Nordsee: Menschen hinterlassen Müll am Strand, zahlreiche Tiere verenden

Nordsee: Diese 5 Strände musst du gesehen haben

Nordsee: Diese 5 Strände musst du gesehen haben

Wir stellen 5 Nordsee-Strände vor, die du unbedingt gesehen haben musst.

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Plastikflachen, Essenverpackungen oder gebrauchte Corona-Masken – besonders im Sommer häuft sich der Müll, den die Menschen in der Natur hinterlassen. Auch an der Nordsee ist das ein gewaltiges Problem.

Die Natur leidet unter den Unmengen von Abfall. An der Nordsee sterben deshalb jährlich viele Tiere.

Nordsee: Auf dieser Insel sind die Tiere bedroht

Auf der Nordsee-Insel Helgoland gibt es fünf Vogelarten, die ausschließlich hier – auf dem roten Felsen – brüten. Dabei handelt es sich um die Trottellumme, den Basstölpel, den Eissturmvogel, die Dreizehenmöwe und den Tordalk.

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Diese seltenen Vogelarten kämpfen mit einem großen Problem: Plastikfäden. Sie sind für die Tiere fatal. Selbst Monate später sieht man noch, was sich hier im Sommer abgespielt hat: An vielen Stellen liegen Vogel-Kadaver, die daran verendet sind.

Denn die Basstölpel sammeln die Plastikfäden aus dem Meer und verbauen sie in ihren Nestern. Wenn sie sich darin verheddern, endet es meist tödlich.

Schuld sind Dolly Ropes in der Nordsee

Und weil sich die Fäden über den ganzen Felsen verbreiten, ist auch die Trottellumme betroffen, die meist direkt in der Nachbarschaft brütet, heißt es in einem Beitrag des NDR.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Welche Folgen der Plastikmüll für die Vogelpopulation hat und woher das Plastik kommt, hat Ornithologe Elmar Ballstaedt über zwei Jahre untersucht. Im Labor habe man viel Polyethylen, der Hauptbestandteil von Folien und Verpackungen, und Polypropylen, ein Verpackungswerkstoff, gefunden.

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Aber: „Ziemlich viele Fäden sind Dolly Ropes zuzuordnen, dem Scheuerschutz von Schleppnetzen“, sagt Ballstaedt dem NDR. „Das heißt, das ist teilweise Material, das hier in der Fischerei viel benutzt wird.“

Nordsee: Mehr Tiere als üblich verenden

Diese Scheuerfäden sollen Netze bei der Berührung mit dem Meeresboden vor dem Durchscheuern schützen. Die Bündel aus Plastiksträngen werden in das Netz eingeknotet oder mit Kabelbindern befestigt, heißt es in dem NDR-Beitrag.

Diese Scheuerfäden landen dann zu einer hohen Zahl im Meer. „Diese Plastikverschmutzung führt dazu, dass jetzt mehr Tiere pro Jahr als erwartet sterben“, sagt der Ornithologe.

In Zahlen bedeutet das: Bei der Trottellumme seien dies rund 100 Individuen pro Jahr, beim Basstölpel ungefähr 40 bis 60 Tiere. „Das ist eine alarmierende Zahl“, so Ballstaedt.

Nordsee: Forderung nach Nachhaltigkeit

Bei den Trottellummen sterben jährlich rund drei Prozent der 4.000 Brutpaare, bei den Basstölpeln sind es fünf Prozent von 1.400 Brutpaaren, die den Plastikfäden zum Opfer fallen.

Das Problem: Diese Vogelarten brüten nur ein Küken pro Jahr aus. Wenn also ein Elternteil in den Plastiksträngen verendet, stirbt das Küken auch, weil ein Vogel allein es nicht ernähren kann, heißt es in dem NDR-Beitrag.

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Daher hat Ballstaedt eine Forderung: Man habe früher auch ohne einen Scheuerschutz gefischt, man habe auch mal Netzen gefischt, die nicht aus Plastik waren. „Da muss einfach ein Umdenken stattfinden, dass man wieder versucht, da mehr auf Nachhaltigkeit zu achten.“

Nordsee: Ampel-Regierung will Plastikscheuerfäden verbieten

Im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung steht, dass sich die neue Bundesregierung für ein Verbot von Plastikscheuerfäden auf europäischer Ebene einsetzt.

Den Seevögeln auf der Nordsee-Insel Helgoland würde das sicherlich helfen. (mk)