Nordsee: ER fährt alle zwei Wochen auf eine Insel – sein Job ist dort lebenswichtig

Urs Philipzig (l.), Mediziner aus Bredstedt und neuer Arzt von Hallig Hooge, und Gerhard Steinort (r.), Mediziner in Langenhorn
Urs Philipzig (l.), Mediziner aus Bredstedt und neuer Arzt von Hallig Hooge, und Gerhard Steinort (r.), Mediziner in Langenhorn
Foto: picture alliance/dpa | Gregor Fischer

Auf der Hallig Hooge in der Nordsee heißt es Abschied nehmen!

Gerhard Steinort aus Langenhorn hat dort bisher eine lebenswichtige Aufgabe erfüllt. Er war jahrelang der Arzt, dem die Hallig-Bewohner vertrauten. Doch jetzt gibt es einen Wechsel auf der Nordsee-Hallig Hooge.

Nordsee: Arztwechsel auf Hallig Hooge

Zum 1. April hat nun Urs Philipzig aus Bredstedt die Aufgabe des Halligarztes übernommen.

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„Das ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir jetzt gute sechs Jahre einen Arzt hatten, der alle zwei Wochen hier war“, sagt Bürgermeisterin Katja Just.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Und auch nicht, dass sich ein zweiter Arzt gefunden habe, der nahtlos weitermache. Bevor Steinort anfing, war zwar Krankenpflegepersonal vor Ort, aber kein Arzt.

Nordsee: Alle 14 Tage besuchen Ärzte Hooge und Langeneß

Anders als auf dem Festland und auch auf den Nord- und Ostfriesischen Inseln gibt es auf den Halligen keine niedergelassenen Ärzte oder gar ein Krankenhaus.

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Für die medizinische Grundversorgung auf den Halligen sind Halligpfleger im Einsatz. Alle 14 Tage besuchen zudem Ärzte Hooge und Langeneß. Wichtig für die Halligen ist - wegen ihrer außergewöhnlichen Lage und Situation - auch die Möglichkeit der Telemedizin.

Steinort wird die Halligbewohner vermissen, die ihm in den vergangenen gut sechs Jahren ans Herz gewachsen sind, wie er sagt.

Nordsee: „Ein eigenes Völkchen“

Philipzig aus Bredstedt, der Steinort schon seit einigen Jahren auf der Hallig vertritt, freut sich auf seine neue Stelle.

Ende März hat er den Praxisbetrieb an den Nagel gehängt, so ganz ohne seinen Beruf kann er aber nicht.

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Da passe die Aufgabe als Halligarzt ganz gut, findet er. Philipzig wird dieses Jahr 76, einige Jahre will er aber noch auf Hooge praktizieren. Die „knorrigen Hooger“ seien ihm schon ans Herz gewachsen. „Es ist schon ein eigenes Völkchen. Ein liebenswertes.“ (dpa/oa)