Norderney: Rätselhafter Fund wird untersucht – doch die Antwort wirft noch mehr Fragen auf

Unter anderem am Strand von Norderney sind die mysteriösen Klumpen angespült worden (Symbolbild).
Unter anderem am Strand von Norderney sind die mysteriösen Klumpen angespült worden (Symbolbild).
Foto: picture alliance/dpa

Vor einiger Zeit haben merkwürdige Klumpen an den Stränden der Nordsee-Inseln Langeoog und Norderney für Aufsehen gesorgt. Es stand die Vermutung im Raum, dass es sich dabei um Paraffin handeln könnte. Die Chemikalie wird zur Herstellung von Kerzen oder Cremes verwendet und dient auch als Brennstoff. Häufig werden Öl- und Chemikalienreste von Schiffen auf der Nordsee entsorgt.

Nach Untersuchung der auf Norderney angespülten Brocken ist nun klar, dass es sich wohl doch nicht um die Chemikalie handelt. Trotzdem sorgt das Ergebnis für Enttäuschung.

Norderney: Antwort der Bundesregierung

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Filiz Polat (Osnabrück) hervor. „Die Proben von den Inseln Wangerooge, Langeoog und Norderney weisen keinerlei Charakteristika auf, die auf Paraffin oder andere bekannte Pflanzenöle hindeuten“, teilte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), mit.

Demnach handelte es sich nur bei zwei der untersuchten Proben um Paraffinwachs. Wie viele insgesamt untersucht wurden, blieb unklar. Für das Einleiten von Paraffin gelten seit Anfang 2021 striktere Regeln – ein Verbot gibt es jedoch nicht.

Norderney: Fragen bleiben offen

Eine erste Tankwaschung müsse demnach noch in den Häfen vorgenommen werden, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Eine zweite Waschung sei unter bestimmten Voraussetzung aber auch auf See noch erlaubt.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse und der Größe der neuerlichen Funde sei aber nicht davon auszugehen, dass diese aus einer unerlaubten Tankwaschung auf See stammten, so das Ministerium.

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„Die Antwort der Bundesregierung wirft mehr Fragen auf, als dass sie Antworten gibt“, teilte Polat mit. Unklar bleibe, um welchen Stoff es sich bei den übrigen Anspülungen handele. Auch wieso diese nicht aus Tankwaschungen stammen könnten, bleibe offen.

Polat forderte zusammen mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Meta Janssen-Kucz (Leer) die Anlandungen „umfassend zu klären“. (dpa)