Nordsee: Die Sorge um DIESES Wahrzeichen ist groß – „Echtes Dilemma“

Nicht weit vom Strand der Nordsee-Insel Wangerooge bereitet etwas den Verantwortlichen Sorge (Symbolbild).
Nicht weit vom Strand der Nordsee-Insel Wangerooge bereitet etwas den Verantwortlichen Sorge (Symbolbild).
Foto: imago images/Marc Schüler

Es ist ein Anblick, den viele Anwohner der Nordsee-Insel Wangerooge kennen und lieben: Der Leuchtturm Roter Sand ist als erstes Offshore-Bauwerk der Welt ein beliebtes Wahrzeichen der Region.

Seit 130 Jahren steht das Leuchtfeuer vor der Küste. Doch um den rot-weißen Turm, der mitten aus der Nordsee emporragt, gibt es mittlerweile große Sorgen.

Nordsee: Extremwetterlagen bedrohen die Statik

So schön der Standort im Meer auch ist, das Wetter, die Gezeiten und die Zeit nagen an dem imposanten Bauwerk. Wie die „Nordwestzeitung“ berichtet, stellen vor allem der ansteigende Meeresspiegel sowie zunehmende Extremwetterlagen die Zuständigen vor Probleme.

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Der Erhalt wird damit zu einer Herausforderung. Ein Gutachten hat nun aufgezeigt, wie der Leuchtturm trotz aller Widrigkeiten in Zukunft Bestand haben könnte.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Der wichtigste Punkt: Die beim Bau verwendete Stahlqualität entspricht längst nicht mehr den heute geltenden Anforderungen.

Die zunehmende Belastung durch Stürme und Hochwasser bringen neue Voraussetzungen mit sich. Durch eine Nachbesserung der Statik oder den Verbau von weiteren sogenannten Stegblechen könnte die Stabilität des Turmes verbessert werden.

Nordsee: Giftstoffe im Leuchtturm-Anstrich

Das Erschreckende: Messungen haben ergeben, dass der rot-weiße Anstrich erhöhte PCB- und Bleiwerte nachweist, schreibt die „Nordwestzeitung“. Eigentlich müsste der Rote Sand daher neu lackiert werden.

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Allerdings ist das aufgrund der Belastung durch Giftstoffe nur unter einer Einhausung des Turm möglich - also einer kompletten Verkleidung. Ob das bei wilden Gezeiten und Sturmwetterlagen überhaupt umsetzbar sein wird, steht noch nicht abschließend fest.

„Wir haben es mit einem echten Dilemma zu tun: jede Maßnahme, die wir durchführen, reduziert den Denkmalwert dessen, was wir erhalten wollen“, kommentiert Steffen Skudelny, vom Vorstand der Stiftung Denkmalschutz. Auch der Ingenieur Matthias Wagner, kennt die Probleme: „Für die heutigen, seinerzeit nicht vorhersehbaren Belastungen ist der Turm nicht präpariert.“

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Als nächsten Schritt erarbeiten die Verantwortlichen ein Konzept für den Erhalt des Wahrzeichens. Dann wird sich zeigen, ob konkrete Maßnahmen den Verfall des besonderen Leuchtturmes noch stoppen können. (mik)