MV: Nur ein Holzkreuz erinnert noch an das Unglück, das hier vor zehn Jahren passierte

MV: Ein Holzkreuz lehnt an dem Wildfangzaun an der Autobahn A 19 Berlin - Rostock.
MV: Ein Holzkreuz lehnt an dem Wildfangzaun an der Autobahn A 19 Berlin - Rostock.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bernd Wüstneck

Mecklenburg-Vorpommern (MV) ist nicht nur bekannt als Bundesland mit den 1.000 Seen, sauberen Stränden und als am dünnsten besiedeltes Gebiet Deutschlands, sondern leider auch für den schwersten Unfall auf einer bundesdeutschen Autobahn, den es jemals gab.

Die Fakten erzeugen auch zehn Jahre später noch immer Bestürzung, die Bilder bleiben unvergessen. Mit acht getöteten Menschen und mehr als 100 Verletzten in 85 beteiligten Fahrzeugen ging der Massenunfall am 8. April 2011 in die Geschichte MVs ein.

MV: 10 Jahre nach dem Unglück

Innenminister Torsten Renz gedenkt der Opfer der Katastrophe vor zehn Jahren: „An die ersten, fast unwirklichen Pressebilder werde ich mich mein Leben lang erinnern. Unübersichtliche Trümmerberge, Menschen, die verzweifelt versuchten andere zu retten und die Aussage einer Pressesprecherin der Polizei, dass dies der schlimmste Verkehrsunfall ist, den Mecklenburg-Vorpommern je erlebt hat. Ganz Deutschland hielt den Atem an, trauerte mit den Angehörigen.“

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Doch was geschah überhaupt?

An diesem Freitag geschah auf der A19 zwischen Berlin und Rostock ein ungewöhnliches Ereignis. Plötzlich versperrt eine dichte Sandwolke den Autofahrern die Sicht. Wie der NDR berichtet, wird dieser Moment von Beteiligten des Geschehens als „gelbes Handtuch“ oder „eine Decke, die sich auf die Frontscheibe legt“ beschrieben.

Dann der Unfall: In beide Fahrtrichtungen knallen insgesamt 85 Fahrzeuge ineinander und verkeilen sich. Eine Massenkarambolage stellte den Anfang der Sandsturm-Katastrophe dar, doch es kam noch schlimmer.

Es bricht nämlich in Folge des Zusammenpralls ein Feuer aus, daraufhin kam es zu mehreren Explosionen – unter anderem aufgrund eines Gefahrguttransporters.

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Allein das Löschen soll laut NDR mehrere Stunden angedauert haben, bevor die Rettungskräfte überhaupt zu den eingeschlossenen Menschen vordringen konnten. Für acht von ihnen kam jede Hilfe zu spät, sie verbrannten in ihren Fahrzeugen.

MV: Innenminister blickt zurück

Mehr als 600 Helfer und Einsatzkräfte waren am 08. April 2011 und an den Folgetagen im Einsatz.

„Landesweit waren und sind die Menschen durch dieses Ereignis noch immer zutiefst erschüttert. Insbesondere diejenigen, die als Unfallbeteiligte, als Ersthelfer oder als Rettungskräfte vor Ort waren. Mein besonderer Dank gilt heute auch allen Ersthelfern und allen Rettungskräften für ihren unermüdlichen Einsatz. Nur dank Ihres Handelns und Ihres Mutes konnte ein noch größeres Leid abgewendet werden“, sagt Innenminister Torsten Renz.

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„Dieses traurige Ereignis haben wir in Mecklenburg-Vorpommern auch zum Anlass genommen, rettungsdienstliche Strukturen anzupassen und die Psychosoziale Notfallversorgung im Land zu stärken, damit Hilfeleistung bei zukünftigen Ereignissen noch schneller und effektiver geleistet werden kann“, erklärt Renz weiter.

Mit acht Nägeln für acht Todesopfer erinnert ein Holzkreuz an der A19 an die Opfer der folgenschweren Massenkarambolage. (dpa/ pag)