Nordsee und Ostsee noch immer überrannt – HIER ist besonders viel los

Trotz sinkender Temperaturen kommen immer noch viele Camper an Nordsee und Ostsee.
Trotz sinkender Temperaturen kommen immer noch viele Camper an Nordsee und Ostsee.
Foto: picture alliance/dpa

Die Saison an Nordsee und Ostsee startete zwar schleppend, doch der Sommer machte den langsamen Start wett. Zahlreiche Küstenorte konnten sich vor Besuchern kaum noch retten. Und auch Campingplätze platzen aus allen Nähten.

Denn Urlaub mit Zelt, Van oder Wohnmobil hat in diesem Sommer einen gewaltigen Boom erlebt! Und der reißt nicht ab. Immer noch verschlägt es Camping-Fans an Nordsee und Ostsee.

Nordsee und Ostsee: Camping mit Schattenseiten

Dabei hatte die große Beliebtheit von Wohnmobilen und Co. aber auch seine Schattenseiten. Anwohner klagten über zugeparkte Stellplätze im öffentlichen Raum oder ständiges Wildcampen (MOIN.DE berichtete).

Den Campern selbst hingegen machten die vielerorts ausgebuchten Plätze zu schaffen. Spontane Camping-Ausflüge waren oft nicht möglich, weil die Gefahr bestand, am Platz selbst dann abgewiesen zu werden. So auch in Schleswig-Holstein.

---------------

10 Tipps für Urlaub an der Nordsee:

  • Lütetsburg
  • Cuxhaven
  • Sankt Peter-Ording
  • Wattenmeer, zum Beispiel Neuwerk oder Nordstrand
  • Husum
  • Niedersachsens Küste: Neuharlingersiel, Dangast, Greetsiel
  • Festlandorte in Schleswig-Holstein, zum Beispiel Brunsbüttel
  • Ostfriesische Inseln
  • Sylt
  • Schleswig-Holsteins Nordsee-Inseln (Föhr, Amrum, Helgoland)

---------------

Dort sind die Camping-Plätze 2021 sehr gut gebucht. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr erstmals fünf Millionen touristische Übernachtungen haben werden“, sagte der Landesvorsitzende des Verbandes der Camping-Wirtschaft, Gert Petzold. Vor sechs Jahren seien es noch 3,2 Millionen gewesen.

Nordsee und Ostsee: Camping-Plätze immer noch voll

Wer im Land zwischen den Meeren auf dem gewünschten Camping-Platz Urlaub machen will, hat es auch außerhalb der Hochsaison nicht leicht. Bis zum Ende kommender Woche seien die Plätze im ganzen Land noch sehr gut gebucht, sagte Petzold. „Einige sind sogar zu 100 Prozent belegt.“ Das gilt besonders für die Hotspots an Nord- und Ostsee.

+++ Sylt-Fan zeigt Aufnahme vom Strand – was darauf zu sehen ist, spaltet Insel-Fans +++

Ausgelöst wurde der Camping-Boom durch die Corona-Pandemie. Weil Reisen ins Ausland oft mit hohen Hürden verbunden oder gar ganz verboten waren, entschieden sich viele Menschen zum Kauf eines Wohnmobils oder Wohnwagens.

Bis Ende Juli zählten die insgesamt 267 geöffneten Campingplätze im Land 2,8 Millionen Übernachtungen und damit ein Plus zum Vorjahr von 16,9 Prozent. Währenddessen verzeichneten alle Ferienunterkünfte mit mindestens zehn Betten ohne Camping einen Rückgang von 2,6 Prozent auf 12,0 Millionen Übernachtungen.

---------------

Mehr News von Nordsee und Ostsee:

---------------

Im Fachhandel sorgte das sogar teilweise für Engpässe und Nachschubprobleme. Bei Volkswagen (VW) arbeiteten die Mitarbeiter im Frühsommer bereits in Extraschichten, weil ihre Camper-Modelle derart gefragt sind. Wie die „Automobilwoche“ im Juni berichtete, lagen allein die Bestellungen für den VW California im Mai 30 Prozent über dem bereits starken Vorjahr.

Nordsee und Ostsee: Nächstes Jahr geht es weiter?

„Auch im Blick auf das nächste Jahr sind wir sehr positiv gestimmt“, sagte Petzold. Die Branche biete heute eine breite Palette von Freizeitmöglichkeiten, „die es vor zehn Jahren noch nicht gab“. Er nannte Schwimmbäder, Tennisplätze, Animation für Kinder und Erwachsene. Büros auf den Campingplätzen betreuten Gäste, vermittelten Tagesausflüge, Schiffsfahrten, Busreisen nach Dänemark.

„Die Gäste haben heute andere Erwartungen als vor zehn Jahren. Viele sind viel gereist und vergleichen unsere Angebote mit denen anderswo.“ 86 Prozent der Urlauber seien Deutsche, viele kämen seit langem aus Nordrhein-Westfalen. „Wir empfehlen, Urlaub rechtzeitig zu buchen, aber wir wollen unseren Gästen auch die Möglichkeit geben, spontan anzureisen“, sagte Petzold. (rg/dpa)