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Nordsee: Trauriger Anblick am Strand macht Menschen fassungslos – „Der Mensch zerstört sich selbst“

Nordsee: Trauriger Anblick am Strand macht Menschen fassungslos – „Der Mensch zerstört sich selbst“

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Traurige Funde an der niederländischen Nordseeküste beschäftigen auch Umweltschützer in Schleswig-Holstein. (Symbolbild) Foto: picture alliance / Zoonar | Hilda Weges, picture alliance / blickwinkel/AGAMI/H. van Diek (Montage MOIN.DE)

Es ist eine Meldung, die aufwühlt: Dutzende tote Schweinswale sind auf den niederländischen Watteninseln in der Nordsee angespült worden (MOIN.DE berichtete).

Die Schutzstation Wattenmeer, die sich in Schleswig-Holstein an der Nordsee für den Umweltschutz einsetzt, hat bei Facebook ein Bild der Tierkadaver am Strand geteilt. Sie formuliert in ihrem Beitrag eine klare Forderung.

Nordsee: Es gibt noch keine genaue Erklärung

Die hohe Zahl toter Wale sei sehr ungewöhnlich und die Ursache noch nicht bekannt, teilte die niederländische Naturschutzorganisation „Natuurmonumenten“ vergangene Woche mit.

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Einige der Kadaver wurden bereits in der Universität Utrecht untersucht. Bislang gibt es jedoch noch keine Erklärung, woran die Tiere sterben. Es ist jedoch auffällig, dass die Schweinswale alle ähnlich stark verwest sind. Folglich müssen sie ungefähr zum gleichen Zeitpunkt und Ort verendet sein, vermutlich Mitte August.

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Über die Ursache werde viel spekuliert, sagte Naturaufseherin Cynthia Borras. Es könne sich um eine Epidemie unter den Schweinswalen handeln. Andererseits werde gerade im Wattenmeer an einem Windturbinenpark gearbeitet und es habe vor kurzem eine internationale Aktion der Marine zur Beseitigung alter Munition im Wattenmeer begonnen. Beides könnte das Leben der Wale demnach beeinträchtigen.

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Das ist Schleswig-Holstein:

  • Schleswig-Holstein ist Deutschlands nördlichstes Bundesland
  • Die Landeshauptstadt Kiel ist mit rund 247.000 Einwohnern auch die größte Stadt in Schleswig-Holstein
  • Schleswig-Holstein zählt rund drei Millionen Einwohner
  • Fehmarn ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins und die größte des Bundeslandes
  • Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland gehört zu Schleswig-Holstein
  • Zu Schleswig-Holstein gehören die bei Touristen beliebten nordfriesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr
  • Mit knapp 100 Kilometern Länge durchquert der Nord-Ostsee-Kanal ganz Schleswig-Holstein

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Nordsee: „Dieses traurige Ereignis setzt den Schweinswal im Wattenmeer weiter unter Druck“

Die Schutzstation Wattenmeer schreibt über die toten Schweinswale bei Facebook: „Dieses traurige Ereignis setzt den Schweinswal im Wattenmeer weiter unter Druck. Im Kernvorkommen dieses Meeressäugers vor der Insel Sylt hat der Bestand in den letzten 15 Jahren um 60 Prozent abgenommen.“

Die Anteilnahme am Schicksal der Tiere ist groß. Der Anblick der toten Wale macht Menschen fassungslos. „Schrecklich“ und „furchtbar“ ist in den Kommentaren zum Beitrag zu lesen. „Der Mensch zerstört die Natur und damit sich selbst“, schreibt jemand. „Die Leidtragenden werden immer die Tiere sein.“

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Die Schutzstation Wattenmeer fordert zum Schutz der Tiere, „groß angelegte militärische Aktivitäten im gesamten Wattenmeer endlich einzustellen und die wichtige Beseitigung von Minen und Munitionsresten durch umweltschonenendere Techniken als Sprengungen zu ersetzen“.

Die Schutzstationen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste würden derzeit verstärkt Ausschau nach Schweinswalkadavern halten, heißt es weiter- Es gibt im Moment zum Glück Entwarnung: Es seien bisher keine vermehrten Totfunde gemeldet worden, auch aus Niedersachsen würden bisher keine Sichtungen vorliegen.

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Um Munition im Meer geht es auch beim Forum über die Bergung von Weltkriegsmunition vom 6. bis 10. September in Kiel. Aus dem Küstenland Schleswig-Holstein kamen im Vorfeld klare Worte, wie du >>> hier nachlesen kannst.

Mehr zum Bestand der Schweinswale in der Nord- und Ostsee erfährst du >>> hier. (kbm mit dpa)