Norderney: Gerhard Schröder muss draußen bleiben – hier gilt Hausverbot für den Altkanzler

Diese Tür auf Norderney blieb zu – zumindest für Gerhard Schröder. (Archivbild)
Diese Tür auf Norderney blieb zu – zumindest für Gerhard Schröder. (Archivbild)
Foto: IMAGO / Jochen Tack und picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

„Hol' mir ma ne Flasche Bier, sonst streik' ich hier und schreibe nicht weiter.“ So geht es mir, wenn ich vor diesem Text über Gehard Schröder sitze. Denn unser Altkanzler von der SPD hat sich in jüngster Zeit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert (oder doch mit Rum?). Auf Norderney verbrachte er nun einen Urlaub, den er und seine Frau Soyeon Schröder-Kim nicht so schnell vergessen dürften.

Ein Gastwirt auf Norderney wollte Gerhard Schröder nicht nur einen „ordentlichen Schluck“ verwehren – und ging einen drastischen Schritt.

Norderney: Gerhard Schröder? Nein, danke!

Als Gas-Lobbyist und Putin-Freund steht Schröder aktuell heftig in der Kritik. Nach seiner politischen Karriere wechselte er verdächtig schnell zum russischen Gas-Riesen Gazprom, seit dem russischen Invasions-Krieg in der Ukraine wird ihm auch SPD-intern immer wieder ein Rücktritt nahegelegt.

Nun gönnte sich der 78-Jährige erst einmal etwas Urlaub und reiste samt Gattin auf die beliebte Nordsee-Insel Norderney. Gastronom Tobias Pape reagierte prompt.

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Das ist Norderney:

  • Norderney ist eine der ostfriesischen Inseln und liegt in der Nordsee
  • Es ist nach Borkum die zweitgrößte Insel dieser Inselgruppe
  • Die Insel hat eine Fläche von 26,29 Quadratkilometern
  • Norderney ist eine Düneninsel, die mit der Zeit aus von der Meeresströmung angespültem Sand gewachsen ist

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Brauhaus-Betreiber Tobias Pape verweigerte dem Altkanzler samt Gefolgschaft einen Besuch in seiner Gaststätte. Ein striktes Hausverbot erhielt Gerhard Schröder sogar. „Es geht um’s Prinzip mit dem Hausverbot – aber der wäre sicher eh nicht zu uns gekommen. Wenn Putin vor der Tür gestanden hätte, hätten andere ihm sicher auch keinen Champagner ausgeschenkt., erzählt er.

Gerhard Schröder: Klare Agenda auf Norderney

Sein Personal wies der Wirt extra an, Schröder nicht über die Türschwelle zu lassen.

In den sozialen Netzwerken erntet der mutige Torwächter reichlich Zustimmung: „Nicht. Sein. Ernst. Das muss man sich erstmal trauen - aber chapeau! Großartig!“, ist unter zahlreichen Reaktionen zu lesen.

Weitere Kritik am ehemaligen Kanzler bleibt erwartungsgemäß auch nicht aus. „Klar kann er Urlaub machen. Aber wir zahlen seinen Urlaub mit circa 350.000 Euro im Jahr, und Gehalt bekommt er von russischer Seite! Dann kann er seinen Urlaub auch in Sankt Petersburg oder Sotschi machen!“, heißt es.

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Norderney: Urlaub und private Gespräche

In einen längeren Dialog mit „Gerd“ soll auch der ehemalige Marketingleiter der Norderneyer Kurverwaltung, Herbert Visser gegangen sein. Das Gespräch sei aber wohl rein privat gewesen.

Tatsächlich untergebracht worden sein sollen Schröder, seine Frau und Gefolge im „Hotel Seesteg“. Ein Symbol gegen die anhaltenden Kontakte des ehemaligen Bundeskanzlers zu Wladimir Putin wollten die Betreiber offenbar nicht setzen.

Die vielen Nordsee-Urlauber und Insulaner wie Tobias Pape sprechen eine deutlichere Sprache. Im Brauhaus bedienten man sich vielleicht eines anderen Schröder-Zitats: „Man kann es so oder so machen. Ich bin für so.“ (wip)