Nordsee: Kaum einer kennt diese Insel – dabei ist sie weltweit einzigartig

Die Nordsee-Insel von oben.
Die Nordsee-Insel von oben.
Foto: picture alliance / WILDLIFE

Zahlreiche Nordsee-Fans können es kaum erwarten, ihren Lieblingsinseln wieder einen Besuch abzustatten. Ob Föhr, Amrum, Sylt oder Norderney – sie alle ziehen im Jahr viele Touristen an.

Doch in der Nordsee gibt es auch Inseln, die kaum einer Menschenseele bekannt sind. Trischen ist eine davon. Dabei ist die Insel sogar weltweit einzigartig und fasziniert viele Forscher.

Nordsee: Eine sonderbare Insel

Die Insel ist aus gleich zwei Gründen bemerkenswert: Nach Angaben des NABU liefert sie eine der längsten ornithologischen Datenreihen an der deutschen Nordseeküste. Daten zu Anwesenheit und Brutgeschehen sind zurück bis zum Jahr 1910 vorhanden. Das sei auch im europaweiten Vergleich eine Seltenheit und von erheblichem Wert, heißt es.

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Im letzten Jahr verbrachte Anne Evers als Vogelwartin als einziger Mensch 41 Tage auf der Insel in einer Hütte. Normalerweise seien es bis zu 200, berichtet sie in ihrem Blog. Im Winter ist die Insel verlassen. Der Weg nach Trischen über die Nordsee führte Anne Evers von Meldorf in Dithmarschen aus.

Dieses Jahr kommt sie zurück auf die Insel und wird weiter die Vogelwelt beobachten. „Neben dem regelmäßigen Zählen der rastenden und durchziehenden Vögel erfasse ich zudem die gesamten Brutvögel. Eine umfangreiche Aufgabe auf einer Vogelinsel. Auch die Insel selbst wird vermessen, da sie sich kontinuierlich verändert“, beschreibt sie ihre Aufgaben.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Nordsee-Insel könnte auf Festland treffen

Trischen verändert sich kontinuierlich? In der Tat ist das die zweite große Besonderheit von Trischen und macht sie einzigartig: „Mit geologischem Spitzentempo von etwa drei Metern im Monat wandert die Insel nach Osten in Richtung Festland. Geologen nennen sie die schnellste Meeresinsel der Welt“, beschreibt es der „Spiegel“.

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Sollte sie das Tempo halten, würde Trischen in 400 Jahren auf das Festland treffen. Allerdings kostet das Ganze die Insel auch Kraft: drei Viertel ihrer Fläche habe sie bereits eingebüßt, mit zwei Quadratkilometern ist sie in etwa noch so groß wie Helgoland.

2013 bekam Trischen größere Aufmerksamkeit, als ganz in der Nähe das Ausflugsboot „Lady von Büsum“ auf einer Sandbank in der Nordsee mit 136 Passagieren auf Grund lief. (rg)