Stiftung „Klima- und Umweltschutz MV“. Der Vorwurf: Die Stiftung habe Manuela Schwesig nur gegründet, um den Bau der umstrittenen Erdgaspipline „Nord Stream 2“ in MV fertigstellen zu können. Mehr dazu erfährst du >>> hier. (oa)