MV: Polizisten verhalten sich auf Schießstand skandalös – ganze Einheit aufgelöst!

Polizisten aus Sachsen sorgten auf einem Schießstand in Mecklenburg-Vorpommern (MV) für einen Skandal.
Polizisten aus Sachsen sorgten auf einem Schießstand in Mecklenburg-Vorpommern (MV) für einen Skandal.
Foto: IMAGO / Michael Schick

Die Polizei aus Sachsen wird von einem neuen Skandal erschüttert. Es geht um ein illegales Schießtraining auf einem Schießstand in Mecklenburg-Vorpommern (MV). Gegen 17 Polizeibeamte wird wegen des Verdachts des Munitionsdiebstahls oder der Beihilfe dazu ermittelt.

Die Munition sollen sie am Rande einer polizeilichen Ausbildungswoche auf einer privaten Schießanlage in Güstrow in MV mitgebracht und als Gegenleistung an die Firma „Baltic Shooters“ für ein nicht-dienstliches Schießtraining übergeben haben.

MV: 7000 Schuss Munition für Schießtraining entwendet

Die vier Hauptbeschuldigten im Alter zwischen 32 und 49 Jahren sollen im November 2018 aus ihnen dienstlich zugänglichen Beständen der Polizei 7.000 Schuss Munition entwendet haben.

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Am Dienstag wurden im Raum Dresden die Wohnungen von vier Hauptbeschuldigten und die Arbeitsplätze aller Beschuldigten im Landeskriminalamt (LKA) durchsucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilte. Bei den Beschuldigten handelt es sich um Angehörige eines mobilen Einsatzkommandos.

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Daten und Fakten zu Mecklenburg-Vorpommern (MV):

  • Mecklenburg-Vorpommern ist das am dünnsten besiedelte deutsche Bundesland
  • 1,6 Millionen Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern
  • In Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, leben 96.000 Menschen
  • Rostock ist mit über 208.000 Einwohnern die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern
  • Rügen, die größte Insel Deutschlands, gehört zu Mecklenburg-Vorpommern

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Auch gegen die Firma „Baltic Shooters“ ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft wegen Bestechlichkeit.

Schießtraining in MV hat Konsequenzen

Gegen 13 weitere Polizeibeamte im Alter zwischen 30 und 54 Jahren, die mutmaßlich am Schießtraining teilnahmen, wird wegen der Beihilfe zum gemeinschaftlichen Diebstahl ermittelt. Allen Beschuldigten wird zudem der Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

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Eine beträchtliche Anzahl von Munition soll dabei als Bezahlung gedient haben. Die Polizeispitze ist entsetzt und hat harte Konsequenzen für das illegale Schießtraining in MV angekündigt.

Nach Angaben des Landeskriminalamts wurde das Schießtraining beantragt, jedoch durch den Vorgesetzten untersagt. Darüber setzten sich die Bediensteten den Ermittlungen zufolge bewusst hinweg. Als Konsequenz aus den Vorwürfen wurden die vier Hauptbeschuldigten vom Dienst freigestellt.

Sachsens Innenminister stinksauer über Vorfall in MV

Zudem wurde allen Beschuldigten das Betreten der Diensträume untersagt, sie wurde umgehend aus dem mobilen Einsatzkommando in andere Bereiche versetzt. Gegen alle Beschuldigten wurden Disziplinarermittlungen eingeleitet.

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Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) zeigte sich entsetzt: „Ich bin stinksauer und unfassbar enttäuscht, wie Polizisten – die den Amtseid auf unsere Verfassung geleistet haben und die Recht und Gesetz durchsetzen wollen – jetzt selbst zu Straftätern werden.“

Jede Rechtsverletzung eines Polizisten bedeute einen enormen Vertrauensverlust: „Da gibt es nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen.“ Deshalb müsse schnell und umfassend alles aufgeklärt werden. Wöller schloss personelle Konsequenzen im LKA nicht aus.

Sondereinheit wegen Schießtraining in MV aufgelöst

Die sächsische Polizei will die von einer Munitionsaffäre betroffene Sondereinheit nun komplett neu aufbauen. Das kündigte Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz in Dresden an.

Die Auswahl von Personal für Spezialeinheiten sei besonders aufwendig: „Das ist unsere letzte Instanz, wenn es darum geht, Geiselnahmen zu befrieden, Terroristen zu bekämpfen, Organisierte Kriminalität zu begegnen.“

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Kretzschmar zufolge sei man gut beraten, die alte Einheit „im Grunde“ aufzulösen. „Es bedarf sicher zwei, drei Jahre, um eine neue Einheit aufzustellen. Und weitere zwei Jahre, um ein bestimmtes Niveau in diese Einheit zu bringen.“

Am wichtigsten sei aber, nun Lehren aus diesem Sachverhalt zu ziehen und ratsam, einen „radikalen Schnitt“ zu machen. Es gebe weitere drei Spezialeinheiten, die müssten nun die Aufgaben mit übernehmen. (dpa/mk)